Mit ‘Surrealismus’ getaggte Beiträge

Die Ausstellung „Surreale Sachlichkeit – Werke der 1920er- und 1930er-Jahre aus der Nationalgalerie“ wirft einen neuen, durch den Surrealismus geschärften Blick auf das Phänomen der Neuen Sachlichkeit. Tatsächlich haben diese Kunstrichtungen mehr gemeinsam, als man zunächst vermuten möchte. Anfang der 1920er-Jahre waren sie nahezu zeitgleich in Frankreich und Deutschland entstanden: 1924 erschien das erste Manifest der Pariser Surrealisten. 1925 präsentierte die Mannheimer Kunsthalle die neuesten Tendenzen in der deutschen Kunst unter dem Titel „Neue Sachlichkeit“ – und schuf damit den Begriff für ein gesamteuropäisches Phänomen, das noch im selben Jahr als „Magischer Realismus“ bezeichnet wurde.

Beide Bewegungen – der Surrealismus wie die Neue Sachlichkeit – sind in Reaktionen auf die historischen Avantgarden entstanden, die mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges ausgedient hatten. Nunmehr ging es weniger um die Erkundung der eigenen Bildmittel, den individuellen künstlerischen Ausdruck oder Stil als vielmehr darum, zu einer neuen ganzheitlichen Weltsicht zu gelangen. Für die Surrealisten wie für die Künstler der Neuen Sachlichkeit trat die subjektive Sicht des Künstlers zugunsten einer „objektiven“ Betrachtungsweise zurück, in der sich die gesellschaftliche Realität gleichsam wie von selbst offenbarte – mit ihren neuzeitlichen Errungenschaften, aber auch mit ihren psychischen Abgründen.

Ausstellungsdauer: 13.10.2016 bis 23.04.2017

Website: www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/sammlung-scharf-gerstenberg/

ArtKiss-Besuch: 19.11.2016

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.

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Das Bucerius Kunst Forum zeigt momentan in der Ausstellung „Malerei als Poesie“ Joan Mirós Verhältnis zur Literatur und seine Freundschaft zu bedeutenden Schriftstellern. Mit rund 100 Werken aus allen Schaffensphasen geht die Schau den literarischen Einflüssen auf Mirós Malerei nach und zeigt, wie er Dichter in seinem Umfeld inspirierte.

Miró (1893-1983) gehört mit seinen phantasievollen Motiven zu den beliebtesten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Ihm schwebte eine energiegeladene Kunst vor, die in das Leben hineinwirkt. Malen bedeutete für ihn, eine andere, eigene Welt hervorzubringen. Nicht Wiedergabe der Realität, sondern eine neue emotionale Bildsprache prägte sein Werk. Miró erweiterte die Grenzen der Malerei und bezog in seinen Bild-Gedichten Buchstaben und Worte ein, die Assoziationen auslösen.

Die Ausstellung zeigt, wie Mirós malerische Zeichensprache aus dem spielerischen Umgang mit Wort und Bild entsteht. DieKombination von Text und Bild ist für den Surrealismus zentral. Anders als im Kubismus, wo es um einen zitathaften Bezug zur Realität ging, begriffen die surrealistischen Maler die Worte als Impulsgeber für Assoziationen. Miró hat dieses Verständnis maßgeblich beeinflusst. Seine Werke regten den jüngeren Malerkollegen René Magritte ebenso an wie den Papst des Surrealismus, André Breton. So wie Miró sich von Texten inspirieren ließ, gaben seine Werke wiederum den Dichtern Impulse. Es entstanden zahlreiche Gemeinschaftsprojekte von Miró und seinen Schriftstellerfreunden.

Ausstellungsdauer: 31.01.2015 bis 25.05.2015

Website: www.buceriuskunstforum.de

ArtKiss-Besuch: 19.04.2015

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.

Erró wurde 1932 in Island als Guðmundur Guðmundsson geboren und lebt seit 1958 in Paris. Bis 1967 trug er den Künstlernamen Ferró, bis er diesen nach einem siebenjährigen Rechtsstreit mit dem französischen Maler Gabriel Ferraud („Ferró“ und „Ferraud“ klingen in der französischen Aussprache exakt gleich) in Erró.

Erró - Science-Fiction Scape, 1992, 286 x 1320 cm, Glycerophtalische Farbe auf Leinwand, Collection Listasafn Reykjavfkur

Erró – Science-Fiction Scape, 1992, 286 x 1320 cm, Glycerophtalische Farbe auf Leinwand, Collection Listasafn Reykjavfkur

Im Vorgriff auf den schier unendlichen Informations- und Bilderfluss, der im Internet zu finden ist, galt Errós Interesse von Anfang an in dieser Fülle von Bildern. Er erfand neue Erzählformen in der Kunst dafür: Mit Collagen und Gemälden entwarf er eine visuelle und kritische Art, die gegen alle bisherigen Formen des Wissens, reich an Farbe und Witz, Exzess und Mehrdeutigkeit, allen zugänglich ist.

Das macLYON zeigt auf einer 3000 m² großen Ausstellungsfläche auf drei Etagen eine große und tolle Retrospektive. Mit mehr als 500 Werken, betehend aus Collagen, Performances, Filme, Aquarelle, Gemälde und Zeichnungen aus öffentlichen und privaten Sammlungen aus ganz Europa, wird die Arbeit von Erró, dem ersten Geschichtenerzähler in der Kunstgeschichte, gewürdigt.

Virtueller Ausstellungsbesuch

Ausstellungsdauer: 03.10.2014 bis 22.02.2015

Website: www.mac-lyon.com

ArtKiss-Besuch: 08.01.2015

ArtKiss-Wertung:
5 Sterne: Ein Muss. Unbedingt anschauen!

Das Werk des legendären französischen Fotografen Guy Bourdin (1928–1991) wird bis 26. Januar 2014 im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg präsentiert. Die bisher umfangreichste Guy Bourdin-Ausstellung stellt sowohl eine Auswahl der beeindruckendsten Modestrecken und Kampagnen Bourdins vor, als auch bisher unveröffentlichtes Material aus seinem
persönlichen Archiv.

Zum ersten Mal sind sein malerisches Werk und seine filmischen Notizen der Öffentlichkeit zugänglich. Darüber hinaus werden Polaroid-Fotos, Skizzen und Texte sowie Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus den 1950ern präsentiert, die Künstlerporträts und Pariser Stadtansichten zeigen. Die Ausstellung zeichnet damit nicht nur das fotografische, malerische und filmische Gesamtwerk Bourdins nach, sondern gibt auch Einblicke in die Arbeits- und Denkweise dieses visionären Image-Makers.

In seiner über 50-jährigen Schaffenszeit hat Bourdin für die führenden Modehäuser und -magazine gearbeitet. Mit dem Blick eines Malers schuf er komplexe Bilder, die in unglaublichen Kompositionen faszinierende Geschichten in Schwarz-Weiß und Farbe erzählen. Er war einer der ersten Fotografen, der in Werbe- und Modefotografien anstelle eines Produkts eine Erzählung zum Bildinhalt erhob. Mit dem Medium der Modefotografie vermittelte er seine Botschaft und erforschte die zwischen dem Erhabenen und dem Absurden changierenden Bereiche. Berühmt für seine narrativen Bildinhalte und seine surreale Bildsprache, die Verbindung einfacher Objekte mit mehrdeutigen, oft rätselhaften Subtexten, brach Bourdin radikal mit allen Konventionen der Mode- und Werbefotografie.

Guy Bourdins Karriere begann in den 1950er Jahren mit schwarz-weißen Modeaufnahmen für die Pariser Vogue. Es ist nahezu unbekannt, dass die Hälfte von Bourdins OEuvre aus Schwarz-Weiß-Fotografien besteht, die ebenso kraftvoll sind, wie seine bekannten Farbaufnahmen. Diese Farbfotografie steigerte er mit dramatischen kompositorischen Akzenten und intensiver Farbsättigung zur maximalen Ausdruckskraft.

Im Format der Doppelseite sah Bourdin eine künstlerische Herausforderung. Er behandelte die Doppelseite nicht wie zwei Einzelseiten, sondern als eine Gesamtseite mit Falz. Er schneiderte seine Kompositionen auf die konzeptuellen und grafischen Besonderheiten der Doppelseite zu – das Spiegelbild-Motiv, das zentral für seine Arbeiten ist, findet hier seine Entsprechung: Layout und Design des Magazins werden wichtige Metaphern für das fotografische Medium und sprechen damit Auge und Verstand gleichermaßen an. Während Bourdin formale Elemente benutzte, wollte er gleichzeitig das Realistische der Fotografie überwinden, indem er das dargestellte Motiv ins Surreale abwandelte und die Bildoberfläche unkonventionell manipulierte. Mit seinem kreativen Freigeist und einer kompromisslosen Arbeitsmoral gab Guy Bourdin der Fantasiewelt der Generation der späten 1970er Jahre eine bildliche Entsprechung.

Ausstellungsdauer: 01.11.2013 bis 26.01.2014

Website: www.deichtorhallen.de

ArtKiss-Besuch: 09.11.2013

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Das Museum of Modern Art, das berühmte MoMA zeigt gemeinsam mit der Menil Collection aus Houston und dem Art Institute of Chicago erstmals eine Ausstellung von Werke des belgischen Surrealisten René Magritte, die den Fokus ausschließlich auf die Jahre seines Durchbruchs legt.

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Ab 1926 hatte Magritte das Ziel, Gemälde zu schaffen, die – in seinen Worten – „die reale Welt herausfordern würden“. Diese einfallsreiche und experimentelle Schaffensperiode endete 1938 kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs.

Die Ausstellung führt rund 80 Gemälde, Collagen und Objekte zusammen. Außerdem werden Fotografien, Zeitschriften und frühe kommerzielle Arbeiten gezeigt. Die Ausstellung bietet damit neue Einblicke in Magrittes Identität als moderner Maler und Surrealist.

Per Zufall hatte ArtKiss im Vorfeld der Ausstellung die Gelegenheit, einen Blick auf den Aufbau zu werfen:

Magritte - Show Preparation

Ausstellungsdauer: 28.09.2013 bis 12.01.2014

Website: www.moma.org

ArtKiss-Besuch: 01.10.2013

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.

Alexander Gore wurde 1959 in St.Petersburg/Russland geboren. 1980 zog er nach New York City, um jeden Aspekt der vielfältigen Welt der amerikanischen Kunst und Kultur kennenzulernen. Auf vielen Reisen gewannen zentralamerikanische und karibische Strömungen Einfluss auf Gores Kunst.

1990 zog Gore nach Miami und eröffnete dort seine eigene Galerie. Inzwischen hat der Künstler mehr als 6.000 Originalwerke, meist mit Öl auf Leinwand oder Papier, geschaffen. Gore nennt seinen Stil „Agorism“, der dem Surrealismus sehr nahe steht und ohne gerade Linien auskommt.

In seiner Galerie, die gleichzeitig als Atelier fungiert, kann man über 100 Werke betrachten und auch dem Künstler vor Ort bei der Arbeit zuschauen.

Website: www.alexandergoreart.com

ArtKiss-Besuch: 13.06.2013