Mit ‘Skulpturen’ getaggte Beiträge

Die Hamburger Evelyn Drewes Galerie widmet Hirofumi Fujiwara nach zwei Jahren erneut eine Einzelausstellung und wieder werden die wundervollen Werke aus der Utopia-Serie gezeigt. In diesem Jahr werden zusätzlich Zeichnungen des Künstlers gezeigt. Weitere Highlights sind der neue Katalog und der Film über Hirofumi Fujiwara.

Ausstellungsdauer: 09.09.2017 bis 06.10.2017

Website: www.evelyndrewes.de

ArtKiss-Besuch: 07.09.2017

Ars Aevi ist das Museum für zeitgenössische Kunst in Sarajevo. Es wurde während des Bosnien-Krieges als „Widerstand der Kultur“ gegründet. In dem sehr provisorisch wirkenden Gebäude, dass in den nächsten Jahren durch einen von Renzo Piano geplanten Neubau abgelöst werden soll, werden etwa 130 Werke von renommierten Künstlern wie Michelangelo Pistoletto, Jannis Kounellis, Joseph Beuys und Joseph Kosuth gezeigt.

Website: www.arsaevi.org

ArtKiss-Besuch: 23.07.2017

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.

Schon die Preview zur Ausstellung „Utopia“ von Hirofumi Fujiwara war so gut besucht, dass Galeristin Evelyn Drewes Angst um die empfindlichen Skulpturen des japanischen Künstlers hatte.

Fujiwara (8a)

Das große Interesse an den Werken des 31-jährigen Studenten der Kunstakademie Karlsruhe (Klasse Prof. Stephan Balkenhol) war direkt an den roten Punkten abzulesen: 45 Minuten nach Eröffnung der Vernissage waren mehr als die Hälfte der Skulpturen bereits verkauft!

Fujiwara lässt sichvon der Vielfalt der Menschen inspirieren, die ihm in seinem alltäglichen Leben begegnen und ihm in seinen Werken als Motiv dienen. Beim Beobachten dieser facettenreichen Persönlichkeiten geht es ihm weniger um das konkrete Einprägen und die akkurate Reproduktion optischer Merkmale. Der Künstler ist vielmehr auf der Suche nach unterschiedlichen Typen, Charakteren und Persönlichkeitsmerkmalen, die jeden Menschen individuell auszeichnen und welche wiederum aus verschiedenen Perspektiven vielfältig rezipiert und wahrgenommen werden.

Seit einem Jahr beschäftigt sich Hirofumi Fujiwara mit dem Thema „Utopia“. Thematisiert werden weniger Bilder oder Abbilder des Menschen in der Zukunft, vielmehr konstruiert der Künstler Figuren einer Parallelwelt. In Abgrenzung zu seinen früheren Arbeiten verbindet die Skulpturen dieser Werkserie das Element der Verschleierung. Umgesetzt wird dieser Aspekt des Geheimnisvollen durch den Einsatz transparenter Mauern, welche wie ein Schutzwall um die Figuren gebaut werden. Erst bei genauerem Hinsehen kann man das Wesen jeder einzelnen Figur erahnen.

Ausstellungsdauer: 12.09.2015 bis 14.10.2015

Website: www.evelyndrewes.de

ArtKiss-Besuch: 11.09.2015

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Die Kollektion des 1990 eröffneten Musée d’Art Moderne et d’Art Contemporain (MAMAC) in Nizza umfasst etwa 400 Werke aus der Zeit seit den 1960er Jahren. Dazu gehören u.a. Werke der neuen Realisten Yves Klein, César, Arman, Niki de Saint-Phalle und der Pop Art-Künstler Andy Warhol, Tom Wesselmann.

Besonders sehenswert sind die Räume „Nouveau Realisme – Pop Art“, „Niki de Saint Phalle“ und „Yves Klein“:

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Ausstellungsdauer: dauerhaft

Website: www.mamac-nice.org

ArtKiss-Besuch: 29.05.2015

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

 

Pawel Luchowski, Bildhauer, Grafiker und Objektkünstler hat ein besonderes Skulpturenensemble geschaffen. Mit „Bull & Bear“ gestaltete der erfahrene Skulpteur zwei eindrucksvolle Bronzefiguren, die sich im Moment des Kampfes in einer kraftvollen Bewegungsdynamik gegenüberstehen.

Pawel Luchowski - Bull & Bear “THE CONSTANT BATTLE”

Pawel Luchowski – Bull & Bear “THE CONSTANT BATTLE” © KunstKontor

Schon seit Jahrzehnten steht das Symbol von Bulle und Bär, für den täglichen Kampf an den Kapitalmärkten um die bessere Performance, die erfolgreichere Investition, den stärkeren Markteilnehmer. Der Kampfplatz ist die Börse. Der Künstler gibt mit seinem Werk dem nie endenden, wechselhaften Kampf zwischen Optimisten und Pessimisten am Kapitalmarkt ein neues und einzigartiges Gesicht. Der Bulle, der im Kampf seine Gegner von unten nach oben katapultiert, symbolisiert weltweit die aufstrebenden, positiven Märkte. Luchowski fängt die Bewegung des Bären – er verkörpert die sinkenden, sich abwärts entwickelnden Märkte – im Moment eines kraftvollen Prankenschlages nach unten ein.

In der Natur sind Bulle und Bär keine natürliche Feinde, ihr Kampf findet so nicht statt und doch ist er ein Zeichen, das weltweit gekannt und verstanden wird. Genau darin lag für den Künstler die Faszination dieser Skulptur. „Die Herausforderung bestand für mich, die natürliche Bewegung in ihrer Dynamik zu erfassen, den Moment kurz vor dem Aufeinandertreffen“, beschreibt Pawel Luchowski sein Werk. „Man spürt die innere Stärke, ein Drehmoment, das gefährlich wie effektiv sein kann“, so Luchowski weiter.

Die Figuren sind dabei weder rein naturalistisch noch abstrakt umgesetzt. Der Künstler setzt die Gestaltung von Oberfläche und Körperhaltung spannungsvoll zwischen beiden Gestaltungsformen an. „Eine rein abstrakte Umsetzung kam für mich nicht in Frage. Meine Figuren sollen realistisch und im Kampf befindlich wirken. Die Beobachtung der Natur ist für mich wichtige Basis meines Werkes. Und dennoch soll die Skulptur über die natürliche Darstellung hinaus eine weitere Bedeutung haben. Ich möchte Bilder beim Betrachter auslösen, einen Spielraum schaffen. Genauso, wie man mit den Figuren auch wirklich „spielen“ kann, indem man sie nach eigener Sichtweise und Stimmung im Raum aufstellt. Deshalb habe ich auch den Kampfplatz aus Holz geschaffen. Ein Tableau, mit dem jeder individuell umgehen kann.“

Die Bronzen wurden vom Künstler in massiven Vollguss und einem aufwändigen Unikatgussverfahren ausgeführt (Maße Figur Bulle: 40 x 16 x 9 cm, Gewicht: 3,5 kg / Figur Bär: 26 x 12 x 9 cm, Gewicht: 2,9 kg). Die Bronzearbeit ist in 24 Karat vergoldet. Die wertvolle Edition ist exklusiv auf 75 Exemplare limitiert, sowie mit Künstlerstempel und Nummerierung versehen. Die Skulpturen präsentieren sich auf einem Echtholz-Tabelau, ihr Kampfplatz: das Börsenparkett. Ein handgefertigter Holzkubus komplettiert dieses Meisterwerk.

Pawel Luchowski - Bull & Bear “THE CONSTANT BATTLE”

Pawel Luchowski – Bull & Bear “THE CONSTANT BATTLE” © KunstKontor

Website: www.kunstkontor-wiesbaden.com

ArtKiss-Besuch: 28.01.2015

ArtKiss-Wertung:
5 Sterne: Ein Muss. Unbedingt anschauen!

Die dritte Ausgabe der Affordable Art Fair Hamburg zog erneut mehr Besucher an als im Vorjahr: 17.200 Besucher strömten an vier  Tagen in die Messehalle A3. Die Halle bot mehr Platz für mehr Aussteller: Diesmal durften 75 Galerien (2013: 70) Kunstwerke anbieten – und dies auch zu deutlich höheren Preisen. Um satte 50 % hatten die Veranstalter die Schmerzgrenze nach oben gesetzt: 7.500 € durfte ein Kunstwerk maximal kosten.

Affordable Art Fair 2014

Da fragt man sich, ob die ursprüngliche Idee und die kommerzielle Umsetzung nicht langsam arg auseinanderdriften. Denn welche Kunst-Einsteiger investiert mal so eben beim Messebesuch so viel Geld und lässt es sich gleich einpacken wie beim Metzger? Zumal die angebotenen Werke nicht selten von eher fragwürdiger Qualität im Hinblick auf ihren künstlerischen Ansatz waren. Und nicht selten wurde der neue preisliche Rahmen auch ausgeschöpft. Vielleicht auch aus der Not, den wie man hinter den Kulissen hören konnte, ist die Affordable Art Fair für Aussteller nicht unbedingt günstiger als ein vergleichbarer Auftritt auf der Art Cologne oder gar der Art Basel.

Mir persönlich hat ein einstündiger Rundgang bei der Late View (eine sehr begrüßenswerte Idee, dass man bis 22 Uhr die Ausstellung besuchen konnte) ausgereicht, um enttäuscht von Dannen zu ziehen. Zuviel dekorative Kunst, zuviel Look-alike-Ansätze, die man schon kennt.

Jim Avignon - Ich kann keine kunst mehr sehen

Jim Avignon – Ich kann keine kunst mehr sehen

Das Konzept, dass die präsentierten Künstler noch leben müssen, wurde beibehalten. Nur beim im Juli verstorbenen ZERO-Künstler Otto Piene wurde eine Ausnahme gemacht. So wurden sowohl Werke junger, aufstrebender Künstler ausgestellt als auch solche von etablierten Künstlern. Die Preisgrenze sorgte allerdings erneut dafür, dass die gezeigten Kunstwerke eher kleinformatig waren. Auf einer gut mit Besuchern gefüllten Messe kann es nämlich schon anstrengend werden, sich interessante Werke näher zu betrachten.

Otto Piene | ohne Titel | 1971 | 76 x 97 cm | Farbserigrafie. Courtesy: Galerie Pfanne Dreesen

Otto Piene | ohne Titel | 1971 | 76 x 97 cm | Farbserigrafie.
Courtesy: Galerie Pfanne Dreesen

Was mir besonders negativ auffiel: mehrere Galerien hatten zum Teil exakt die gleichen Kunstwerke im Angebot, die auch schon im Jahr zuvor gezeigt wurden. Das ist schwach und darauf sollten die Veranstalter besser achten. Ladenhüter gehören nicht auf eine Messe, die den Anspruch hat, eine gesunde Mischung aus rennomierten Namen und frischen neuen Gesichtern zu zeigen, die inspirieren soll. Immerhin war aber so auch vereinzelt zu beobachten, dass auch Preisanpassungen nach unten stattgefunden haben. Im letzten Jahr hatte ich speziell die marktfernen Preise für Drucke der Pop-Art-Künstler Mel Ramos oder Takashi Murakami kritisiert.

Dem Publikum scheint es aber wieder gefallen zu haben, schließlich lockte die Messe 4 % mehr Besucher an (17.200 nach 16.500 im Vorjahr) und umgesetzt wurde 10 % mehr (2,2 Mio. € nach 2,0 Mio. € 2013).

Messedauer: 13.11.2014 bis 16.11.2014

Website: affordableartfair.com/hamburg

ArtKiss-Besuch: 13.11.2014

ArtKiss-Wertung:
2 Sterne: Wenn man nichts besseres zu tun hat…

Annette Meincke-Nagy - AnsichtenSeltsam still, ohne jegliche Extrovertiertheit, schauen die Skulpturen von Annette Meincke-Nagy durch den Betrachter hindurch und scheinen im Außen kein Interesse zu haben. Die Büsten wirken wie aus einer eigenen Welt. Zeitlos wandeln sie wie Tagträumer durch die (Kunst-)Geschichte. Es entsteht ein geheimnisvolles, faszinierendes Spiel zwischen Distanz und Präsenz. Vielleicht vermitteln die Arbeiten der Künstlerin auch einen kleinen Blick in unseren eigenen Seelenzustand. Die plastischen Bildfindungen sind eine Hommage an die Schönheit und Würde der menschlichen Erscheinung.

Annette Meincke-Nagy studiert Gesichter in ihrer eigenen Umgebung und führt die Ästhetik alter Meister der Portraitmalerei fort. Die Künstlerin hat bei Almut Heise und Friedrich Einhoff studiert und widmete sich – beeinflusst von ihren Dozenten – plastischen Arbeiten.

Der stilprägende Einfluss ihrer Werke ist auf  die Malerei – Portraits der Renaissance – zurückzuführen. Die Bilder von Simonetta Vespucci beispielsweise sind bekannt und nicht allein Botticelli wurde von ihrer Schönheit und Reinheit inspiriert zu seinen Gemälden. Auch Künstler wie der er Holzbildhauer Katsura Funakoshi oder Max Beckmann inspirieren die Bildhauerin auf unterschiedliche Weise.

Ausstellungsdauer: 30.08.2014 bis 25.10.2014

Website: www.holthoff-mokross.com

ArtKiss-Besuch: 06.09.2014

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Das Ernst Barlach Museum Wedel zeigt noch bis Ende April rund 80 Gemälde, Skulpturen, Bücher und Texte des Künstlers, die einen weitgehenden Überblick über das Kunstschaffen von Markus Lüpertz ermöglichen.

Markus Lüpertz zählt zu den bekanntesten und einflussreichsten deutschen Künstlern der Gegenwart. Seine häufig überdimensionalen Bilder und Skulpturen zeichnen sich durch geheimnisvolle Suggestivkraft und archaische Monumentalität aus und wurden oft als eine spezifische Form des deutschen Neoexpressionismus bezeichnet – eine Zuschreibung, gegen die sich Lüpertz immer wieder zur Wehr gesetzt hat, weil er sich und sein Werk nicht formal begreift, sondern als Durchgangsstation zum Geschichtsmythos verstanden wissen will. Kunst ist Weltzugang und Weltdeutung zugleich für den Künstler, dem es auch gefällt, wenn man ihn falsch versteht, da es ihn dazu herausfordert, einmal mehr sein Genie unter Beweis zu stellen.

In intensiver Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte malt Lüpertz bis zum Ende der 70er Jahre überwiegend symbolträchtige Motive wie Stahlhelme, Schaufeln, Streitwagen und Fahnen in monumentalen Formaten und weist damit auf die nicht bewältigte Vergangenheit hin. Assoziationen an Nationalsozialismus und Krieg werden heraufbeschworen, aber die ehemaligen Symbole der Macht sind durch die Pinselführung und erdig-gedeckte Farbwahl des Malers ihrer Aura beraubt. Bis Mitte der 80er Jahre folgt die Phase der„Stil-Malerei“, die sich von gegenständlichen Motiven fast völlig befreit und im ungehemmten Spiel mit flächen- und volumenbildenden Formen neue malerische Wege beschreitet. Neben der Beschäftigung mit den französischen Malern Corotund Poussin beginnt ab Mitteder 80er Jahre die bis heute fortdauernde Auseinandersetzung mit Themen der klassischen Antike in der Malerei und der Skulptur. Zwischen 1993 und 1997 malt Lüpertz die Bildfolge „Männer ohne Frauen – Parsifal“, die sich in Anlehnung an die letzte Oper Richard Wagners ausschließlich einem Thema widmet: Erlösung von der ewigen Versuchung und der von Männerphantasien dominierten Welt.

In seinen Skulpturen sucht Lüpertz die Einfachheit des Archaischen, wobei er überwiegend die traditionellen Methoden des Bronzegusses einsetzt. Auch wenn er in seinen plastischen Arbeiten bewusst das Abgründige, das Versehrte und das Unvollkommene in der menschlichen Figur aufzeigt, so tragen die nach antikem Vorbild farbig bemalten Bronzen noch immer die Erinnerung des Erhabenen und Vollkommenen in sich.

Ausstellungsdauer: 26.01.2014 bis 27.04.2014 (verlängert bis 15.06.2014)

Website: www.ernst-barlach.de

ArtKiss-Besuch: 16.02.2014

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Nachdem die Affordable Art Fair 2012 erfolgreich gestartet war, wagten die Veranstalter der (einzigen) deutschen Variante dieses Messekonzepts eine Fortsetzung.  Mitte November stellten 70 Galerien aus dem In- und Ausland in der Hamburg Messe Gemälde, Grafiken, Skulpturen und Fotografien aus bzw. boten diese zum Kauf an.

Das Konzept der Messe sieht vor, dass die Kunstwerke maximal 5.000 € kosten dürfen und das die Künstler noch leben müssen. So wurden sowohl Werke junger, aufstrebender Künstler ausgestellt als auch solche von etablierten Künstlern.

Die Messebesucher konnten die Werke gleich einpacken lassen und mitnehmen. Von diesem Angebot wurde auch ausführlich Gebrauch gemacht: Die 16.500 Besucher kauften Kunst für 2 Mio. €.

Was den informierten Besucher allerdings an manchen Messeständen überraschte : Die Kunstwerke waren zwar „affordable“, wurden allerdings teilweise deutlich über dem sonst üblichen Marktpreis angeboten. Gerade für Drucke der Pop-Art-Künstler Mel Ramos oder Takashi Murakami wurden Preise aufgerufen, die von Galerien (auch in Hamburg) um mehr als 50 % (!) unterboten werden. Das war das einzige negative Aspekt der Messe.

Messedauer: 14.11.2013 bis 17.11.2013

Website: affordableartfair.com/hamburg

ArtKiss-Besuch: 16.11.2013

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!