Mit ‘Skulptur’ getaggte Beiträge

Auch in diesem Jahr wurden den Besuchern der Affordable Art Fair von 75 nationalen und internationalen GalerienMalerei, Grafik, Skulptur und Fotografie bis zu einer Preisobergrenze von 7500 € präsentiert. Werke junger, aufstrebender Künstler hingen neben großen Namen etablierter Positionen.

Annette Meincke-Nagy

Annette Meincke-Nagy am Stand der Holthoff-Mokross Galerie

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Hirofumi Fujiwara und Lev Khesin (mitte)

In der Hamburg Section erwarte die Besucher eine kuratierte Sonderschau mit Werken von sechs Hamburger Galerien.

Messedauer: 10.11.2016 bis 13.11.2016

Website: affordableartfair.com/hamburg

ArtKiss-Besuch: 12.11.2016

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Schon die Preview zur Ausstellung „Utopia“ von Hirofumi Fujiwara war so gut besucht, dass Galeristin Evelyn Drewes Angst um die empfindlichen Skulpturen des japanischen Künstlers hatte.

Fujiwara (8a)

Das große Interesse an den Werken des 31-jährigen Studenten der Kunstakademie Karlsruhe (Klasse Prof. Stephan Balkenhol) war direkt an den roten Punkten abzulesen: 45 Minuten nach Eröffnung der Vernissage waren mehr als die Hälfte der Skulpturen bereits verkauft!

Fujiwara lässt sichvon der Vielfalt der Menschen inspirieren, die ihm in seinem alltäglichen Leben begegnen und ihm in seinen Werken als Motiv dienen. Beim Beobachten dieser facettenreichen Persönlichkeiten geht es ihm weniger um das konkrete Einprägen und die akkurate Reproduktion optischer Merkmale. Der Künstler ist vielmehr auf der Suche nach unterschiedlichen Typen, Charakteren und Persönlichkeitsmerkmalen, die jeden Menschen individuell auszeichnen und welche wiederum aus verschiedenen Perspektiven vielfältig rezipiert und wahrgenommen werden.

Seit einem Jahr beschäftigt sich Hirofumi Fujiwara mit dem Thema „Utopia“. Thematisiert werden weniger Bilder oder Abbilder des Menschen in der Zukunft, vielmehr konstruiert der Künstler Figuren einer Parallelwelt. In Abgrenzung zu seinen früheren Arbeiten verbindet die Skulpturen dieser Werkserie das Element der Verschleierung. Umgesetzt wird dieser Aspekt des Geheimnisvollen durch den Einsatz transparenter Mauern, welche wie ein Schutzwall um die Figuren gebaut werden. Erst bei genauerem Hinsehen kann man das Wesen jeder einzelnen Figur erahnen.

Ausstellungsdauer: 12.09.2015 bis 14.10.2015

Website: www.evelyndrewes.de

ArtKiss-Besuch: 11.09.2015

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Schon Anfang Februar hat ArtKiss die Arbeiten von Jens-Ole Remmers vorgestellt (Part I), nun hat Evelyn Drewes die Ausstellung bis Mai verlängert und zeigt Part II der bunten Collagen aus vielen kleinen Marken-Logos:

Die Ausstellung ist gleichzeitig Teil des „Gallery Weekends“ der Gale­rien im Kontorhausviertel („Sai­son­er­öff­nung„), an dem die teilnehmenden Galerien Samstag und Sonntag (21. und 22. März 2015) von 12-17 Uhr ihre Pforten für Kunstinteressierte öffnen und zu Galerieführungen und Künstlergesprächen einladen. Ein Besuch lohnt sich!

Ausstellungsdauer: 21.03.2015 bis 02.05.2015

Website: www.evelyndrewes.de

ArtKiss-Besuch: 20.03.2015

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Pawel Luchowski, Bildhauer, Grafiker und Objektkünstler hat ein besonderes Skulpturenensemble geschaffen. Mit „Bull & Bear“ gestaltete der erfahrene Skulpteur zwei eindrucksvolle Bronzefiguren, die sich im Moment des Kampfes in einer kraftvollen Bewegungsdynamik gegenüberstehen.

Pawel Luchowski - Bull & Bear “THE CONSTANT BATTLE”

Pawel Luchowski – Bull & Bear “THE CONSTANT BATTLE” © KunstKontor

Schon seit Jahrzehnten steht das Symbol von Bulle und Bär, für den täglichen Kampf an den Kapitalmärkten um die bessere Performance, die erfolgreichere Investition, den stärkeren Markteilnehmer. Der Kampfplatz ist die Börse. Der Künstler gibt mit seinem Werk dem nie endenden, wechselhaften Kampf zwischen Optimisten und Pessimisten am Kapitalmarkt ein neues und einzigartiges Gesicht. Der Bulle, der im Kampf seine Gegner von unten nach oben katapultiert, symbolisiert weltweit die aufstrebenden, positiven Märkte. Luchowski fängt die Bewegung des Bären – er verkörpert die sinkenden, sich abwärts entwickelnden Märkte – im Moment eines kraftvollen Prankenschlages nach unten ein.

In der Natur sind Bulle und Bär keine natürliche Feinde, ihr Kampf findet so nicht statt und doch ist er ein Zeichen, das weltweit gekannt und verstanden wird. Genau darin lag für den Künstler die Faszination dieser Skulptur. „Die Herausforderung bestand für mich, die natürliche Bewegung in ihrer Dynamik zu erfassen, den Moment kurz vor dem Aufeinandertreffen“, beschreibt Pawel Luchowski sein Werk. „Man spürt die innere Stärke, ein Drehmoment, das gefährlich wie effektiv sein kann“, so Luchowski weiter.

Die Figuren sind dabei weder rein naturalistisch noch abstrakt umgesetzt. Der Künstler setzt die Gestaltung von Oberfläche und Körperhaltung spannungsvoll zwischen beiden Gestaltungsformen an. „Eine rein abstrakte Umsetzung kam für mich nicht in Frage. Meine Figuren sollen realistisch und im Kampf befindlich wirken. Die Beobachtung der Natur ist für mich wichtige Basis meines Werkes. Und dennoch soll die Skulptur über die natürliche Darstellung hinaus eine weitere Bedeutung haben. Ich möchte Bilder beim Betrachter auslösen, einen Spielraum schaffen. Genauso, wie man mit den Figuren auch wirklich „spielen“ kann, indem man sie nach eigener Sichtweise und Stimmung im Raum aufstellt. Deshalb habe ich auch den Kampfplatz aus Holz geschaffen. Ein Tableau, mit dem jeder individuell umgehen kann.“

Die Bronzen wurden vom Künstler in massiven Vollguss und einem aufwändigen Unikatgussverfahren ausgeführt (Maße Figur Bulle: 40 x 16 x 9 cm, Gewicht: 3,5 kg / Figur Bär: 26 x 12 x 9 cm, Gewicht: 2,9 kg). Die Bronzearbeit ist in 24 Karat vergoldet. Die wertvolle Edition ist exklusiv auf 75 Exemplare limitiert, sowie mit Künstlerstempel und Nummerierung versehen. Die Skulpturen präsentieren sich auf einem Echtholz-Tabelau, ihr Kampfplatz: das Börsenparkett. Ein handgefertigter Holzkubus komplettiert dieses Meisterwerk.

Pawel Luchowski - Bull & Bear “THE CONSTANT BATTLE”

Pawel Luchowski – Bull & Bear “THE CONSTANT BATTLE” © KunstKontor

Website: www.kunstkontor-wiesbaden.com

ArtKiss-Besuch: 28.01.2015

ArtKiss-Wertung:
5 Sterne: Ein Muss. Unbedingt anschauen!

Ivan Lardschneider in seinem Atelier © Ivan Lardschneider

Ivan Lardschneider in seinem Atelier
© Ivan Lardschneider

Ivan Lardschneider

geboren 1976 in Bozen
Website: www.ivanart.it
E-mail: info@ivanart.it
Galerien: Per Capita (Modena) , iSculpture (San Gimignano), Ca‘ D’oro (Rom/Miami/New York), Reinhard & Partner (Hamburg), Just Art (Rhode Islands), Lena & Roselli (Budapest)


Ivan, was ist für Dich Kunst?

Kreativ sein, und etwas zu schaffen, das noch niemand gemacht hat.

Ivan Lardschneider - Golden Goal (Ausstellungsansicht, Detail)

Ivan Lardschneider – Golden Goal
(Ausstellungsansicht, Detail)

Wie erlebst Du Deine Sammler?

Manche sind ganz baff von meinen Werken – vor allem wenn Sie hören, was ich mir bei der Erstellung des Werks gedacht habe.

Was ist für Dich eine gute Galerie?

Eine gute Galerie muss den Künstler fördern. Wichtig ist, dass der Künstler die Möglichkeit hat, an einer oder mehreren Ausstellungen im Jahr oder auch an internationalen Kunstmessen mitzuwirken. Eine gute Galerie sollte nicht nur die Werke verkaufen, sondern den Künstler in verschiedenen Medien promoten.

Deine Meinung zum Thema „Kunst und Kunstmarkt“?

Das ist sehr schwierig. Es ist schwer zu verstehen, wieso manche Werke verkauft werden und andere nicht. Es hängt viel vom Kurator und vom Galeristen ab.

Ist Kunst Leidenschaft und/oder Investment?

Ich würde sagen, ein Investment. Nicht nur finanziell, sondern auch kulturell. Man lernt ja auch etwas, wenn man ein Werk kauft, es steht immer jemand dahinter.

Künstler – ein Traumberuf?

Ja!

Welchen Kunst-Traum hättest Du gerne erfüllt?

Dass ich einen meiner schweren Köpfe in überdimensionaler Größe, z.B. 2-3 Meter groß machen darf. Dazu braucht es aber einmal den Kaufer sonst kann ich das mir nicht leisten diese Werk zu machen.

Was ist Dein Lieblingskunstwerk?

Mein „Schwerer Kopf“.

Ivan Lardschneider - Schwerer Kopf, 2006, 87 cm © Ivan Lardschneider

Ivan Lardschneider – Schwerer Kopf, 2006, 87 cm
© Ivan Lardschneider

Was ist Deine Lieblingsfarbe?

Rot, Gold und Weiß.

Lieber Ivan, vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

 

Die P/ART bezeichnet sich als eine Produzentenkunstmesse für unabhängige Künstler und Künstlerinnen und als eine Plattform für die Verschmelzung von Kunsthandel und Kunstdiskurs. Wer sich genau als „unabhängiger“ Künstler bezeichnen darf, bleibt unklar – auf jeden Fall werden einige der ausstellenden Künstler auch von Galerien vertreten.

Nachdem die P/ART im vergangenen Jahr im Hamburger Kolbenhof stattfand, wurde die P/ART 14 auf einer 4000 qm großen, brachliegenden Industriefläche in unmittelbarer Nachbarschaft der Sammlung Falkenberg ausgerichtet. Bespielt wurden zwei denkmalgeschütze Gebäude aus dem Jahr 1905 auf dem Werksgelände der Phoenixhallen. Ein Ausstellungsrundgang führte die Besucher durch die verschiedenartig ausgebauten Hallen. Die Location wirkte allerdings sehr heruntergekommen und teilweise konnte man nicht unterscheiden, ob es sich um ausgestellte Kunst oder Überbleibsel der einstigen Fabrik handelte.

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Insgesamt war die Qualität der meisten Kunstwerke – mit wenigen Ausnahmen – eher mäßig. Das überraschte, da der Veranstalter doch mit einer Jury unter 600 Bewerbungen 80 Künstler ausgewählt hatte, die ihre Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Skulptur, Installation, Performance, Fotografie und Film präsentieren durften. Da Besucher die Kunstwerke nicht nur betrachten, sondern auch kaufen konnten, zeigten die nur sehr vereinzelt zu findenden Punkte, dass die weit überwiegende Mehrheit der Kunstwerke wieder zurück in die Ateliers bzw. Galerien gebracht werden mussten. Das kann aber auch ein den teilweise üppigen Preisen gelegen haben, mit denen die Werke ausgezeichnet waren.

Ausstellungsdauer: 11.09.2014 bis 14.09.2014

Website: www.producersartfair.com

ArtKiss-Besuch: 14.09.2014

ArtKiss-Wertung:
2 Sterne: Wenn man nichts besseres zu tun hat…

Wie im letzten Blog-Post berichtet, durfte ArtKiss beim sogenannten „Collectors‘ Cocktail“ der CCA&A Gallery im Galeriehaus Sprinkenhof in Hamburg vorab einen Blick in die Ausstellung werfen. Unter anderem ist dabei die Skulptur „Golden Goal“ von Ivan Lardschneider aufgefallen:

Man könnte meinen, mit der Skulptur (Lindenholz und Blattgold, 57 cm hoch – Figur 40 cm/Sockel 17 cm) feiert der Italiener Lardschneider den Gewinner der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und Mario Götze. Die für den Künstler typischen Legosteine sind nämlich in den Nationalfarben Deutschlands angemalt. Es heißt, Ivan Lardschneider wurde vom CCA&A-Galeristen Dennis Reinhardt zu diesem Werk inspiriert, der während der WM sagte: „Mach doch mal ein Golden Goal!“. Die Figur steht derzeit als Solist in den Ausstellungsräumen im Sprinkenhof und wirbt für die Berliner Liste, auf der CCA&A vom 18.-21.09.2014 eine Solo-Show („100 Goldene Sachchen“) des Berliner Malers Constantin Schroeder ausstellen wird.

Dem 1976 in Bozen geborenen Künstler Lardschneider wurde die Liebe zur Bildhauerei und zum Werkstoff Holz bereits in die Wiege gelegt.  Auf dem elterlichen Hof war das Schnitzen ein Teil der Alltagskultur. Bei Lardschneider wurde daraus Passion – der Schüler von Aron Demetz stellt seit 2005 seine Werke aus und ist inzwischen international vertreten.

Ausstellungsdauer: 06.-07.09.2014 und 09.-14.09.2014

Website: www.ccaa-gallery.de

ArtKiss-Besuch: 05.09.2014

Ottmar Hörl: Goethe-Installation, 2014, Frankfurt/Main Foto: Georg Stelzner

Ottmar Hörl: Goethe-Installation, 2014, Frankfurt/Main Foto: Georg Stelzner

Seit vielen Jahren überrascht der international berühmter Konzeptkünstler Ottmar Hörl die Welt mit verblüffenden plastischen Konzepten, basierend auf der Maxime „Skulptur als Organisationsprinzip“. Seine Vision: Möglichst viele Menschen in einen kulturellen Diskurs miteinbeziehen.

Hörl ist nicht nur Künstler sondern auch Professor für Bildende Kunst und Präsident der Akademie für Bildende Kunst in Nürnberg. Er hat – wie Johann Wolfgang von Goethe – in Frankfurt gelebt. So studierte er an der Städel Schule, der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste. Zahlreiche seiner Werke prägen die Main-Metropole, darunter die weltweit in den Medien präsente „Euro-Skulptur“.

Jüngst hat er anlässlich des 100. Geburtstags der Goethe-Universität in Frankfurt am Main mit einer temporären Kunst-Installation aus 400 Goethe-Figuren die Grünfläche auf dem Campus Westend vor dem Haupteingang des IG Farben-Hauses in eine Identität stiftende, bildstarke, kommunikative Großskulptur verwandelt.

Jeweils 100 Exemplare aus Kunststoff, 107 cm hoch, symbolisieren in vier verschiedenen Farben (enzianblau, purpurrot, honiggelb und türkisgrün) die historischen Fakultäten der Universität. Goether beschäftigte sich auch intensiv mit Farben und verfasste das Werk „Zur Fabenlehre“. Dieses Werk ist die Grundlage für den Begriff „Farbenlehre„.

Als Absolvent der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät habe ich mir eine signierte türkisgrüne Skulptur gegönnt:

Ottmar Hörl - Goethe, 2014

Ottmar Hörl – Goethe, 2014

Ausstellungsdauer: 11.06.2014 bis 21.07.2014

Website: www.ottmarhoerl.de

Galerie Thaddaeus Ropac, Villa Kast, Salzburg

Galerie Thaddaeus Ropac, Villa Kast, Salzburg

Die Galerie Thaddaeus Ropac zeigt in der Salzburger Villa Kast ihre vierte Einzelausstellung des britischen Bildhauers Richard Deacon, der zu den bedeutendsten britischen Bildhauern der Gegenwart.

Seine existenzielle Auseinandersetzung mit Raum und Form ermöglicht eine grundlegend neue Blickweise. Entscheidend ist sein physischer Umgang mit den verschiedensten Materialien. Seine wellenförmig geschwungenen Skulpturen mit ihren rhythmischen Verflechtungen oder die biomorph anmutenden Raumkörper zählen zu den vielschichtigsten Werken der modernen Bildhauerei. Bereits die Anfänge seiner Karriere waren von Experimenten mit unterschiedlichen Materialien und künstlerischen Ausdrucksformen geprägt, die Performance, Fotografie und Zeichnung umfassten. Charakteristisch für seine Arbeit ist das tiefe Interesse an der spezifischen Materialität seiner verwendeten Werkstoffe, die so verschieden sind wie laminiertes Holz, Beton, PVC, Edelstahl und Keramik. Deacons Skulpturen erscheinen als komplexe Lineamente, rhythmische Verflechtungen oder organische Körper und beeindrucken durch die außergewöhnliche Durchdringung von Form, Oberfläche und Raum.

Richard Deacon begann Ende 1999 in einer Kölner Werkstatt mit dem Material Keramik zu arbeiten. In Salzburg zeigt Ropac vier rätselhafte biomorphe Skulpturen aus diesem Material, die vielfarbig gefasst und mit einer prächtigen Glasur versehen wurden.

Die Keramikskulpturen treffen in der Ausstellung auf sechs pulverbeschichtete Edelstahlskulpturen in leuchtenden Farben aus dem Zyklus Alphabet, die in ihrer Strenge, Klarheit und grafischen Ästhetik einen Gegensatz zur wabernden Oberfläche der Keramikskulpturen bilden. Sie sind aus mehreren fünf- bis siebeneckigen Feldern zusammengesetzt, die jeweils wie Bienenwaben oder Segmente eines Spinnennetzes aneinander anschließen. Die Objekte lehnen an der Wand, berühren den Boden und bilden eine Mischform zwischen Wandzeichnung, Relief und freistehender Skulptur. Im Mittelpunkt steht dabei das Spiel mit positiver und negativer Form aus dem Verständnis heraus, dass eine Skulptur nicht nur durch ihre Oberfläche, sondern vor allem durch ihre Zwischenräume definiert wird.

Deacons Skulpturen reflektieren häufig die materielle Welt des alltäglichen Lebens; Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs liefern den Anstoß, über bestimmte Strukturen und Formen nachzudenken.

Ausstellungsdauer: 25.01.2014 bis 05.04.2014

Website: www.ropac.net

ArtKiss-Besuch: 27.02.2014

Sie sind so klein, dass man sie einfach einatmen könnte – die Skulpturen des englischen Bildhauers Willard Wigan. Ihm selbst ist das schon passiert. Die Wolkenkratzer, Bäume, Figuren und Märchenszenen sind weniger als 0,005 Millimeter groß. Daher sind in der Ausstellung Mikroskope vorbereitet, damit man die extrem faszinierenden Mini-Kunstwerke sehen und bestaunen kann.

Winzig auch Wigans Usain Bolt, schnellster Mann der Welt, in seiner berühmten Siegerpose. Schon als Kind faszinieren ihn Ameisen, er baut für sie Häuser. Mit Inneneinrichtung. Maßstabsgetreu.

Die Idee zu seinen heutigen Kunstwerken kommt ihm, als er einen Bibelspruch hört: „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als ein Reicher ins Himmelreich kommt.“ Das stachelt Wigans Ehrgeiz an. Mit Hilfe eines Mikroskops schafft er am Ende etwas Unglaubliches: Durch sein Nadelöhr passt eine ganze Karawane – neun Kamele aus Teppichfasern. Stillhalten ist hier die größte Gabe – jahrelanges Training die Voraussetzung. Sogar das Echo vom Verkehr draußen kann seine Arbeit beeinträchtigen. Darum zieht er sich an ruhige Orte zurück oder arbeitet nachts. Um seine Mikroskulpturen zu perfektionieren, lernt Wigan Herzschlag und Puls zu kontrollieren. Dafür trainiert er wie ein Spitzensportler. Besonders filigrane Arbeiten erledigt er in den anderthalb Sekunden zwischen zwei Herzschlägen, den Pulsschlag im Finger benutzt er wie einen Presslufthammer. Und nachdem er aus Versehen schon mal Alice (im Wunderland) inhaliert hat, achtet er präzise auf seine Atmung. Er selbst nennt es: „death man working“. Sein Spezialwerkzeug baut er sich selbst – aus Nadeln mit Rubin- und Diamantsplittern. Als Pinsel benutzt der die Wimpern vom äußeren Ende seines Augenlides. Für seine Figuren und Szenerien verarbeitet der 56-jährige Künstler Materialien wie Gold, Teppichfasern, Reste von Nylonetiketten und Kabelbindern. Die Skulpturen erzielen auf dem Kunstmarkt mittlerweile astronomische Preise.

Der Startschuss für die ungewöhnliche Karriere fällt vor über 50 Jahren: Als Wigan mit fünf Jahren in die Schule kommt, hat er es schwer. Er leidet an Legasthenie, wird von Mitschülern und Lehrern gehänselt. Er zieht sich zurück in eine eigene Welt und baut dort für Ameisen ganze Wohnkomplexe mit Mobiliar und Ausstattung. Er glaubt, dass wenn man sein Werk nicht sehen kann, es auch nicht kritisiert werden kann. Oft beschrieben als „nichts“, nimmt sich Wigan vor, der Welt zu zeigen, dass „nichts“ nicht existiert. „Meine Arbeit ist eine Reflexion meiner selbst“, sagt Wigan. „Ich möchte der Welt zeigen, dass die kleinen Sachen die größten Dinge sein können. In der Schule konnte ich mich nicht ausdrücken und ich habe mich wie ein niemand gefühlt. Ich wollte mit dieser Welt experimentieren, die wir nicht sehen können.“ Von da an fesselt ihn die Welt der Miniaturen. Er stellt sich fortwährend neuen Herausforderungen, um Dinge immer noch kleiner zu machen.

In einem TED-Beitrag, der auch in der Ausstellung „Kleine Welten“ gezeigt wird, erklärt Willard Wigan seinen Weg zur Kunst und wie er seine Skulpturen herstellt – sehenswert!


Ausstellungsdauer: 08.12.2013 bis 16.03.2014

Website: www.mkg-hamburg.de

ArtKiss-Besuch: 01.01.2014

ArtKiss-Wertung:
5 Sterne: Ein Muss. Unbedingt anschauen!