Mit ‘Retrospektive’ getaggte Beiträge

Peter Keetman: Rohre, 1958 (Ausschnitt). © Stiftung F.C. Gundlach

In seinem 100. Geburtsjahr 2016 wird das herausragende fotografische Lebenswerk Peter Keetmans (1916–2005) mit einer Retrospektive erstmals in seiner ganzen Vielfalt vorgestellt. Kennzeichnend für Keetmans Schaffen ist die stetige und schöpferische Auseinandersetzung mit den Gestaltungsmöglichkeiten der Kamera – experimentierend, formal abstrahierend, suchend nach gestalteter Präzision und nach einer lebendigen Fotografie.

Für Ausstellungsansichten auf Flickr hier klicken.

Die Retrospektive zeigt nicht nur die Laufbahn eines Fotografen, sondern auch die vielgestaltige Karriere des Mediums Fotografie zwischen freiem künstlerischem Schaffen und den Gebrauchsformen der Fotografie. Sie lässt den Besucher einen der wichtigsten deutschen Fotografen der Nachkriegszeit neu entdecken.

 

Ausstellungsdauer: 17.11.2016 bis 12.02.2017

Website: www.deichtorhallen.de

ArtKiss-Besuch: 29.12.2016

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.

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Es ist die erste Retrospektive zu Sigmar Polke (1941-2010) in Italien, die derzeit im Palazzo Grassi in Venedig gezeigt wird. Sie erstreckt sich mit fast neunzig Werken (vor allem aus der Sammlung von François Pinault) über die gesamten Laufbahn des Künstlers von 1960er Jahren bis in die 2000er Jahre.

Mit der Ausstellung werden zwei Anlässe gefeiert: der 10. Jahrestag der Wiedereröffnung des Palazzo Grassi von François Pinault und der 30. Jahrestag von Sigmar Polke die Teilnahme an der Biennale in Venedig 1986, als er mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde.

 

Ausstellungsdauer: 07.04.2016 bis 06.11.2016

Website: www.palazzograssi.it

ArtKiss-Besuch: 23.07.2016

ArtKiss-Wertung:
5 Sterne: Ein Muss. Unbedingt anschauen!

 

 

Erró wurde 1932 in Island als Guðmundur Guðmundsson geboren und lebt seit 1958 in Paris. Bis 1967 trug er den Künstlernamen Ferró, bis er diesen nach einem siebenjährigen Rechtsstreit mit dem französischen Maler Gabriel Ferraud („Ferró“ und „Ferraud“ klingen in der französischen Aussprache exakt gleich) in Erró.

Erró - Science-Fiction Scape, 1992, 286 x 1320 cm, Glycerophtalische Farbe auf Leinwand, Collection Listasafn Reykjavfkur

Erró – Science-Fiction Scape, 1992, 286 x 1320 cm, Glycerophtalische Farbe auf Leinwand, Collection Listasafn Reykjavfkur

Im Vorgriff auf den schier unendlichen Informations- und Bilderfluss, der im Internet zu finden ist, galt Errós Interesse von Anfang an in dieser Fülle von Bildern. Er erfand neue Erzählformen in der Kunst dafür: Mit Collagen und Gemälden entwarf er eine visuelle und kritische Art, die gegen alle bisherigen Formen des Wissens, reich an Farbe und Witz, Exzess und Mehrdeutigkeit, allen zugänglich ist.

Das macLYON zeigt auf einer 3000 m² großen Ausstellungsfläche auf drei Etagen eine große und tolle Retrospektive. Mit mehr als 500 Werken, betehend aus Collagen, Performances, Filme, Aquarelle, Gemälde und Zeichnungen aus öffentlichen und privaten Sammlungen aus ganz Europa, wird die Arbeit von Erró, dem ersten Geschichtenerzähler in der Kunstgeschichte, gewürdigt.

Virtueller Ausstellungsbesuch

Ausstellungsdauer: 03.10.2014 bis 22.02.2015

Website: www.mac-lyon.com

ArtKiss-Besuch: 08.01.2015

ArtKiss-Wertung:
5 Sterne: Ein Muss. Unbedingt anschauen!

Gianfranco Baruchello: Certain Ideas. RetrospektiveDie Deichtorhallen Hamburg zeigen in der Sammlung Falckenberg gemeinsam mit dem ZKM/Karlsruhe die erste große Retrospektive des 89-jährigen italienischen Künstlers Gianfranco Baruchello in Deutschland. Baruchellos Arbeiten waren unter anderem mehrfach auf der Biennale in Venedig (zuletzt 2013) und der dOCUMENTA (1977 und 2012) zu sehen, sind aber im deutschsprachigen Raum bisher wenig bekannt.

Die Ausstellung zeigt knapp 150 Werke von 1957 bis 2014, darunter auch Filme und raumgreifende landwirtschaftliche Kunstprojekte wie das Giftpflanzenbeet.

Baruchellos künstlerische Handschrift gründet auf der Spannung zwischen ausgeschnittenen Bildelementen und Wortfetzen, zwischen dreidimensionalen Objekten und der reinen Malerei, mit der er seine Werke teilweise oder auch vollständig überdeckt. Seine Bildwelten konstituieren sich in den Leerräumen zwischen handschriftlicher Zeichnung und figurativer Enzyklopädie.

Impudique Venus, 1979. Mixed media on two layers of plexiglass (8 mm each) on cardboard, aluminum. 40.5x40.5x6.5 cm. Fondazione Baruchello, Rome. © Gianfranco Baruchello

Impudique Venus, 1979. Mixed media on two layers of plexiglass (8 mm each) on cardboard, aluminum. 40.5×40.5×6.5 cm. Fondazione Baruchello, Rome. © Gianfranco Baruchello

1924 in Livorno geboren, widmete sich Gianfranco Baruchello nach einem Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften und einer Anstellung in der Gesellschaft zur chemisch-biologischen Erforschung und Produktion erst Ende der 50er Jahre der Kunst. Er experimentierte mit der Leinwand als Bildträger und komponierte Objekte mit recycelten gefundenen Materialien, ab 1962 entstanden Bilder auf großen Leinwänden. Auf weißen Oberflächen platziert Baruchello sporadische Farbspuren, vage Formen und einzelne Linien. In diesen Jahren lernt Baruchello auch Marcel Duchamp kennen, mit dem ihn eine lange Freundschaft verbindet.

Déserteur de la Légion [Deserter from the Légion], 1974 Mixed media, cardboard, blue jeans, 1964 pocket diary, small wooden ladders, notebook, objects, wood, glass. 50x70x16 cm. Fondazione Baruchello, Rome. © Gianfranco Baruchello

Déserteur de la Légion [Deserter from the Légion], 1974 Mixed media, cardboard, blue jeans, 1964 pocket diary, small wooden ladders, notebook, objects, wood, glass. 50x70x16 cm. Fondazione Baruchello, Rome. © Gianfranco Baruchello

Baruchellos Tendenz, sich mit seiner Kunst zunehmend von jeglicher unmittelbaren Interpretierbarkeit zu lösen, verstärkt sich im Laufe der sechziger Jahre, indem er seinen Gemälden mehr und mehr dreidimensionale Elemente und Collagen beifügt: Winzige Figürchen, kleine Objekte, Werkzeuge und Maschinenteile, Zeitungsausschnitte, Landkartenfetzen, Druckgrafiken. Die konsequente Weiterentwicklung mündet in den Schaukästen-Assemblagen, die Baruchello mit zusammengeklebten und aufgestellten Papierfigurinen belebt oder mit Landkartenausschnitten tapeziert.

Ausstellungsdauer: 14.06.2014 bis 28.09.2014

Website: www.deichtorhallen.de

ArtKiss-Besuch: 14.09.2014

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Lucio Fontana - RetrospektiveDas Museum für Moderne Kunst der Stadt Paris zeigt derzeit eine der größten Retrospektiven von Lucio Fontana (1899-1968). Als einer der großen Visionäre des zwanzigsten Jahrhunderts, hat seine Arbeit mehrere Generationen von Künstlern beeinflusst. Das Museum zeigt mehr als 200 Skulpturen, Gemälde, Keramiken und Installationen, um einen Überblick über Fontanas Karriere und seinen einzigartigen, sich stets ändernden Stil zu bieten.

Die chronologische Ausstellung deckt das gesamte Schaffen Fontanas von den späten 1920er Jahren bis zu seinem Tod im Jahr 1968 ab, zeigt alle seine großen Zyklen. In der Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit der Fondazione Lucio Fontana organisiert wurde,  fehlen natürlich auch die berühmten geschlitzten Leinwände nicht. Sie wurden zu Ikonen der modernen Kunst.

Lucio Fontana - Concetto spaziale

Lucio Fontana – Concetto spaziale

Ausstellungsdauer: 25.04.2014 bis 24.08.2014

Website: www.mam.paris.fr

ArtKiss-Besuch: 27.06.2014

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Emil Nolde. RetrospektiveDas Städel Museum widmet sich noch bis zum 15. Juni 2014 in einer umfangreichen Ausstellung dem Schaffen eines der bedeutendsten deutschen Expressionisten, Emil Nolde (1867–1956). Obwohl in zahlreichen thematischen Sonderausstellungen vertreten, wurde Noldes Werk in Deutschland seit 25 Jahren nicht mehr in einer Retrospektive gewürdigt. Zu sehen sind rund 140 Arbeiten, darunter Meisterwerke wie Frühling im Zimmer (1904), Das Leben Christi (1911/12) oder Kerzentänzerinnen (1912), aber auch einige bisher nicht außerhalb von Seebüll gezeigte Gemälde und Grafiken des Künstlers.

Die Werkauswahl reicht von expressionistischen Landschaften über rauschende Berliner Nachtszenen und exotische Südseemotive bis hin zu religiösen Darstellungen. Einer lockeren Chronologie folgend, umfasst die Retrospektive Gemälde, Aquarelle und Druckgrafiken aus allen Schaffensphasen des Künstlers, die auf beiden Stockwerken des Ausstellungshauses in zwölf Kapiteln gezeigt werden.

Ausstellungsdauer: 05.03.2014 bis 15.06.2014

Website: www.staedelmuseum.de

ArtKiss-Besuch: 31.05.2014

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Das Werk des legendären französischen Fotografen Guy Bourdin (1928–1991) wird bis 26. Januar 2014 im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg präsentiert. Die bisher umfangreichste Guy Bourdin-Ausstellung stellt sowohl eine Auswahl der beeindruckendsten Modestrecken und Kampagnen Bourdins vor, als auch bisher unveröffentlichtes Material aus seinem
persönlichen Archiv.

Zum ersten Mal sind sein malerisches Werk und seine filmischen Notizen der Öffentlichkeit zugänglich. Darüber hinaus werden Polaroid-Fotos, Skizzen und Texte sowie Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus den 1950ern präsentiert, die Künstlerporträts und Pariser Stadtansichten zeigen. Die Ausstellung zeichnet damit nicht nur das fotografische, malerische und filmische Gesamtwerk Bourdins nach, sondern gibt auch Einblicke in die Arbeits- und Denkweise dieses visionären Image-Makers.

In seiner über 50-jährigen Schaffenszeit hat Bourdin für die führenden Modehäuser und -magazine gearbeitet. Mit dem Blick eines Malers schuf er komplexe Bilder, die in unglaublichen Kompositionen faszinierende Geschichten in Schwarz-Weiß und Farbe erzählen. Er war einer der ersten Fotografen, der in Werbe- und Modefotografien anstelle eines Produkts eine Erzählung zum Bildinhalt erhob. Mit dem Medium der Modefotografie vermittelte er seine Botschaft und erforschte die zwischen dem Erhabenen und dem Absurden changierenden Bereiche. Berühmt für seine narrativen Bildinhalte und seine surreale Bildsprache, die Verbindung einfacher Objekte mit mehrdeutigen, oft rätselhaften Subtexten, brach Bourdin radikal mit allen Konventionen der Mode- und Werbefotografie.

Guy Bourdins Karriere begann in den 1950er Jahren mit schwarz-weißen Modeaufnahmen für die Pariser Vogue. Es ist nahezu unbekannt, dass die Hälfte von Bourdins OEuvre aus Schwarz-Weiß-Fotografien besteht, die ebenso kraftvoll sind, wie seine bekannten Farbaufnahmen. Diese Farbfotografie steigerte er mit dramatischen kompositorischen Akzenten und intensiver Farbsättigung zur maximalen Ausdruckskraft.

Im Format der Doppelseite sah Bourdin eine künstlerische Herausforderung. Er behandelte die Doppelseite nicht wie zwei Einzelseiten, sondern als eine Gesamtseite mit Falz. Er schneiderte seine Kompositionen auf die konzeptuellen und grafischen Besonderheiten der Doppelseite zu – das Spiegelbild-Motiv, das zentral für seine Arbeiten ist, findet hier seine Entsprechung: Layout und Design des Magazins werden wichtige Metaphern für das fotografische Medium und sprechen damit Auge und Verstand gleichermaßen an. Während Bourdin formale Elemente benutzte, wollte er gleichzeitig das Realistische der Fotografie überwinden, indem er das dargestellte Motiv ins Surreale abwandelte und die Bildoberfläche unkonventionell manipulierte. Mit seinem kreativen Freigeist und einer kompromisslosen Arbeitsmoral gab Guy Bourdin der Fantasiewelt der Generation der späten 1970er Jahre eine bildliche Entsprechung.

Ausstellungsdauer: 01.11.2013 bis 26.01.2014

Website: www.deichtorhallen.de

ArtKiss-Besuch: 09.11.2013

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!