Mit ‘Realismus’ getaggte Beiträge

AKatTT2Die Londoner Galerie Timothy Taylor zeigt derzeit Arbeiten des renommierten amerikanischen Malers Alex Katz. Die britische Repräsentanz des Künstlers präsentiert u.a. eine Auswahl seiner frühesten Zeichnungen und neue, groß angelegte „Line“-Silhouette-Skulpturen.

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Alex Katz ist weltweit bekannt für seinen einzigartigen Ansatz zur zeitgenössischen Darstellungsmalerei, der in Reaktion auf die Dominanz des abstrakten Expressionismus vor der Entstehung der Pop Art in den USA entwickelt wurde. Die Ausstellung kontrastiert über 50 frühe Bleistiftzeichnungen mit den neuesten Werken des Künstlers  – eine Reihe von großformatigen Skulpturen, die die prägenden frühen Zeichnungen des Künstlers schön widerspiegeln.

Die Ausstellung präsentiert auch zwei unsichtbare Skulpturen, von denen eine von Katzs Frau Ada inspiriert wurde – ein wiederkehrendes Thema in seinen Werken. Die 11-Fuß-Skulptur ist eine Single-Line-Zeichnung von Adas Profil: 60 Jahre später beziehen sich die Werke von Katz noch auf die Klarheit der Linie, die er in seinen frühen U-Bahn-Zeichnungen definiert hat.

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ArtKiss hat Alex Katz persönlich getroffen und auch mit seiner Frau und Muse Ada ein paar Worte wechseln können. Ada war der Meinung, dass die neue Line-Skulptur mit ihrem Profil nicht den massiven Sockel benötigen würde und idealerweise vor unifarbenen Wänden aufgestellt wird. Alex Katz hat verraten, dass er für Februar 2018 eine Ausstellung mit Black & White Prints in Hamburg plant.

Ausstellungsdauer: 03.10.2017 bis 18.11.2017

Website: www.timothytaylor.com

ArtKiss-Besuch: 03.10.2017

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

 

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In einer umfangreichen Einzelpräsentation widmet sich die Schirn Kunsthalle Frankfurt noch bis zum 11. Januar 2015 der wichtigsten Künstlerin der finnischen Moderne: Helene Schjerfbeck (1862–1946).

Helene Schjerfbeck Selbstbildnis mit schwarzem Hintergrund, 1915 45,5 x 36 cm Öl auf Leinwand Ateneum Art Museum, Finnish National Gallery, Helsinki © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Helene Schjerfbeck – Selbstbildnis mit schwarzem Hintergrund, 1915
45,5 x 36 cm Öl auf Leinwand Ateneum Art Museum, Finnish National Gallery,
Helsinki © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Mehr als 85 Gemälde und Arbeiten auf Papier geben einen vollständigen Einblick in die kühne Bilderwelt der in Helsinki geborenen Malerin und Zeichnerin. Die in Deutschland für viele noch zu entdeckende, aber in Skandinavien, besonders in Finnland hoch geschätzte und als nationale Ikone gefeierte Schjerfbeck hat in über 60 Jahren ein umfangreiches, eindrückliches Werk geschaffen, in dessen Mittelpunkt die menschliche Figur steht: Bildnisse junger Frauen mit modischen Accessoires, Männerakte, Protagonisten in Historienbildern und vor allem sie selbst in zahlreichen Selbstporträts.

Anfänglich dem naturalistischen Realismus zugewandt, entwickelte sich Helene Schjerfbeck zu einer modernen, avantgardistischen Künstlerin mit einer reduzierten Formensprache und Farbpalette. Trotz einer deutlichen Tendenz zur Abstraktion blieb sie vornehmlich der figürlichen Malerei verbunden. Schjerfbecks gesamtes OEuvre ist durch die Wiederholung von Motiven sowie das Arbeiten nach Bildvorlagen gekennzeichnet, die sie zu hybriden Bildfiguren zusammensetzt.

Diese Prinzipien werden sowohl in ihren eindringlichen Selbstporträts als auch in zahlreichen Werken sichtbar, in denen sie Motive von bedeutenden alten Meistern wie etwa Hans Holbein d. J. und El Greco oder von Zeitgenossen wie Constantin Guys aufgreift. Zudem schuf sie außergewöhnliche Frauenbildnisse, die auch ihr gesteigertes Interesse an der Mode der Zeit verdeutlichen – ein Aspekt, der in der kunsthistorischen Forschung bislang wenig beachtet wurde und nun erstmals in der Schirn-Ausstellung näher beleuchtet wird.

Ausstellungsdauer: 02.10.2014 bis 11.01.2015

Website: www.schirn.de

ArtKiss-Besuch: 21.12.2014

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.

Mit der Ausstellung Hopper Drawing zeigte das New Yorker Whitney Museum eine unvergleichliche Sammlung vom Werk Edward Hoppers. Seine Witwe Josephine Verstille Nivison hatte dem Museum mehr als 2.500 Zeichnungen  hinterlassen, von denen viele noch nie zuvor ausgestellt wurden und nun erstmals gezeigt wurden.

Hopper Drawing war die erste große Museumsausstellung, die sich auf den Zeichnungen und kreativen Prozess von Edward Hopper (1882-1967) konzentrierte. Mehr als alles andere zeigen Hoppers Zeichnungen die sich ständig entwickelnde Beziehung zwischen Beobachtung und Erfindung in der Arbeit des Künstlers, sein anhaltendes Interesse an den Räumen und den Motive Straße, Kino, Büro, Schlafzimmer, auf die er immer wieder zurückkam im Laufe seiner Karriere.

Die Ausstellung untersuchte Hoppers signifikante und unterschätzte Leistungen als Zeichner und paart viele seiner größten Öl-Gemälde, darunter Early Sunday Morning (1930), New York Movie (1939), Office at Night (1940) und Nighthawks (1942) mit ihren vorbereitenden Zeichnungen und zugehörigen Arbeiten.

Edward Hopper (1882–1967), Nighthawks, 1942. Oil on canvas, 33 1/8 × 60 in. (84.1 × 152.4 cm). The Art Institute of Chicago; Friends of American Art Collection 1942.51. Photography © The Art Institute of Chicago

Edward Hopper (1882–1967), Nighthawks, 1942. Oil on canvas, 33 1/8 × 60 in. (84.1 × 152.4 cm). The Art Institute of Chicago; Friends of American Art Collection 1942.51.

Exkurs: Nighthawks (Nachtschwärmer) ist eines der populärsten Bilder des 20. Jahrhunderts, das unzählige Male kopiert und zitiert wurde. In der kühlen Kunstlichtatmosphäre einer Bar sitzen drei Gäste, die aneinander vorbeischauen, sich nicht unterhalten und scheinbar ihren eigenen Gedanken nachhängen. Die Nachtschwärmer sitzen oder stehen an der umlaufenden Theke, in deren Mitte der weißuniformierte Kellner tätig ist. Ob die Frau, deren linke Hand zu dem rauchenden Mann rechts neben ihr deutet, und er ein Paar sind oder ob sie einander kennenlernen wollen, bleibt offen. Der andere, allein sitzende Mann ist eine Rückenpartie, auch er mit Hut.

Die Ausstellung zeigte auch bahnbrechende Archivrecherchen in Gebäuden, Räumen und städtischen Umgebungen, die seine Arbeit inspirierten.

Ausstellungsdauer: 23.05.2013 bis 06.10.2014

Website: www.whitney.org/Exhibitions/HopperDrawing

ArtKiss-Besuch: 29.09.2013

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Die Ausstellung „American Modern“ zeigt mit Bildern aus der MoMA-Sammlung  die amerikanischen Kunst zwischen 1915 und 1950. Sie bietet damit einen neuen Blick auf die sich schnell verändernde amerikanische Gesellschaft in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Edward Hopper. House by the Railroad. 1925, Öl auf Leinwand. The Museum of Modern Art, New York.

Edward Hopper. House by the Railroad. 1925, Öl auf Leinwand. The Museum of Modern Art, New York.

Mit Gemälden, Zeichnungen, Drucken, Fotografien und Skulpturen bringt „American Modern“ einige der berühmtesten Meisterwerke des MoMAs zusammen.

Andrew Wyeth. Christina's World. 1948, Tempera auf Holz. The Museum of Modern Art, New York.

Andrew Wyeth. Christina’s World. 1948, Tempera auf Holz. The Museum of Modern Art, New York.

Die Auswahl der Arbeiten zeigt so unterschiedliche Themen wie städtische und ländliche Landschaften, Szenen aus Industrie, Stillleben-Kompositionen und Porträts, die weniger chronologisch als vielmehr thematisch arrangiert sind. Als Künstler sind u.a. vertreten: George Bellows, Stuart Davis, Edward Hopper, Georgia O’Keeffe, Charles Sheeler, Alfred Stieglitz und Andrew Wyeth.

Charles Sheeler. American Landscape. 1930, Öl auf Leinwand. The Museum of Modern Art, New York.

Charles Sheeler. American Landscape. 1930, Öl auf Leinwand. The Museum of Modern Art, New York.

Ausstellungsdauer: 17.08.2013 bis 26.01.2014

Website: www.moma.org

ArtKiss-Besuche: 14.09.2013 und 01.10.2013

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.