Mit ‘Pop Art’ getaggte Beiträge

Die Ausstellung „Amerika! Disney, Rockwell, Pollock, Warhol“ stellt Werke der vier amerikanischen Künstlerikonen gegenüber. Sie alle porträtierten den American Way of Life und prägten weltweit mit ihren Arbeiten das Bild der Vereinigten Staaten – in Hoch- und Populärkultur.

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Ausstellung „AMERIKA! DISNEY, ROCKWELL, POLLOCK, WARHOL“ im Bucerius Kund Forum. Foto: Ulrich Perrey/Bucerius Kunst Forum

Walt Disney, Norman Rockwell, Jackson Pollock und Andy Warhol waren alle auf ihrem künstlerischen Gebiet Pioniere. Sie erschufen ein Bild der USA, das noch heute im visuellen Gedächtnis fest verankert ist und ihre Namen sind mit der amerikanischen Kultur des 20. Jahrhunderts untrennbar verbunden.

Norman Rockwell ist in Deutschland noch relativ unbekannt. Aktuell rückt sein Werk jedoch durch den Titel von Lana Del Reys neuem Album „Norman Fucking Rockwell“ auch hierzulande ins Blickfeld. Rockwell war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts der Chronist der USA und zeigte in seinen Arbeiten ein Amerika, in dem sich jeder wiederfinden konnte. Seine realistischen bis satirischen Schilderungen des amerikanischen Way of Life zierten über 40 Jahre die Titelblätter der wichtigsten Zeitungen der Vereinigten Staaten.

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Ausstellung „AMERIKA! DISNEY, ROCKWELL, POLLOCK, WARHOL“ im Bucerius Kund Forum. Foto: Ulrich Perrey/Bucerius Kunst Forum

Jackson Pollock wurde mit Gemälden in der von ihm entwickelten Drip-Technik bereits zu Lebzeiten zum Star. Und in seiner Radikalität wurde der Begründer des Action Paintings zum wohl einflussreichsten abstrakten Künstler des 20. Jahrhunderts. Durch sein Werk trug Pollock maßgeblich dazu bei, dass erstmals eine moderne Kunstbewegung – der Abstrakte Expressionismus – seinen Ursprung in den USA hatte. Diese in den Vereinigten Staaten begründete Hochkultur bedeutete die kulturelle Emanzipation vom „alten Europa“ und stärkte das Selbstbewusstsein der Nation erheblich.

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Ausstellung „AMERIKA! DISNEY, ROCKWELL, POLLOCK, WARHOL“ im Bucerius Kund Forum. Foto: Ulrich Perrey/Bucerius Kunst Forum

Andy Warhol war es, der die Grenzen zwischen Populär- und Hochkultur, zwischen „high“ und „low“ einbrach. Er erhob mit seiner Pop Art Alltagsobjekte in den Rang der Kunst und machte die Massenproduktion von Siebdrucken in seiner Factory zum Markenzeichen. Warhols ikonischen, seriellen Lithografien der amerikanischen Warenwelt und seine farbintensiven Porträts der Stars und Sternchen Hollywoods machten ihn selbst zur Ikone.

Insgesamt umfasst die Schau rund 170 Gemälde, Zeichnungen, Grafiken, Objekte und Fotografien. Sie kommen aus international renommierten Sammlungen wie der Tate, dem Stedelijk Museum, dem Museum Ludwig oder dem Museum Brandhorst.

Ausstellungsdauer: 19.10.2019 bis 12.01.2020

Website: www.buceriuskunstforum.de

ArtKiss-Besuch: 24.10.2019

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Galerie Frank Fluegel: Mr. Brainwash meets Tyrol

Frank Fluegel vertritt den französischen Streetart-Künstler Mr. Brainwash (bürgerlich Thierry Guetta) mit seiner Galerie seit 2012  im deutschsprachigen Raum.

Mit Stencils Schablonen-Graffiti sowie Siebdrucken und Motiven der Popkultur analog zu Warhol hat Mr. Brainwash die Urban Art von der Straße ins Wohnzimmer geholt und beide Kunstrichtungen miteinander verschmolzen. Die überraschenden Werke mischen grelle Farben in jeglichen Kombinationen mit bisweilen kontroversen Inhalten. Das Ganze ausgeführt in Mixed Media mit Sprayfarbe, Malerei und Collagetechnik und angereichert mit ironischen Anspielungen, hinter denen sich häufig eine politisch-soziale Message verbirgt.

In der Filiale in Kitzbühel werden bis März 2020 neue Arbeiten, alles Unikate auf Papier, gezeigt. Die im Februar 2018 eröffnete Galerie befindet sich in zentraler Lage in einem typischen Tiroler Stadthaus, das eine 480-jährige Geschichte aufweisen kann.

Fluegel-Kitzbuehel (3)

Ausstellungsdauer: 11.12.2019 bis 20.03.2020

Website: www.frankfluegel.com

– Ein Beitrag von Patrick Kiss –

Die Farbe Braun ist das große Thema der aktuellen Ausstellung „50 shades of brown“ des Berliner Künstlers Jim Avignon bei Feinkunst Krüger in Hamburg.

Jim Avignon - 50 Shades of brown

Jim Avignon – 50 Shades of brown

Avignon zählt zu den ungewöhnlichsten Figuren im deutschen Kunstbetrieb. Mit leuchtenden Farben, beißendem Witz und einem schwindelerregenden Output stellt er ein ums andere mal die Gesetze der Kunstwelt auf den Kopf. Er gab Popart eine neue Bedeutung, nahm mit seinen lifepaintings die Styles der Streetart vorweg und provozierte den Kunstbetrieb immer wieder mit Aktionen die den Preiskult in Frage stellten. Er ist der lebende Beweis dafür, dass man mit Humor und guten Ideen auch in einem Haifischbecken wie dem Kunstbetrieb gegen die Regeln der Karriereplanung verstoßen kann und trotzdem überlebt.

Wie so oft bei Vernissagen von Jim Avignon waren weit mehr als die Hälfte der gezeigten Werke war eine Stunde nach der Eröffnung bereits verkauft – darunter alle großen Werke.

Jim Avignon - Business Lunch

Jim Avignon – Business Lunch

Ausstellungsdauer: 05.05.2019 bis 25.05.2019

Website: www.feinkunst-krueger.de

ArtKiss-Besuch: 04.05.2019

 

Alex Katz - Museum Brandhorst, München

Mit Alex Katz stellt das Museum Brandhorst einen der bekanntesten und beliebtesten Künstler der letzten Jahrzehnte vor. Gefeiert für seine ikonischen Porträts stilbewusster Frauen und für seine impressionistischen Landschaftsdarstellungen, hat der inzwischen 91-jährige Katz Generationen von Malern inspiriert.

Die Sensibilität für vibrierende Oberflächen verbindet er zwanglos mit der Augenblickhaftigkeit der Fotografie – viele seiner Gemälde wirken wie virtuos gemalte Schnappschüsse oder Modefotografien. Nicht zuletzt deshalb gilt Katz als einer der wichtigsten Vorläufer der Pop Art. Mit ihren rund 90 ausgestellten Werken, darunter einige Schlüsselwerke des Künstlers, ermöglicht die Ausstellung einen retrospektiven Überblick über das zeitlose OEuvre seit den 1950er-Jahren bis heute.

Das einzigartige, inzwischen rund 70 Jahre umspannende Werk von Katz widmet sich ganz der Darstellung des Hier und Jetzt und der Unmittelbarkeit der menschlichen Wahrnehmung – ein Bekenntnis zu dem, was der Künstler oft als „painting in the present tense“ bezeichnet hat. Er arbeitet wechselweise im Freien, von fotografischen Vorlagen und eigenen Skizzen und konzentriert sich auf Themen aus seinem unmittelbaren Umfeld: Porträts von Familie (insbesondere seiner Frau Ada) und Freunden, künstlerischen Mitstreitern, aber auch Szenen des geselligen Miteinanders, Architekturausschnitte, Landschaften und Blumen. Überall entfaltet sich Katz’ malerische Virtuosität in produktiver Auseinandersetzung mit der Bildwelt des Films, der Mode und der Werbung.

Alex Katz, 3 P.M. November, 1996 Öl auf Leinwand 166 x 227 cm Udo und Anette Brandhorst Sammlung Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München © Alex Katz, VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Alex Katz, 3 P.M. November, 1996 Öl auf Leinwand 166 x 227 cm Udo und Anette Brandhorst Sammlung Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München © Alex Katz, VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Die Ausstellung beginnt mit Werken Mitte der 1950er- und frühen 1960er- Jahre, darunter Porträts des renommierten Choreografen und Tänzers Paul Taylor und seines Ensembles, für die Katz zahlreiche Bühnenbilder entworfen hat. In einer Reihe wegweisender Einzel- und Gruppenporträts aus den 1960er Jahren begründet Katz’ seinen unverkennbaren Stil. Gleichzeitig eröffnen sie Einblicke in das soziale und künstlerische Milieu New Yorks. Zwei große Ausstellungsräume mit Landschaften zeigen, wie Katz sich höchst virtuos an der Grenze zwischen abstraktem Gestus und kühlem Realismus bewegt. Die Qualität des Lichts selbst, ob direkt, reflektierend oder diffus, wird in diesen Bildern zu einem zentralen Thema. Einzelne Pinselstriche konturieren Körper und Gegenstände und bewahren doch stets ihren Stellenwert als eigenständige Zeichen.

Alex Katz, January 4, 1992 Öl auf Leinwand 231,1 x 307,3 cm Sammlung Thaddaeus Ropac , London • Paris • Salzburg Foto: Ulrich Ghezzi © Alex Katz, VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Alex Katz, January 4, 1992 Öl auf Leinwand 231,1 x 307,3 cm Sammlung Thaddaeus Ropac, London • Paris • Salzburg Foto: Ulrich Ghezzi © Alex Katz, VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Die Schau umfasst auch eine Reihe kleiner Bilder, Skizzen und Vorzeichnungen, die teils in direktem Zusammenhang mit den gezeigten großformatigen Gemälden stehen. Sie geben wichtige Einblicke in den vielschichtigen Arbeitsprozess des Künstlers, der sich im Wechselspiel zwischen Kalkül und Spontaneität vollzieht.


Ausstellungsdauer: 06.12.2018 bis 22.04.2019

Website: www.museum-brandhorst.de

ArtKiss-Besuch: 24.03.2019

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Die Londoner Timothy Taylor Galerie zeigt derzeit die neuesten Arbeiten des renommierten amerikanischen Malers Alex Katz. Die Werkserie großformatiger Gemälde nennt sich „Coca-Cola Girls“ – inspiriert von den Coca-Cola-Girls aus der Werbung des Unternehmens von 1890 bis 1960.

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Die Coca-Cola-Girls galten als ein Ideal der amerikanischen Frau. Anfänglich wurden sie zurückhaltend dargestellt, dann aber während der Zeit des 1. Weltkriegs und der Ära der Pin-Up-Bilder weiterentwickelt zu Servicefrauen in Uniform und athletischen, sorgenfrei wirkenden Frauen. Präsentiert wurden die Bilder in der Vor-Fernseher-Zeit in Form von Wandabziehbilder und großformatigen Werbetafeln, welche die amerikanischen Stadtlandschaften erheblich prägten.

Für Katz verkörpert diese optimistisch wirkende Figur auch Nostalgie. Katz versucht in diesen neuen Gemälden, Posen des Balletts und Momente dynamischer Sequenzen einzufangen. Dazu hat er eine besondere Renaissance-Technik mit dem Namen „Pouncing“ verwendet: Schablonenartige Figuren auf braunem Papier werden auf die Oberfläche des Gemäldes geklebt. Die Umrisse werden mit einem Werkzeug punktiert und dann Farbe durch die Löcher gedrückt, um die Umrisse zu markieren.

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Jedem, der sich keines der 400-750.000 € teuren Originale leisten kann, sei gesagt, dass in Kürze auch eine Druckedition mit Motiven dieser Serie angeboten wird, die in einer Auflage von 60 sicher erschwinglicher sein wird.

Ausstellungsdauer: 02.11.2018 bis 21.12.2018

Website: www.timothytaylor.com

ArtKiss-Besuch: 13.12.2018

ArtKiss-Wertung:
Ganz okay, gutes Mittelmaß.

Alex Katz In Color (Sarah / Christy)

Alex Katz In Color (Sarah / Christy)

Schönheit ist eines der Hauptthemen von Alex Katz, Gegenstand seiner Werke sind oft außergewöhnlich attraktive Frauen wie Supermodel Christy Turlington oder seine Frau Ada, mit der er seit rund 60 Jahren verheiratet ist.

Alex Katz In Color (Red Hat Ada)

Alex Katz In Color (Red Hat Ada)

In seinen Druckgrafiken reproduziert Katz nicht einfach bestehende Gemälde, sondern reflektiert seine Motive, die in Schwarz-Weiß durch ihre gezielte Licht- und Schattenführung eine ganz besondere, Ästhetik der Reduktion entwickeln, wobei er sich unterschiedlichster Techniken bedient.

Auf Basis eines konkreten Gemäldes entsteht die Bildidee für einen Siebdruck, eine Lithographie, einen Holzschnitt oder eine Aquatinta. Mit Hilfe der ausgeprägten druckgrafischen Möglichkeiten wird die Vorlage in ihrer Kernaussage präzisiert und perfektioniert. Die synthetisierende Wirkung, die der Künstler in enger Zusammenarbeit mit namhaften Druckern weiterentwickelt, unterstützt das Flächige und Künstliche bei der Wiedergabe seiner Bildmotive.

Durch die gesteigerte Reduktion auf eine Perspektive sowie die Konzentration von Licht, Form und Farbe auf den Kerncharakter des Motivs, erreicht Alex Katz mit seinen druckgrafischen Arbeiten die absolute Ausgestaltung der ursprünglichen Bildidee. Diese gesteigerte formale, technische aber besonders auch inhaltliche Präzision verleiht seinem druckgrafischen Werk eine kunsthistorische Bedeutung, die trotz der langen Tradition des Mediums, bei kaum einem anderen Künstler in dieser geballten Kraft zu finden ist.

Die Bedeutsamkeit dieses Werkkomplexes zeigt sich nicht zuletzt in der Sammlung der Albertina in Wien, die nahezu das gesamte druckgrafische Werk von Katz besitzt.

Alex Katz In Color (10:30 am / Purple Hat)

Alex Katz In Color (10:30 am / Purple Hat)

Ausstellungsdauer: 19.01.2018 bis 25.03.2018

Website: www.galerieschimming.de

ArtKiss-Besuch: 20.01.2018

 

Alex Katz Black + White (Ausstellungsansicht)

Alex Katz gilt als einer der herausragendsten zeitgenössischen Künstler. Der US-Amerikaner zählt zu den wichtigsten Vertretern des figurativen Realismus, der seine Anfänge während der Blütezeit des Abstrakten Realismus in New York hatte und als einer der Wegbereiter der Pop Art gilt.

In der Hamburger Barlach Halle K. zeigt die Ausstellung „Black & White“ eine umfangreiche Präsentation der druckgrafischen Werke von Alex Katz, kuratiert und organisiert von der Galerie Schimming.

„Black & White“ legt den Fokus auf die schwarz-weißen Arbeiten des Künstlers. Als Kontrast zu den monochromen Arbeiten setzt die kuratierende Galerie Schimming einzelne farbige Motive.

Alex Katz Black + White (Ausstellungsansicht)

Ein Großteil der rund 50 Werke ist erstmals in Europa zu sehen, bekannten Ikonen werden neueste Editionen zur Seite gestellt, die bisher nur in Washington und Florida zu sehen waren. So etwa die Serie „Shopping Crowd“ als Print auf Leinwand in monumentaler Größe von drei mal vier Metern.

Alex Katz Black + White (Ausstellungsansicht)

Die Ausstellung zeigt typische Motive von Katz, wie seine Portraits, aber auch Landschaftsbilder und Blumenstillleben.

Alex Katz Black + White (Laura 5)

Sonderedition „Laura 5“ von Alex Katz, die zur Ausstellung erscheinen ist.

Ausstellungsdauer: 19.01.2018 bis 20.02.2018

Website: www.barlach-halle-k.de

ArtKiss-Besuch: 20.01.2018

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!