Mit ‘Museum für Gegenwart’ getaggte Beiträge

Es war die erste Ausstellung in Deutschland über das legendäre Black Mountain College. Das 1933 im US-Bundesstaat North Carolina gegründete College erlangte aufgrund seines progressiven Ausbildungskonzepts und der zahlreichen bedeutenden Persönlichkeiten, die dort lehrten und studierten, schnell Berühmtheit. Sein Einfluss auf die Entwicklung der Künste in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war enorm.

In den ersten Jahren seines Bestehens wurde das College stark von deutschen und europäischen Emigranten geprägt – unter ihnen mehrere ehemalige Bauhaus-Lehrer wie Josef und Anni Albers, Alexander „Xanti“ Schawinsky und Walter Gropius.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gingen die kreativen Impulse dann zunehmend von jungen amerikanischen Künstlern und Wissenschaftlern aus, die zwischen den urbanen Zentren an der
amerikanischen Ost- und Westküste und dem ländlichen Black Mountain pendelten. Bis zu seiner Schließung im Jahr 1956 blieb das College von den Ideen der europäischen Moderne, der Philosophie des amerikanischen Pragmatismus und einer auf die Eigeninitiative wie die soziale Kompetenz des Individuums setzenden Pädagogik geprägt.

Ausstellungsdauer: 05.06.2015 bis 25.09.2015

Website: www.smb.museum

ArtKiss-Besuch: 18.09.2015

ArtKiss-Wertung:
1 Stern: Gewollt aber nicht gekonnt.

Advertisements

Mary Heilmann & David Reed. Two By TwoDie in New York lebenden Künstler Mary Heilmann und David Reed zeigten in der eigens für den Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart in Berlin konzipierten, ersten gemeinsamen Ausstellung „Two By Two“ ihre expressiven, farblich kraftvollen Werke im Dialog. Präsentiert wurden Arbeiten, die seit den 1970er-Jahren entstanden sind. Wie der Titel Two By Two (paarweise) bereits andeutet, standen im Mittelpunkt der Ausstellung 19 Bildpaare, welche die Werke in ungewöhnlicher Nähe zueinander zeigten. In dieser Symbiose ließen sie sich nicht mehr losgelöst voneinander sehen und verschmolzen in neuer Form mit der Imagination des Betrachters.

Beide Künstler sind Schlüsselfiguren der US-amerikanischen Malerei. In den frühen 1970er-Jahren begründeten sie die abstrakte Malerei jenseits ihrer traditionellen Grenzen zwischen Figuration und Abstraktion neu und bekannten sich zum Narrativen und Emotionalen. Obwohl beide Künstler bereits in den 1960er-Jahren ihren künstlerischen Erfahrungs- und Arbeitsort an die Ostküste verlagerten, prägen ihre Herkunft aus Kalifornien und die persönlichen Erinnerungen ihre OEuvres auf unterschiedliche Weise bis heute.

Für Two By Two gingen Heilmann und Reed erstmals in einer gemeinsamen Ausstellung eine temporäre Bindung ein, um Gegensätze, Spannungen und Übereinstimmungen zwischen ihren künstlerischen Positionen zu erproben.

Ausstellungsdauer: 06.03.2015 bis 11.10.2015

Website: www.heilmannreedinberlin.de

ArtKiss-Besuch: 18.09.2015

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.

Auf der Shortlist für den den diesjährigen Preis der Nationalgalerie standen vier Künstler: Christian Falsnaes, Florian Hecker, Anne Imhof sowie das Künstlerkollektiv Slavs and Tatars. Zum achten Mal wurde der Preis am 18. September 2015 vergeben, die Jury hatte die Shortlist und den Sieger aus über 130 Bewerbungen der Longlist (u.a. Nicolai Huch) zu bestimmen, die sich aus Einsendungen zahlreicher europäischer Museumsdirektoren und Kuratoren sowie aus Vorschlägen von Mitgliedern des Vereins der Freunde der Nationalgalerie ergab.

Der Preis der Nationalgalerie ist fokussiert auf junge, wichtige Positionen der Gegenwart, die bereits Einfluss und Bedeutung in der Kunstwelt erlangt haben. Teilnahmeberechtigt sind Künstler und Künstlerinnen aller Nationen, die gegenwärtig in Deutschland arbeiten und jünger als 40 Jahre alt sind. Die vier ausgewählten Positionen spiegeln das breite internationale Spektrum der Kunstszene in Deutschland wider. Gemeinsam ist diesen Künstlern, dass ihre Arbeiten ein Hinterfragen der eigenen künstlerischen Produktion mit der Reflexion von gesellschaftlichen Zusammenhängen verknüpfen. Wie bereits 2013 ist die Ehrung des Gewinners nicht mit einem Geldpreis verbunden, der Preisträger erhält stattdessen eine kuratierte Einzelausstellung in einem der Häuser der Nationalgalerie. Diese Einzelausstellung findet jeweils im Folgejahr nach der Preisvergabe statt.

And the winner is: Anne Imhof.

Die Gewinnerin des Preis der Nationalgalerie 2015, Anne Imhof und der Gewinner des Förderpreises für Filmkunst 2015, Bastian Günther. Foto: David von Becker

Die Gewinnerin des Preis der Nationalgalerie 2015, Anne Imhof und der Gewinner des Förderpreises für Filmkunst 2015, Bastian Günther. Foto: David von Becker

Begründung der Jury: Nach einer lebhaften Diskussion, die sich sowohl auf die hier gezeigten Werke als auch auf das bisherige Oeuvre der vier nominierten künstlerischen Positionen bezog, hat sich die Jury für Anne Imhof als Preisträgerin entschieden. Die Komplexität ihrer Werke, die sich aus verschiedenen Quellen und Medien speisen – darunter Film, bildende Kunst und Performance –, läßt das Publikum in einen Strom von Bildern und die Erfahrung einer eigenen Zeitlichkeit eintauchen. Anne Imhof artikuliert eine innovative Position zwischen Theatralität und Bildproduktion, die die Jury überzeugt hat.

Ausstellungsdauer: 11.09.2015 bis 17.01.2016

Website: www.preis2015.de

ArtKiss-Besuch: 18.09.2015

ArtKiss-Wertung:
2 Sterne: Wenn man nichts besseres zu tun hat…

„Official Welcome“ zeigt eine Auswahl von Ankäufen der Stiftung des Vereins der Freunde der Nationalgalerie für zeitgenössische Kunst. Die 2005 gegründete Stiftung erwirbt in erster Linie relevante Positionen der Gegenwartskunst. Dank des bemerkenswerten Engagements wurden in den letzten Jahren mehr als 70 Werke von rund 50 Künstlern Teil der Sammlung der Nationalgalerie.

Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin

Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin

Die für diese Präsentation ausgewählten Werke verbindet eine stark medienreflexive Arbeitsweise: Sieben Künstler arbeiten streng konzeptuell und theorieorientiert. Im Gegensatz zur dematerialisierten Ideenkunst der 1960er- und 1970er-Jahre konzentrieren sie sich jedoch auf die gezielte Auseinandersetzung mit den jeweiligen Kunstgattungen Malerei, Fotografie, Installation, Performance oder Assemblage.

Ausstellungsdauer: 17.12.2013 bis: 31.08.2014

Website: www.hamburgerbahnhof.de

ArtKiss-Besuch: 08.03.2014

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.

Das 20. Jahrhundert, in dessen Schatten wir noch leben, gilt weithin als das erste im Wesentlichen zukunftsbezogene Zeitalter. Zwar haben die wissenschaftliche Prognose und das Fortschrittsdenken ihren Ursprung in der europäischen Aufklärung. Doch erst die gewaltigen Durchbrüche und Meilensteine, die globalen Umwälzungen seit dem Beginn des Ersten Weltkrieges rückten die Idee der Zukunft in den unmittelbaren Blickpunkt von Politik, Wissenschaft, Kunst und Alltag.

Diese Idee der Zukunft, die alle Enttäuschungen und Verirrungen des 20. Jahrhunderts überdauert oder gar einverleibt hat, bildet den Ausgangspunkt für die neue Sonderausstellung der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, die den betörenden Horizont des „Noch-Nicht“ in den Blick nimmt.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die titelgebende Skulptur von Joseph Beuys, „Das Ende des 20. Jahrhunderts (1. Fassung)“. Anfang der 1980er Jahre, als das so herbeigesehnte wie gefürchtete „Ende des 20. Jahrhunderts“ noch in der Zukunft lag, arrangierte Beuys 21 liegende Basaltstelen, einen Hubwagen und eine Brechstange zu einer der eindringlichsten Prognosen unserer Zeit.

Die Präsentation entfaltet sich in zehn Kapiteln, die Beuys‘ Formulierung der Zukunft aufgreifen, erweitern oder auch infrage stellen. In einer assoziationsreichen Gegenüberstellung zwischen repräsentativen Kunstwerken der Sammlung Marx und einer Auswahl von international renommierten, vorwiegend jüngeren Positionen wird der Frage nachgegangen, was unsere Vorstellungen der Zukunft – Ruinenlandschaften wie Luftschlösser – über uns und unsere Gegenwart offenbaren, darüber, wovor wir uns fürchten, und über das, wonach wir uns sehnen. Was auf uns zukommt, bleibt offen.

Ausstellungsdauer: 14.09.2013 bis: 27.04.2014

Website: www.hamburgerbahnhof.de

ArtKiss-Besuch: 08.03.2014

ArtKiss-Wertung:
5 Sterne: Ein Muss. Unbedingt anschauen!

Wall Works von: 29.11.2013 bis: 31.08.2014 Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - BerlinIn der großzügigen Architektur der Rieckhallen wird mit WALL WORKS ein Überblick über die künstlerische Auseinandersetzung mit der Wand seit den 1960er- Jahren geboten. Anlass für die Ausstellung ist ein 2013 durch den Verein der Freunde der Nationalgalerie ermöglichter Ankauf eines Konvoluts von architekturbezogenen Wandarbeiten, die für die Edition Schellmann entwickelt wurden. Eine erste Auswahl dieser Neuerwerbungen wird im Dialog mit Wandarbeiten aus allen Sammlungen des Museums präsentiert, insbesondere aus der Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof. Zusätzlich sind thematisch relevante Leihgaben zu sehen, darunter eigens für die Ausstellung geschaffene Arbeiten der in Berlin lebenden Künstler Friederike Feldmann, Katharina Grosse und Nasan Tur.

Der Großteil der vorgestellten Wandmalereien und -objekte geht auf künstlerische Entwürfe zurück, die auf die räumliche Situation des Museums angepasst und vor Ort ausgeführt wurden. Dabei reicht das Spektrum der angewandten Techniken von raumgreifenden Zeichnungen und Malereien über Siebdruck und Tapete bis hin zu skulpturalen Wandobjekten und Videoarbeiten. Mit jeder Arbeit entsteht auf je eigene Weise eine Einheit von Wand, Bildraum und architektonischem Raum.

Ausstellungsdauer: 29.11.2013 bis 31.08.2014

Website: www.hamburgerbahnhof.de

ArtKiss-Besuch: 08.03.2014

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!