Mit ‘Muenchen’ getaggte Beiträge

Cy Twombly (1929 - 2011) Ohne Titel (Rosen), 2008 Acryl und Kreide auf Holz 252,5 x 187,3 x 1,1 cm Udo und Anette Brandhorst Sammlung, Foto: Nicole Wilhelms, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst, München © Cy Twombly Foundation

Cy Twombly (1929 – 2011) Ohne Titel (Rosen), 2008 Acryl und Kreide auf Holz 252,5 x 187,3 x 1,1 cm Udo und Anette Brandhorst Sammlung, Foto: Nicole Wilhelms, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst, München © Cy Twombly Foundation

Mit mehr als 200 Werken aus unterschiedlichen Schaffensperioden bietet die Sammlung Brandhorst einen einzigartigen Überblick über die künstlerische Entwicklung Cy Twomblys. Die retrospektive Auswahl an Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen und Fotografien spannt einen Bogen von den frühen 1950er-Jahren bis hin zu einem Bild aus Twomblys allerletzter Werkserie, die er 2011 kurz vor seinem Tod fertig gestellt hat. Die Zusammenschau der verschiedenen Medien, in denen Twombly seit seiner Studienzeit am Black Mountain College gearbeitet hat, vermag dabei überraschende Konstellationen ans Licht zu bringen.

Cy Twombly (1929 - 2011) Ohne Titel (Rosen), 2008 Acryl, Kreide auf Holz 252,5 x 185,2 x 1,1 cm Udo und Anette Brandhorst Sammlung, Foto: Nicole Wilhelms, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst, München © Cy Twombly Foundation

Cy Twombly (1929 – 2011) Ohne Titel (Rosen), 2008 Acryl, Kreide auf Holz 252,5 x 185,2 x 1,1 cm Udo und Anette Brandhorst Sammlung, Foto: Nicole Wilhelms, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst, München © Cy Twombly Foundation

Twombly hat dem jeweiligen Ort, an dem seine Werke entstanden sind, Zeit seines Lebens eine zentrale Bedeutung beigemessen. Insbesondere in seinen Fotografien spielt Twombly vielfach auf den Arbeitsprozess und die besondere Atmosphäre bei der Entstehung seiner Bilder und Skulpturen an. In seinen Interieurs gelingt es Twombly, seine Wohnräume zu poetischen Orten der Imagination zu steigern, in denen sich Natur und Kultur, Banalität und verfeinerter Geschmack begegnen. Paradigmatisch wurden deshalb die Fotografien den monumentalen Rosen gegenübergestellt, die Cy Twombly eigens für den zentralen Saal im Obergeschoß des Museums gestaltet hat. Sie reflektieren den Kontext ihrer Herstellung: intime Szenen aus Twomblys Atelier, Zitronen aus seinem Garten, Strandaufnahmen, knallig-bunte Aufnahmen von Süßwaren und poetischen Blumenarrangements. Sie alle vermögen das weite Spektrum von Twomblys Rosendarstellungen zu veranschaulichen.

Cy Twombly (1929 - 2011) Ohne Titel (Per Nino), 1970 Acryl, Buntstift und Papiercollage auf Papier 62 x 49,5 cm Udo und Anette Brandhorst Sammlung, Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst, München © Cy Twombly Foundation

Cy Twombly (1929 – 2011) Ohne Titel (Per Nino), 1970 Acryl, Buntstift und Papiercollage auf Papier 62 x 49,5 cm Udo und Anette Brandhorst Sammlung, Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst, München © Cy Twombly Foundation

Der 1928 in Lexington, Virginia, geborene Cy Twombly ist einer der einflussreichsten Künstler der Gegenwart. Ausgehend vom Abstrakten Expressionismus entwickelte er einen eigenwilligen gestischen Stil mit schriftartigen, „linkischen“ Zeichen, die er auf großformatigen Leinwänden ins Monumentale steigert. Kein anderer Künstler des 20. Jahrhunderts hat sich dabei so bedingungslos auf den „Nullpunkt“ der modernen Kunst eingelassen wie Twombly. Schreibübungen von Kindern, gedankenverlorenes Gekritzel und Graffitis auf Hauswänden dienen ihm als zeitgenössische Ausgangspunkte, um den Erfahrungsgehalt mythischer Erzählungen zu aktualisieren und einen Bogen zu den großen Themen der mediterranen Kulturgeschichte zu spannen. In seinen letzten Lebensjahren hat Twombly ein beeindruckendes Spätwerk geschaffen, das in seinem malerischen Reichtum an die späten Schaffensjahre von William Turner und Claude Monet erinnert.

Cy Twombly (1929 - 2011) Untitled (Bacchus), 2005 Acryl auf Leinwand 317,5 x 417,8 cm Udo und Anette Brandhorst Sammlung, Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst, München © Cy Twombly Foundation

Cy Twombly (1929 – 2011) Untitled (Bacchus), 2005 Acryl auf Leinwand 317,5 x 417,8 cm Udo und Anette Brandhorst Sammlung, Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst, München © Cy Twombly Foundation

Ausstellungsdauer: 31.05.2016 bis 05.05.2019

Website: www.museum-brandhorst.de

ArtKiss-Besuch: 24.03.2019

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

 

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Alex Katz - Museum Brandhorst, München

Mit Alex Katz stellt das Museum Brandhorst einen der bekanntesten und beliebtesten Künstler der letzten Jahrzehnte vor. Gefeiert für seine ikonischen Porträts stilbewusster Frauen und für seine impressionistischen Landschaftsdarstellungen, hat der inzwischen 91-jährige Katz Generationen von Malern inspiriert.

Die Sensibilität für vibrierende Oberflächen verbindet er zwanglos mit der Augenblickhaftigkeit der Fotografie – viele seiner Gemälde wirken wie virtuos gemalte Schnappschüsse oder Modefotografien. Nicht zuletzt deshalb gilt Katz als einer der wichtigsten Vorläufer der Pop Art. Mit ihren rund 90 ausgestellten Werken, darunter einige Schlüsselwerke des Künstlers, ermöglicht die Ausstellung einen retrospektiven Überblick über das zeitlose OEuvre seit den 1950er-Jahren bis heute.

Das einzigartige, inzwischen rund 70 Jahre umspannende Werk von Katz widmet sich ganz der Darstellung des Hier und Jetzt und der Unmittelbarkeit der menschlichen Wahrnehmung – ein Bekenntnis zu dem, was der Künstler oft als „painting in the present tense“ bezeichnet hat. Er arbeitet wechselweise im Freien, von fotografischen Vorlagen und eigenen Skizzen und konzentriert sich auf Themen aus seinem unmittelbaren Umfeld: Porträts von Familie (insbesondere seiner Frau Ada) und Freunden, künstlerischen Mitstreitern, aber auch Szenen des geselligen Miteinanders, Architekturausschnitte, Landschaften und Blumen. Überall entfaltet sich Katz’ malerische Virtuosität in produktiver Auseinandersetzung mit der Bildwelt des Films, der Mode und der Werbung.

Alex Katz, 3 P.M. November, 1996 Öl auf Leinwand 166 x 227 cm Udo und Anette Brandhorst Sammlung Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München © Alex Katz, VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Alex Katz, 3 P.M. November, 1996 Öl auf Leinwand 166 x 227 cm Udo und Anette Brandhorst Sammlung Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München © Alex Katz, VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Die Ausstellung beginnt mit Werken Mitte der 1950er- und frühen 1960er- Jahre, darunter Porträts des renommierten Choreografen und Tänzers Paul Taylor und seines Ensembles, für die Katz zahlreiche Bühnenbilder entworfen hat. In einer Reihe wegweisender Einzel- und Gruppenporträts aus den 1960er Jahren begründet Katz’ seinen unverkennbaren Stil. Gleichzeitig eröffnen sie Einblicke in das soziale und künstlerische Milieu New Yorks. Zwei große Ausstellungsräume mit Landschaften zeigen, wie Katz sich höchst virtuos an der Grenze zwischen abstraktem Gestus und kühlem Realismus bewegt. Die Qualität des Lichts selbst, ob direkt, reflektierend oder diffus, wird in diesen Bildern zu einem zentralen Thema. Einzelne Pinselstriche konturieren Körper und Gegenstände und bewahren doch stets ihren Stellenwert als eigenständige Zeichen.

Alex Katz, January 4, 1992 Öl auf Leinwand 231,1 x 307,3 cm Sammlung Thaddaeus Ropac , London • Paris • Salzburg Foto: Ulrich Ghezzi © Alex Katz, VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Alex Katz, January 4, 1992 Öl auf Leinwand 231,1 x 307,3 cm Sammlung Thaddaeus Ropac, London • Paris • Salzburg Foto: Ulrich Ghezzi © Alex Katz, VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Die Schau umfasst auch eine Reihe kleiner Bilder, Skizzen und Vorzeichnungen, die teils in direktem Zusammenhang mit den gezeigten großformatigen Gemälden stehen. Sie geben wichtige Einblicke in den vielschichtigen Arbeitsprozess des Künstlers, der sich im Wechselspiel zwischen Kalkül und Spontaneität vollzieht.


Ausstellungsdauer: 06.12.2018 bis 22.04.2019

Website: www.museum-brandhorst.de

ArtKiss-Besuch: 24.03.2019

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Max Ott - Munich Impressions (Detail)

Max Ott – Munich Impressions (Detail)

Der Fotokünstler und Dozent für Graphik, 3-D-Design und Fotodesign an der IFOG-Akademie München, Max Ott, präsentiert unter dem Titel „Munich / New York / Florida“ eine Auswahl von Fotodrucken, die er als Wahrnehmung der eigenen Stadt und der seiner Besuche in New York auf den Spuren seines dortigen Künstlerfreundes Paul Ching-Bor sowie in Florida im Atelier des Malers Marcus Jansen thematisiert hat und dann gestalterisch umsetzte.

Max Ott - One Hour Photo, Munich

Max Ott – One Hour Photo, Munich

Seine Stadt-Ansicht von München sind dargestellt etwa durch eine pittoreske Verkehrssituation an einer Kreuzung der Innenstadt mit lauter roten Autos, durch kreisrund wirbelnde Oktoberfest-Bahnen oder durch einen mit verzerrenden Fototechnik neuen Blick auf berühmte Meisterwerke in den Münchner Pinakotheken.

Max Ott - Art Reloaded

Max Ott – Art Reloaded

In New York sieht Ott vor allem die Dominanz der omnipräsenten rechteckigen Fassadenstrukturen. In Florida läßt er die Industrielandschaft hinter dem Ausgang des Studios von Marcus Jansen aus sich öffnen, hin zum Meer vor Fort Myers.

Max Ott - Wiesndelic, Oktoberfest

Max Ott – Wiesndelic, Oktoberfest

Die Brückenfunktion zwischen den Wahrnehmungen der drei Stadtsituationen stellt M­ax Ott mit 20 Foto-Tableaus von der Donnersberger Brücke als einer Art von „Müll-Partitur“ her – ausgelegt auf dem Boden der Galerie.

Ausstellungsdauer: 14.03.2017 bis 02.05.2017

Website: www.ott.photography

ArtKiss-Besuch: 25.03.2017

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.

Georg Baselitz (Hans-Georg Kern) wurde 1938 in Deutschbaselitz bei Dresden geboren und wuchs in der DDR auf. Nachdem er wegen „gesellschaftlicher Unreife“ von der Kunstakademie Ostberlin suspendiert wurde, bewarb er sich an der Westberliner Akademie. 1958 zog er nach Westberlin und schloss 1962 dort sein Studium ab. In dieser Zeit legte er sich nach seinem Geburtsort den Namen Baselitz zu.

Das Haus der Kunst in München präsentiert derzeit eine umfassende Baselitz-Einzelausstellung, die Arbeiten aus fünfzig Jahren einer eingehenden Analyse unterzieht. Im Mittelpunkt stehen wiederkehrende Motive und Themen wie die Figur und der Adler, die Doppelfigur sowie das Porträt, die für Baselitz‘ künstlerische Entwicklung wesentlich waren: die neueren Werkgruppen der „Schwarzen Bilder“ sowie der monumentalen Bronzeskulpturen, deren formalen und thematischen Ursprüngen im früheren Werk nachgegangen wird.

Georg Baselitz - Damals, dazwischen und heute (Ausstellungsansicht)

Georg Baselitz – Damals, dazwischen und heute (Ausstellungsansicht)

In den „Schwarzen Bildern“ hat Baselitz seine Bildsprache weiter radikalisiert: Ziel ist die Eliminierung jedes sichtbaren Kontrasts. Gemälde aus den Jahren 1965 bis 1977 lassen bereits zentrale Gegenstände erkennen, die in Baselitz‘ weiterer Laufbahn eine fundamentale Rolle spielten und auf die er immer wieder zurückkam. „Porträt Elke I“ (1969) ist das erste Bildnis seiner Frau.

In „Fingermalerei-Adler“ (1972) taucht das Adlermotiv zum ersten Mal auf. Baselitz‘ Vorliebe für dieses Motiv ist immer bestehen geblieben und prägt noch seine jüngeren Werke. Kein anderes Tiermotiv innerhalb seiner Ikonografie wurde öfter und facettenreicher behandelt.

2005 begann Baselitz an seiner ‚Remix‘-Serie zu arbeiten, welche diese Schlüsselmotive aufgreift. Die Bilder vollführen einen Zeitsprung zum Ende des letzten Jahrzehnts. Baselitz zitiert hier einerseits auf paradigmatische Weise aus den Helden-Arbeiten, andererseits ist die Entwicklung seiner bildnerischen Methode einer Beschleunigung formaler Ressourcen unterworfen, die einen völlig neuen Zugang zu früheren Themen erlaubt. „Moderner Maler“ ist in der Remix-Version mit Hakenkreuz-Motiv im Stil von Piet Mondrian kombiniert, wobei die ikonische Bedeutung dieses Motivs in der modernen Kunst in gewisser Weise seinen ideologischen Missbrauch durch die Nazis quasi ‚kompensiert‘.

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In der Serie von Arbeiten, die als Negativ-Bilder bezeichnet werden, kehrt Baselitz nicht nur den Gegenstand um, sondern auch die Farbwerte. Diese Darstellung als fotografisches Negativ führt zu einer zusätzlichen Umkehrung des Bildes in Bezug auf die ’natürliche‘ Wahrnehmung seines Motivs. Die schwarzweißen Negativ-Bilder steigern den Grad der Abstraktion bereits in dreierlei Hinsicht. Damals hatte Baselitz das Potential der Entfremdung der äußeren Erscheinungsform des Gegenstands und die Möglichkeiten seiner bildnerischen Repräsentation fast schon ausgeschöpft. Das Selbstporträt „Zero“ (2004) zeigt eine schlichte, unprätentiöse Ansicht, die in starken, ruhigen Pinselstrichen in einer Mischung differenzierter Grauwerte umgesetzt ist.

Ausstellungsdauer: 19.09.14 bis 01.02.2015

Website: www.hausderkunst.de

ArtKiss-Besuch: 23.09.2014

ArtKiss-Wertung:
5 Sterne: Ein Muss. Unbedingt anschauen!

Eigentlich schade, dass zu den normalen Öffnungszeiten die Galerie nur verwaist anzutreffen war. Denn der relativ kleine, überschaubare Raum wäre es sicher wert gewesen, betreten zu werden.

Zum Glück kann man nahezu alle Werke recht gut von außen sehen, wenn auch nicht im Detail betrachten. Zu sehen sind derzeit Werke von Andy Warhol, Stephan Balkenhol, Gerhard Richter und anderen.

Eher ungewöhnlich für eine Galerie ist bei Leidel, dass man hier nicht auf das verbreitete White Cube-Konzept stößt, sondern durch die Holzvertäfelungen auf einen eher rustikalen Look.

L

Öffnungszeiten: Mo-Fr 11.00-18.00 Uhr, Sa 11.00-16.00 Uhr

Website: www.galerie-leidel.de

ArtKiss-Besuch: 04.02.2013