Mit ‘Michael van Ofen’ getaggte Beiträge

Der Titel ist Programm: Mit „vis à vis“ wird in der Barlach Halle K eine spannende Begegnung initiiert – ein Wiedersehen zwischen einstigen Schülern und ihren Lehrern. Die einstigen Schüler haben sich mittlerweile als Galeriekünstler ihren eigenen, individuellen Weg in die Kunstwelt geebnet. Einen Weg, den der eine mehr, der andere weniger stark beeinflusst durch seinen Mentor beschritten hat.

Der Selbstfindungsprozess junger Künstler ist neben der künstlerischen Praxis eine der zentralen Herausforderungen des Kunststudiums. Das Loslösen vom kreativen Vorbild wird zum Balance-Akt zwischen Selbstfindung und Emanzipation. Dieser andauernde, individuelle Prozess spiegelt sich heute in dem breiten Spektrum künstlerischen Schaffens wieder. Sowohl auf dem nationalen als auch auf dem internationalen Kunstmarkt spielen Werdegang und Ausbildung bei einem renommierten Lehrer eine entscheidende Rolle für die künstlerische Entfaltung. So kann sich das Studium als Prädikat erweisen das Türen öffnet, aber auch Erwartungen schürt.

Michael Peltzer - Any other way (links), 110 x 150 cm, Acryl auf Nessel, 2018 + Eldorado, 75 x 100 cm, Acryl auf Nessel, 2018

Die Gruppenausstellung schafft mit der Begegnung zwischen Galeriekünstlern und ihren ehemaligen Professoren eine Gegenüberstellung, ein Neben- und ein Miteinander, welches diesen Balanceakt einer jeden Künstlerbiografie wieder spiegelt. So vereint die Ausstellung unterschiedliche künstlerische Positionen, Konzepte und Herangehensweisen, indem sie sowohl Arbeiten der Galeriekünstler als auch Werke von Akademieprofessoren, in Dialog setzt.

Robert Sturmhoevel - Reklame, 22,3 x 31 cm, Acryl auf Leinwand, 2018

Special
Lateview „vis à vis“ am Donnerstag, 13. Sept. von 14.00 bis 20.00 Uhr
(Barlach Halle K, Klosterwall 13, 20095 Hamburg)

Ausstellungsdauer: 08.09.2018 bis 15.09.2018

Website: www.evelyndrewes.de

ArtKiss-Besuch: 07.09.2018

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Noch bis zum 31. Januar zeigt Evelyn Drewes in ihrer Hamburger Galerie die Ausstellung „Kintop“ mit der neuen Filmstills-Werkserie von Michael Peltzer. Zusätzlich zu dieser etwa 20-teiligen Serie werden bisher noch nie ausgestellte Werke der „Monster Invasion“ und Collagen des in Köln lebenden 37-jährigen Künstlers gezeigt.

Michael Peltzer - Lord Helmchen, 140 x 165 cm, Acryl auf Nessel, 2014 © Evelyn Drewes Galerie / Foto: Patrick Kiss

Michael Peltzer – Lord Helmchen, 140 x 165 cm, Acryl auf Nessel, 2014

Michael Peltzer - Daydream Believer (Detail), 100 x 80 cm, Acryl auf Nessel, 2014 © Evelyn Drewes Galerie / Foto: Patrick Kiss

Michael Peltzer – Daydream Believer (Detail), 100 x 80 cm, Acryl auf Nessel, 2014

Ein Markenzeichen der Bilder Peltzers ist, dass der Betrachter nicht sicher ist, ob die Motive noch nicht vollständig aus der ungestalteten Malmasse herausgetreten sind oder sich umgekehrt schon wieder auflösen. Um diesen Effekt zu erzielen, schüttet der Meisterschüler von Michael van Ofen Farbe auf die auf dem Boden liegende Leinwand und lässt sich in einem impulsiven Prozess von Spontanität leiten. Die Pinselführung begleitet, immer orientiert an einer reduzierten Vorzeichnung, den Fluss der Farben.

Peltzer verwendet für die Vorzeichnung oft Motive aus Filmen, die er aus seiner Jugend kennt und die einer medienvermittelten Realität entstammen – eine verwischte Existenz zwischen Realität und Fiktion. Ein Filmstill aus einem x-Beliebigen Filmklassiker kann Reminiszenen an Peltzers Malerei wecken und umgekehrt, denn Peltzer will sich nicht entscheiden.

Ob es sich wirklich um einen spezifischen Filmausschnitt, um Batman oder Blut handelt, wird auch weder bestätigt noch dementiert. Ein vermutlich großes Gebilde in einer angedeuteten, in schwarz-weiß gehaltenen Landschaft könnte ein hockendes Monster in Hippie-Montur darstellen oder es handelt sich vielleicht um ein paar Eiskugeln mit bunten Streuseln als Topping.

Michael Peltzer - Bif, Pang, Pow, 100 x 130 cm, Acryl auf Nessel, 2014 © Evelyn Drewes Galerie / Foto: Patrick Kiss

Michael Peltzer – Bif, Pang, Pow, 100 x 130 cm, Acryl auf Nessel, 2014

Peltzer kultiviert Ungenauigkeiten im Referieren auf seine Motivvorlagen und pointiert Unschärfen. Batman zum Beispiel, ohnehin eher vage durch seinen adoleszenten Begleiter Robin auszumachen, trägt Purpur und Pink. Die Stadt im Hintergrund könnte durchaus Gotham City darstellen, wie es jedes andere durch Wolkenkratzer bestimmte Citydistrikt sein könnte. Eben weil Gotham City in den Comics und Filmen eine fiktive Stadt ist, deren Gestalt kühl geordnete Machtamplituden darstellt, exemplarisch und westlich. Wenn wir davon ausgehen, dass Bilder nicht die Fortschreibung sondern der Anfang von eigenständigen Realitäten sind, dann wäre es grob fahrlässig, diesen in Pink gekleideten Spaßvogel als Batman im falschen Kostüm zu identifizieren.

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Michael Peltzer hat verstanden, was Malerei immer schon am besten konnte: überzeugend wie möglich so zu tun, als ob es sich um mehr handelt als um sich selbst.

Ausstellungsdauer: 22.11.2014 bis 31.01.2015

Website: www.evelyndrewes.de

ArtKiss-Besuch: 05.01.2015

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!