Mit ‘Maler’ getaggte Beiträge

Torsten Ruehle - Unschärfe (Leuchtkasten)

Torsten Ruehle filtert und liniert die Welt. Klassische Interieurs oder definierbare Räume dienen als Handlungsrahmen wie Filmkulissen, die einer klaren Regie entspringen. Eine leicht surreale Atmosphäre wird erzeugt, indem der Szenerie sonderbare Objekte hinzufügt werden, die ein Eigenleben zu führen scheinen.

 
Ausstellungsdauer: 06.04.2019 bis 07.06.2019

Website: www.evelyndrewes.de

ArtKiss-Besuch: 05.04.2019

Werbeanzeigen

Alex Katz - Museum Brandhorst, München

Mit Alex Katz stellt das Museum Brandhorst einen der bekanntesten und beliebtesten Künstler der letzten Jahrzehnte vor. Gefeiert für seine ikonischen Porträts stilbewusster Frauen und für seine impressionistischen Landschaftsdarstellungen, hat der inzwischen 91-jährige Katz Generationen von Malern inspiriert.

Die Sensibilität für vibrierende Oberflächen verbindet er zwanglos mit der Augenblickhaftigkeit der Fotografie – viele seiner Gemälde wirken wie virtuos gemalte Schnappschüsse oder Modefotografien. Nicht zuletzt deshalb gilt Katz als einer der wichtigsten Vorläufer der Pop Art. Mit ihren rund 90 ausgestellten Werken, darunter einige Schlüsselwerke des Künstlers, ermöglicht die Ausstellung einen retrospektiven Überblick über das zeitlose OEuvre seit den 1950er-Jahren bis heute.

Das einzigartige, inzwischen rund 70 Jahre umspannende Werk von Katz widmet sich ganz der Darstellung des Hier und Jetzt und der Unmittelbarkeit der menschlichen Wahrnehmung – ein Bekenntnis zu dem, was der Künstler oft als „painting in the present tense“ bezeichnet hat. Er arbeitet wechselweise im Freien, von fotografischen Vorlagen und eigenen Skizzen und konzentriert sich auf Themen aus seinem unmittelbaren Umfeld: Porträts von Familie (insbesondere seiner Frau Ada) und Freunden, künstlerischen Mitstreitern, aber auch Szenen des geselligen Miteinanders, Architekturausschnitte, Landschaften und Blumen. Überall entfaltet sich Katz’ malerische Virtuosität in produktiver Auseinandersetzung mit der Bildwelt des Films, der Mode und der Werbung.

Alex Katz, 3 P.M. November, 1996 Öl auf Leinwand 166 x 227 cm Udo und Anette Brandhorst Sammlung Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München © Alex Katz, VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Alex Katz, 3 P.M. November, 1996 Öl auf Leinwand 166 x 227 cm Udo und Anette Brandhorst Sammlung Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München © Alex Katz, VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Die Ausstellung beginnt mit Werken Mitte der 1950er- und frühen 1960er- Jahre, darunter Porträts des renommierten Choreografen und Tänzers Paul Taylor und seines Ensembles, für die Katz zahlreiche Bühnenbilder entworfen hat. In einer Reihe wegweisender Einzel- und Gruppenporträts aus den 1960er Jahren begründet Katz’ seinen unverkennbaren Stil. Gleichzeitig eröffnen sie Einblicke in das soziale und künstlerische Milieu New Yorks. Zwei große Ausstellungsräume mit Landschaften zeigen, wie Katz sich höchst virtuos an der Grenze zwischen abstraktem Gestus und kühlem Realismus bewegt. Die Qualität des Lichts selbst, ob direkt, reflektierend oder diffus, wird in diesen Bildern zu einem zentralen Thema. Einzelne Pinselstriche konturieren Körper und Gegenstände und bewahren doch stets ihren Stellenwert als eigenständige Zeichen.

Alex Katz, January 4, 1992 Öl auf Leinwand 231,1 x 307,3 cm Sammlung Thaddaeus Ropac , London • Paris • Salzburg Foto: Ulrich Ghezzi © Alex Katz, VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Alex Katz, January 4, 1992 Öl auf Leinwand 231,1 x 307,3 cm Sammlung Thaddaeus Ropac, London • Paris • Salzburg Foto: Ulrich Ghezzi © Alex Katz, VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Die Schau umfasst auch eine Reihe kleiner Bilder, Skizzen und Vorzeichnungen, die teils in direktem Zusammenhang mit den gezeigten großformatigen Gemälden stehen. Sie geben wichtige Einblicke in den vielschichtigen Arbeitsprozess des Künstlers, der sich im Wechselspiel zwischen Kalkül und Spontaneität vollzieht.


Ausstellungsdauer: 06.12.2018 bis 22.04.2019

Website: www.museum-brandhorst.de

ArtKiss-Besuch: 24.03.2019

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Die Londoner Timothy Taylor Galerie zeigt derzeit die neuesten Arbeiten des renommierten amerikanischen Malers Alex Katz. Die Werkserie großformatiger Gemälde nennt sich „Coca-Cola Girls“ – inspiriert von den Coca-Cola-Girls aus der Werbung des Unternehmens von 1890 bis 1960.

IMG_2034

Die Coca-Cola-Girls galten als ein Ideal der amerikanischen Frau. Anfänglich wurden sie zurückhaltend dargestellt, dann aber während der Zeit des 1. Weltkriegs und der Ära der Pin-Up-Bilder weiterentwickelt zu Servicefrauen in Uniform und athletischen, sorgenfrei wirkenden Frauen. Präsentiert wurden die Bilder in der Vor-Fernseher-Zeit in Form von Wandabziehbilder und großformatigen Werbetafeln, welche die amerikanischen Stadtlandschaften erheblich prägten.

Für Katz verkörpert diese optimistisch wirkende Figur auch Nostalgie. Katz versucht in diesen neuen Gemälden, Posen des Balletts und Momente dynamischer Sequenzen einzufangen. Dazu hat er eine besondere Renaissance-Technik mit dem Namen „Pouncing“ verwendet: Schablonenartige Figuren auf braunem Papier werden auf die Oberfläche des Gemäldes geklebt. Die Umrisse werden mit einem Werkzeug punktiert und dann Farbe durch die Löcher gedrückt, um die Umrisse zu markieren.

IMG_2044

Jedem, der sich keines der 400-750.000 € teuren Originale leisten kann, sei gesagt, dass in Kürze auch eine Druckedition mit Motiven dieser Serie angeboten wird, die in einer Auflage von 60 sicher erschwinglicher sein wird.

Ausstellungsdauer: 02.11.2018 bis 21.12.2018

Website: www.timothytaylor.com

ArtKiss-Besuch: 13.12.2018

ArtKiss-Wertung:
Ganz okay, gutes Mittelmaß.

Hermann Hesse

Hermann Hesse

2018 jähren sich die Ereignisse der so genannten 68er Studentenbewegung zum 50. Mal. Das ist für die Ernst Barlach Gesellschaft ein Anlass, noch einmal Leben und Werk von Hermann Hesse neu zu betrachten und ihm eine große Ausstellung zu widmen, denn Hermann Hesse war eine der „Kultfiguren“ der 68er Generation.

Die Ausstellung „Hermann Hesse – Dichter, Maler, Kultfigur“ zeigt über 200 Aquarelle, Handschriften, Typoskripte, Fotos, Filme und Illustrationen zu Leben und Werk von Hermann Hesse.

Die Ausstellung zeigt ausführlich die literarische und bildkünstlerische Entwicklung Hesses, dokumentiert aber auch die große Hesse-Euphorie innerhalb der individualistischen und nonkonformistischen Gegenkultur der 60er und 70er Jahre, als seine Bücher einer Welle der Begeisterung auslösten, aus der heraus zahlreiche Künstler zu Verfilmungen, Illustrationen und Vertonungen von Hesse Werken angeregt wurden.

Mit über 150 Millionen Büchern ist Hermann Hesse heute in aller Welt verbreitet. In mehr als 70 Sprachen übersetzt, zählt er zu den bedeutendsten, Autoren des 20. Jahrhunderts.

Ausstellungsdauer: 13.05.2018 bis 25.11.2018

Website: www.ernst-barlach.de

ArtKiss-Besuch: 30.09.2018

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.

Der 1948 in Wien als Sohn eines Beamten geborene Gottfried Helnwein zählt zu den weltweit bekanntesten, aber auch umstrittensten österreichischen Künstlern der Gegenwart. Seine Ausstellungen erzielen Besucherrekorde. Helnwein gehört mittlerweile zu den international populärsten Malern der Gegenwart.

IMG_9230

Helnwein-Cover für das Album „Blackout“ von den Scorpions (1982)

In seinen Arbeiten setzt sich Gottfried Helnwein überwiegend mit den Themen Schmerz, Verletzung und Gewalt auseinander. Diese betreffen Körper und Psyche in gleichem Maße. Seine künstlerischen Interventionen sind von einer schmerzhaften Unmittelbarkeit, deren emotionale Energie weit über die großen Bildformate hinaus den Raum und den Betrachter ergreift.

Mit dem Bild vom „malträtierten Kind“ greift er frontal die uns lieb gewordenen kindertümelnden Bildvorstellungen an und spricht in diesem Zusammenhang von der durch Krieg, Verletzung, Misshandlung und Vernachlässigung weltweit zunehmenden Traumatisierung von Kindern.

helnwein2

Helnweins Provokationen sind enorm, weil sie so still, so subversiv und klammheimlich daherkommen. Sie packen uns von hinten, da wo die antrainierten und gut funktionierenden Verdrängungsmechanismen sitzen. Seine Kinderbilder können zum Horrortrip für den Betrachter werden. Vielfach sind die sanften Kindergesichter durch Verletzungen furchtbar entstellt. Blut, Narben, Wundmale, Bandagen. Der Anblick ist manchmal kaum auszuhalten. Aber was bedeutet das schon gegen die täglich von vielen Millionen von Kindern erlittenen Schmerzen, Qualen und Folterungen?

Gottfried Helnwein denunziert nicht die Kinder – das häufigste Missverständnis, mit dem man sich gegen seine Kunst wehrt – sondern unsere Neigung, vor dem Leiden der Anderen die Augen zu verschließen. Helnwein hat das Kinderleid aus dem Persönlichen ins Universelle gehoben und entlarvt damit unsere Blindheit, unsere Abgestumpftheit, unsere Sucht nach heiler Welt und unsere Angst vor der Realität als zutiefst unmoralisch.


Ausstellungsdauer: 19.11.2017 bis 08.04.2018

Website: www.ernst-barlach.de

ArtKiss-Besuch: 18.02.2018

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

AKatTT2Die Londoner Galerie Timothy Taylor zeigt derzeit Arbeiten des renommierten amerikanischen Malers Alex Katz. Die britische Repräsentanz des Künstlers präsentiert u.a. eine Auswahl seiner frühesten Zeichnungen und neue, groß angelegte „Line“-Silhouette-Skulpturen.

AKatTT1

Alex Katz ist weltweit bekannt für seinen einzigartigen Ansatz zur zeitgenössischen Darstellungsmalerei, der in Reaktion auf die Dominanz des abstrakten Expressionismus vor der Entstehung der Pop Art in den USA entwickelt wurde. Die Ausstellung kontrastiert über 50 frühe Bleistiftzeichnungen mit den neuesten Werken des Künstlers  – eine Reihe von großformatigen Skulpturen, die die prägenden frühen Zeichnungen des Künstlers schön widerspiegeln.

Die Ausstellung präsentiert auch zwei unsichtbare Skulpturen, von denen eine von Katzs Frau Ada inspiriert wurde – ein wiederkehrendes Thema in seinen Werken. Die 11-Fuß-Skulptur ist eine Single-Line-Zeichnung von Adas Profil: 60 Jahre später beziehen sich die Werke von Katz noch auf die Klarheit der Linie, die er in seinen frühen U-Bahn-Zeichnungen definiert hat.

AKatTT0

ArtKiss hat Alex Katz persönlich getroffen und auch mit seiner Frau und Muse Ada ein paar Worte wechseln können. Ada war der Meinung, dass die neue Line-Skulptur mit ihrem Profil nicht den massiven Sockel benötigen würde und idealerweise vor unifarbenen Wänden aufgestellt wird. Alex Katz hat verraten, dass er für Februar 2018 eine Ausstellung mit Black & White Prints in Hamburg plant.

Ausstellungsdauer: 03.10.2017 bis 18.11.2017

Website: www.timothytaylor.com

ArtKiss-Besuch: 03.10.2017

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

 

Portrait: Selver Begic

Veröffentlicht: 9. August 2017 in Portrait
Schlagwörter:, , , , ,
(c) by Selver Begic

(c) by Selver Begic

Selver Begic

born in Postojna, Slovenia in 1981
Website: www.facebook.com/selver.begic.1
E-mail: selver_begic@yahoo.com


Selver, what is Art?

I’m not trying to send a message, take a stand or to fight for ideas in art. For me art is intimate and personal experience. I’m trying to create and explain my world and nothing else. There are enough artists who are trying to change the world. I am no longer interested in this romantic idea.

How do you experience your collectors?

Although I create art for already fifteen years, I have just recently started to sell my paintings, maybe in last five years, so I still haven’t experienced true collectors who are passionately interested in my art. But I like to share my creations and I’m always happy when someone is attracted by my paintings.

What defines a “good gallery” for you?

A good gallery is the gallery that can truly understand and represent an artist, a gallery where the artist feels comfortable.

Your opinion on “art and the art market”?

Like I said before: I still don’t have true market experience, but art is always needed and therefore there will always be a market for it.

Is art passion and/or investment?

Art is passion in which you invest your time and soul, and money of course. But if it can be profitable depends on how good you are.

(c) by Selver Begic

(c) by Selver Begic

Artist – a dream job?

It depends on how good you are. If you can sell it than you can live and survive by doing something you love. And that is the definition of a good job.

What dream in the arts should come true?

To reach my true capacities, but that is a double-edged sword, once you achieve your goal, there is always the possibility to lose your passion. We’ll see.

Who is your favorite artist and what is your favorite work or art?

There are a lot of artists I admire, but my favorite is Jean Dubuffet. When I saw his art for the first time, I became aware of my own artistic path.

I don’t have favorite piece. When I enjoy artists I enjoy all of their works.

What is your favorite color?

I also don’t have favorite colour, but I have favorite colour combinations: pink and green, blue and ochre.

Dear Selver, many thanks for this interview and all the best for the future!

(c) by Selver Begic

(c) by Selver Begic