Mit ‘Installation’ getaggte Beiträge

Der Kunstverein in Hamburg zeigt zu seinem 200. Jubiläum eine Einzelausstellung von Wolfgang Tillmans mit einer neuen Arbeit, die – konsequent aus den vergangenen 30 Jahren seines Schaffens entwickelt – die verschiedenen Aspekte seines Werks und seines Denkens in ein räumliches Ganzes überführt, das erstmalig nicht hauptsächlich von der Fotografie getragen ist.

WOLFGANG TILLMANS, There were 30 years between 1943 and 1973. 30 years from 1973 was the year 2003, 2004 Courtesy Galerie Buchholz, Berlin/Cologne, Maureen Paley, London, David Zwirner, New York

WOLFGANG TILLMANS, There were 30 years between 1943 and 1973. 30 years from 1973 was the year 2003, 2004 Courtesy Galerie Buchholz, Berlin/Cologne, Maureen Paley, London, David Zwirner, New York

Für den Kunstverein in Hamburg realisiert Tillmans eine raumfüllende Installation, die vom Ort ausgehend den speziellen Charakter der benachbarten alten Markthalle wie auch deren außenliegenden urbanen Kontext zum Ausgangspunkt nimmt, um sein zunehmend gesellschaftspolitisches Engagement neu zu artikulieren. Raum und skulpturales Denken sind, wie gerade in den präzise inszenierten Ausstellungen der letzten Jahre deutlich wird, ein zentrales Element im Werk von Wolfgang Tillmans und erfahren hier eine neue Dringlichkeit.

Speziell für den Kunstverein hat er eine Vier-Kanal-Soundarbeit geschaffen, die seiner Beobachtung zu Grunde liegt, dass „wenn ich im großen Saal stehe, ich immer eine sehr starke akustische Wahrnehmung der Außenwelt, Straße und Schiene, habe, gerade weil ich diese durch die hohen Fensteransätze nicht sehen, sondern nur hören kann“. Der Anspruch seiner Fotografie wird auf die Medien Sound und Video übertragen, welche kombiniert werden mit den Tischen Truth Study Centre (Time / Mirrored), die die Idee des Ausstellungstitels, der Spiegelung von historischen Zeitabständen, in einzelnen auf Papier gedruckten Sätzen fortsetzen.

WOLFGANG TILLMANS – Zwischen 1943 und 1973 lagen 30 Jahre. 30 Jahre nach 1973 war das Jahr 2003., Ausstellungsansicht /exhibition view, Kunstverein in Hamburg, 23.9 – 12.11 Copyright: Kunstverein in Hamburg

WOLFGANG TILLMANS – Zwischen 1943 und 1973 lagen 30 Jahre. 30 Jahre nach 1973 war das Jahr 2003., Ausstellungsansicht /exhibition view, Kunstverein in Hamburg, 23.9 – 12.11 Copyright: Kunstverein in Hamburg

Die Präsenz einer kleineren Anzahl großformatiger, bisher ungezeigter Fotografien signalisiert, dass der Künstler, sich nicht von der Fotografie abwendet, sondern die oben beschriebenen Denkprozesse auch in der Befragung seines angestammten Mediums weiterverfolgt. Die einzelnen Komponenten sind nicht neu, aber die genau choreografierte, räumliche Zusammenstellung weist in Richtung einer anderen Fokussierung, in der die Vergangenheit wie das Hier und Jetzt zum Ausgangspunkt einer gesellschaftlichen, einer politischen Debatte werden.

Ausstellungsdauer: 23.09.2017 bis 12.11.2017

Website: www.kunstverein.de

ArtKiss-Besuch: 18.10.2017

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.

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Neo Rauch: Männer mit Flugzeugen, 2012. Courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin and David Zwirner, New York/London // © VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Mit der Sammlung Viehof präsentieren die Deichtorhallen Hamburg an zwei Standorten, der Halle für aktuelle Kunst und der Sammlung Falckenberg in Hamburg-Harburg, eine der bedeutendsten deutschen Privatsammlungen zeitgenössischer Kunst.

Rund 560 Werke von 75 Künstlern verwandeln die Deichtorhallen in ein temporäres Museum der Gegenwartskunst. Die Sammlung Viehof, in die wichtige Teile der Sammlung Speck und Sammlung Rheingold eingeflossen sind, vereint Werke aus den Bereichen Malerei, Zeichnung, Fotografie, Skulptur, Installation und Video mit Schwerpunkt auf deutsche Kunst von der Nachkriegszeit bis heute. Im Zentrum der Ausstellung stehen hochkarätige Konvolute einzelner Künstler, darunter Georg Baselitz, Joseph Beuys, Candida Höfer, Jörg Immendorff, Sigmar Polke, Daniel Richter und Rosemarie Trockel.

 

Ausstellungsdauer: 01.10.2016 bis 22.01.2017

Website: www.deichtorhallen.de

ArtKiss-Besuch: 29.12.2016

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Die P/ART bezeichnet sich als eine Produzentenkunstmesse für unabhängige Künstler und Künstlerinnen und als eine Plattform für die Verschmelzung von Kunsthandel und Kunstdiskurs. Wer sich genau als „unabhängiger“ Künstler bezeichnen darf, bleibt unklar – auf jeden Fall werden einige der ausstellenden Künstler auch von Galerien vertreten.

Nachdem die P/ART im vergangenen Jahr im Hamburger Kolbenhof stattfand, wurde die P/ART 14 auf einer 4000 qm großen, brachliegenden Industriefläche in unmittelbarer Nachbarschaft der Sammlung Falkenberg ausgerichtet. Bespielt wurden zwei denkmalgeschütze Gebäude aus dem Jahr 1905 auf dem Werksgelände der Phoenixhallen. Ein Ausstellungsrundgang führte die Besucher durch die verschiedenartig ausgebauten Hallen. Die Location wirkte allerdings sehr heruntergekommen und teilweise konnte man nicht unterscheiden, ob es sich um ausgestellte Kunst oder Überbleibsel der einstigen Fabrik handelte.

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Insgesamt war die Qualität der meisten Kunstwerke – mit wenigen Ausnahmen – eher mäßig. Das überraschte, da der Veranstalter doch mit einer Jury unter 600 Bewerbungen 80 Künstler ausgewählt hatte, die ihre Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Skulptur, Installation, Performance, Fotografie und Film präsentieren durften. Da Besucher die Kunstwerke nicht nur betrachten, sondern auch kaufen konnten, zeigten die nur sehr vereinzelt zu findenden Punkte, dass die weit überwiegende Mehrheit der Kunstwerke wieder zurück in die Ateliers bzw. Galerien gebracht werden mussten. Das kann aber auch ein den teilweise üppigen Preisen gelegen haben, mit denen die Werke ausgezeichnet waren.

Ausstellungsdauer: 11.09.2014 bis 14.09.2014

Website: www.producersartfair.com

ArtKiss-Besuch: 14.09.2014

ArtKiss-Wertung:
2 Sterne: Wenn man nichts besseres zu tun hat…