Mit ‘Hamburg’ getaggte Beiträge

Gesa Braun: Malerei und Zeichnung (Photo.Kunst.Raum. Hamburg)

Gesa Braun: Malerei und Zeichnung (Photo.Kunst.Raum. Hamburg)

Website: www.photokunstraum-hamburg.com

ArtKiss-Besuch: 06.10.2019

Mit der Ausstellung „Here We Are Today. Das Bild der Welt in Foto- & Videokunst“ eröffnet das Bucerius Kunst Forum die neuen Räume am Alten Wall. Im Zentrum der Schau stehen hochaktuelle Fragestellungen unserer globalisierten Gesellschaft. Die knapp 80 gezeigten Fotografien und sieben Videos konzentrieren sich auf die Themen Identität, Heimat, Vergangenheit, Verbrechen und Kapital.

Kaum ein Begriff wird gegenwärtig so instrumentalisiert wie jener der Identität. Die Fragen nach dem Eigenen und dem Fremden, nach unseren Werten und unserer Identität sind allgegenwärtig. Identitätsfragen lassen sich auch als Symptome für gesellschaftliche Umbruchsituationen verstehen, die in den ausgestellten Fotoserien und Videoarbeiten teils sehr persönlich, teils allgemeingültig verhandelt werden.

Der Heimatbegriff im modernen Sinne ist im 19. Jahrhundert entstanden als Gegenentwurf zur Industriegesellschaft, als Sehnsuchtsort. Und auch dieser Sehnsuchtsort wurde und wird nicht selten politisch instrumentalisiert. Der Begriff Heimat wird verbunden mit Geborgenheit, Sicherheit, Zugehörigkeit. Im besten Sinne ist noch Raum für Andere und für Unbekanntes, doch oft genug wird das Fremde als Bedrohung erlebt.

Wie lassen sich Verbrechen gegen Völker oder Volksgruppen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen? Kunst kann dies abstrakt oder an Einzelschicksalen, ganz nah oder aus weiter Ferne. Insbesondere die Foto und Videokunst kann sichtbar machen, was anderswo unsichtbar bleibt. Ein Beispiel in der Ausstellung sind die Arbeiten „Untitled (Reaper Drone)“ von Trevor Paglen. Beim genauen Betrachten der Fotos offenbart sich, dass die scheinbar schönen Himmelslandschaften von kleinen Punkten durchzogen sind – militärische Drohnen, mit denen aus großer Entfernung Menschen getötet werden.

Kapital ist in der bildenden Kunst schon sehr lange Thema und Motiv. Doch längst ist die Kunst selbst ein eigener Faktor auf dem Kapitalmarkt geworden. Dennoch gibt es zahlreiche zeitgenössische Künstler und Künstlerinnen, die sich kritisch mit dem Thema Kapital auseinandersetzen. So zeigt etwa die Arbeit „Permanent Error“ von Pieter Hugo das Gefälle zwischen Privilegierten und Abgehängten in unserer globalisierten Welt. Seine Fotos sind entstanden in Agbogbloshie – einer Müllhalde für auch legal eingeführten Elektroschrott in der ghanaischen Hauptstadt Accra und einem der am meisten kontaminierten Orte der Welt. Deutlich wird, wie die Konsumgesellschaft ihre Opfer fordert, oft auf der anderen Seite der Erde.

Mit diesen fünf Themen – Identität, Heimat, Vergangenheit, Verbrechen und Kapital – werden die Besucherinnen und Besucher in der Ausstellung immer wieder konfrontiert. Dabei sind die einzelnen Themenbereiche alle eng miteinander verwoben und inhaltlich nicht immer scharf voneinander zu trennen.

Jede der gezeigten Arbeiten ist das Mosaikteil einer Antwort auf die Frage: Wo stehen wir heute?

Ausstellungsdauer: 07.06.2019 bis 29.09.2019

Website: www.buceriuskunstforum.de

ArtKiss-Besuch: 22.06.2019

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.

– Ein Beitrag von Patrick Kiss –

Die Farbe Braun ist das große Thema der aktuellen Ausstellung „50 shades of brown“ des Berliner Künstlers Jim Avignon bei Feinkunst Krüger in Hamburg.

Jim Avignon - 50 Shades of brown

Jim Avignon – 50 Shades of brown

Avignon zählt zu den ungewöhnlichsten Figuren im deutschen Kunstbetrieb. Mit leuchtenden Farben, beißendem Witz und einem schwindelerregenden Output stellt er ein ums andere mal die Gesetze der Kunstwelt auf den Kopf. Er gab Popart eine neue Bedeutung, nahm mit seinen lifepaintings die Styles der Streetart vorweg und provozierte den Kunstbetrieb immer wieder mit Aktionen die den Preiskult in Frage stellten. Er ist der lebende Beweis dafür, dass man mit Humor und guten Ideen auch in einem Haifischbecken wie dem Kunstbetrieb gegen die Regeln der Karriereplanung verstoßen kann und trotzdem überlebt.

Wie so oft bei Vernissagen von Jim Avignon waren weit mehr als die Hälfte der gezeigten Werke war eine Stunde nach der Eröffnung bereits verkauft – darunter alle großen Werke.

Jim Avignon - Business Lunch

Jim Avignon – Business Lunch

Ausstellungsdauer: 05.05.2019 bis 25.05.2019

Website: www.feinkunst-krueger.de

ArtKiss-Besuch: 04.05.2019

 

Torsten Ruehle - Unschärfe (Leuchtkasten)

Torsten Ruehle filtert und liniert die Welt. Klassische Interieurs oder definierbare Räume dienen als Handlungsrahmen wie Filmkulissen, die einer klaren Regie entspringen. Eine leicht surreale Atmosphäre wird erzeugt, indem der Szenerie sonderbare Objekte hinzufügt werden, die ein Eigenleben zu führen scheinen.

 
Ausstellungsdauer: 06.04.2019 bis 07.06.2019

Website: www.evelyndrewes.de

ArtKiss-Besuch: 05.04.2019

Melanie Siegel - o. T.

„Meine Arbeiten zeigen den in fokussierten Ausschnitten inszenierten Blick auf zwei aufeinander treffende Bildwelten: zum einen die Ordnung architektonischer und geometrischer Bildstrukturen, zum anderen die wuchernde Vegetation und ursprüngliche Welt der Pflanzen. Die Bilder weisen die domestizierenden Eingriffe des Menschen in der Landschaft und die Rückformung urbaner Gefüge durch die Natur auf.“     Melanie Siegel

Melanie Siegel - o. T.

Ausstellungsdauer: 06.04.2019 bis 07.06.2019

Website: www.evelyndrewes.de

ArtKiss-Besuch: 05.04.2019

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Die Initiatoren und Kunstliebhaber Margarita und Christian Holle haben es sich zum Ziel gesetzt, der Kunstgattung zeitgemäß zu begegnen, Talente zu fördern, Netzwerke und Erfahrungsaustausch unter Multiplikatoren zu ermöglichen und Hamburg nachhaltig kulturell zu bereichern. Mit dem salondergegenwart gelingt  ihnen das jedes Jahr aufs Neue.

Rund 30 künstlerische Positionen sind in der Ausstellung vertreten – neben einer Auswahl renommierter Künstler wie Daniel Knorr, Magnus Plessen oder Stefan Strumbel werden vor allem talentierte Newcomer gezeigt. Highlight ist eine neuere Arbeit von Anselm Kiefer sein, die der Künstler wohlwollend zur Verfügung stellt.

Anselm Kiefer “Gehäutete Landschaft, 2015-2017”

Anselm Kiefer “Gehäutete Landschaft, 2015-2017”

Seit 2011 – damals noch als einmaliges Event konzipiert – wird Kunstschaffenden mit der Ausstellung eine unabhängige Plattform geboten, die längst nicht nur die hiesige Kunstszene zu einem Besuch einlädt: Mit einer jährlichen Resonanz von mehr als 3.000 Besuchern aus ganz Deutschland an nur einem Wochenende hat sich der salondergegenwart mit den Jahren als fokussiertes Format etabliert, das auf aktuelle Kunstströmungen reagiert.

Ausstellungsdauer: 23.11.2018 bis 25.11.2018

Website: www.salondergegenwart.de

ArtKiss-Besuch: 23.11.2018

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

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Es war die siebte Ausgabe der Affordable Art Fair. 80 lokale, nationale und in diesem Jahr – subjektiv wahrgenommen – deutlich mehr internationale Galerien präsentierten Zeitgenössische Kunst in der Messe Hamburg. Ebenfalls subjektiv war die Messe etwas leerer (und somit für die Besucher angenehmer) als in den Vorjahren, ein paar Galeristen klagten allerdings über schleppende Verkäufe. Das mag für ein paar Galerien bereits im Vorjahr der Fall gewesen sein, denn in diesem Jahr fehlte diverse Galerien, die noch auf den bisherigen AAFs in Hamburg vertreten waren. Insgesamt hat die Messe aber auch dieses Jahr als Besucher wieder Spaß gemacht.

Messedauer: 15.11.2018 bis 18.11.2018

Website: affordableartfair.com/hamburg

ArtKiss-Besuch: 16.11.2018

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Nach drei Jahren Pause präsentiert die Levy Galerie unter dem Ausstellungstitel „Zweifaches Sehen“ wieder aktuelle Werke, genauer gesagt „Photopicturen“ des Hamburger Künstlers Marc Lüders in einer schwarz-weißen Ästhetik.

Marc Lüders, „Figur 60-15-2", 2018, 93 x 60 cm, Öl auf Silbergelatine Print, Courtesy: LEVY Galerie, Hamburg

Marc Lüders, „Figur 60-15-2″, 2018, 93 x 60 cm, Öl auf Silbergelatine Print, Courtesy: LEVY Galerie, Hamburg

Lüders‘ Werke zeichnen sich durch subtile Einbrüche der Malerei in den Bildraum der Fotografie aus. Gemalte, schwebende Objekte und topografisch entortete, realistische Figuren werden in eine anonyme, urbane Landschaft oder einen symbolisch befrachteten Naturraum hineinversetzt. In befremdlicher Weise lösen sie sich in ihrer Durchsichtigkeit mehr und mehr von ihrer temporären fotografischen Umwelt ab.

Marc Lüders, „Figur 861-1-1“, 2018, 71 x 98 cm, Öl auf Silbergelatine Print, Courtesy: LEVY Galerie, Hamburg

Marc Lüders, „Figur 861-1-1“, 2018, 71 x 98 cm, Öl auf Silbergelatine Print, Courtesy: LEVY Galerie, Hamburg

Wenn Lüders auf diese eigene Art und Weise einen Illusionismus erzeugt, verweist er damit auf die Flut technisierter Bilder, die uns täglich umspült und ebenso Illusionen vorgibt, die nicht immer dem Realen entsprechen und unser Wahrnehmungs- und Sehverständnis herausfordern.

Marc Lüders, „Objekt 399-8-7“, 2018, 67 x 84 cm, Öl auf Silbergelatine Print, Courtesy: LEVY Galerie, Hamburg

Marc Lüders, „Objekt 399-8-7“, 2018, 67 x 84 cm, Öl auf Silbergelatine Print, Courtesy: LEVY Galerie, Hamburg

Ausstellungsdauer: 16.10.2018 bis 16.11.2018

Website: www.levy-galerie.de

ArtKiss-Besuch: 15.10.2018

Die LEVY Galerie ehrt mit der Ausstellung „The Famous Four & The Superheroes“ den US-amerikanischen Popartkünstler der ersten Stunde, Mel Ramos, zu ehren.

Im Mittelpunkt der Einzelschau stehen sowohl sein zeichnerisches Oeuvre unter dem Thema Superheroes, das sich dem von ihm seit Jugendzeiten verehrten Comic-Helden/innen wie Blonde Phantom, Black Cat, Miss Fury, Human Fly oder Atoman widmet, als auch das Cut Out Project of 2018 mit einer vierer Cut-Out Serie – A.C. Annie, Lola Cola, Della Monty und Tabacco Red -, die auf den gleichnamigen, legendären Gemälden des Künstlers von 1971 beruhen.

Mel Ramos: Super Heroes

Diese Famous Four of 1971 wurden nun als Sieb- und Digitaldruck auf Plexiglas in einer limitierten Auflage vom Künstler in ein Multiple überführt. Belinda Grace Gardner schreibt in dem begleitenden Katalog: „Ramos‘ sonnengoldene Pin-up-Girls posieren hier mit figurengroßen Produkten und deren Logos, von Coca-Cola und der Zigarettenmarke Vantage bis hin zur AC-Zündkerze und Del Monte-Ketchup-Flasche – eine Liaison zwischen weiblicher Erotik und Konsumgegenständen, die sich als Projektionsflächen des Begehrens in surrealer Übersteigerung wechselseitig kommentieren und konterkarieren.“

Mel Ramos: The Cut Out Project - Box Edition 2018, bedruckte Holzbox (70,2 x 46,9 x 16,5 cm) mit 4er Cut Out-Serie: Sieb- und Digitaldruck auf Plexiglas, AC Annie: 35,6 x 58,8 cm, Lola Cola: 35,6 x 59 cm, Della Monty: 24,7 x 60,1 cm, Tobacco Red: 36,6 x 52,6 cm

Mel Ramos: The Cut Out Project – Box Edition 2018
bedruckte Holzbox (70,2 x 46,9 x 16,5 cm) mit 4er Cut Out-Serie: Sieb- und Digitaldruck auf Plexiglas, AC Annie: 35,6 x 58,8 cm, Lola Cola: 35,6 x 59 cm, Della Monty: 24,7 x 60,1 cm, Tobacco Red: 36,6 x 52,6 cm

Das ursprüngliche Damen-Quartett wurde noch im Entstehungsjahr 1971 von Gunter Sachs, dem prominenten Fotografen und Dokumentarfilmer, profilierten Bob-Fahrer, einstmaligen Jet-Set-Playboy und Ex-Gatten von Brigitte Bardot, erworben und in seinem Hamburger Domizil installiert, als dieser zeitweilig im damaligen Trend-Viertel Pöseldorf eine Galerie unterhielt.

Mel Ramos: AC Annie / Lola Cola / Del Monte / Tobacco Red

Ausstellungsdauer: 11.09.2018 bis 11.10.2018

Website: www.levy-galerie.de

ArtKiss-Besuch: 14.09.2018

Wie positioniert sich die Malerei in einer Welt, in der sich die Rolle des Bildes grundlegend gewandelt hat? Lange Zeit hatte sie das Monopol auf das große, farbige und wirkungsmächtige Bild.

Doch dann wurde sie von der Fotografie als neues Leitmedium des Bildes abgelöst. Dennoch blieb die Malerei bis weit in das 20. Jahrhundert das unumstrittene Hauptmedium der Kunst. In den letzten Jahrzehnten hat sich das aber nachhaltig verändert. Die Wahrnehmung der Welt ist multimedial geworden. Auch in der Kunst.

Und doch, ein Blick in Kunstakademien und Ateliers, ein Gang durch Galerien und Kunstmessen genügt, um festzustellen: die Malerei ist, allen Unkenrufen zum Trotz, lebendiger denn je. So auch in Wien, wo der deutsche Maler Daniel Richter seit 2006 an der Akademie für bildende Künste Malerei unterrichtet. Fünf Künstler und eine Künstlerin aus seiner Klasse bespielen die Ausstellung in der Evelyn Drewes Galerie mit einer großen Bandbreite an malerischen Ausdrucksformen und Themen. Dabei zeigen sie auf, dass das gemalte Bild nichts von seinem vitalen künstlerischen Potenzial verloren hat. Im Gegenteil, ihre authentischen wie glaubwürdigen, mit Leidenschaft umgesetzten malerischen Bildwelten lassen erkennen, dass die Malerei wohl immer eine der unmittelbarsten Ausdrucksformen künstlerischer Kreativität und Vorstellungskraft bleiben wird.

Text: Günther Oberhollenzer, Kurator des neuen Kunstmuseum in Krems, der Landesgalerie Niederösterreich und der Ausstellung „Was Malerei bedeuten kann“

Liebe Evelyn und lieber Tobias,
herzlichen Glückwunsch zum 10jährigen Galerie-Jubiläum!

Ausstellungsdauer: 08.09.2018 bis 12.10.2018

Website: www.evelyndrewes.de

ArtKiss-Besuch: 07.09.2018