Mit ‘Hamburg’ getaggte Beiträge

Nach drei Jahren Pause präsentiert die Levy Galerie unter dem Ausstellungstitel „Zweifaches Sehen“ wieder aktuelle Werke, genauer gesagt „Photopicturen“ des Hamburger Künstlers Marc Lüders in einer schwarz-weißen Ästhetik.

Marc Lüders, „Figur 60-15-2", 2018, 93 x 60 cm, Öl auf Silbergelatine Print, Courtesy: LEVY Galerie, Hamburg

Marc Lüders, „Figur 60-15-2″, 2018, 93 x 60 cm, Öl auf Silbergelatine Print, Courtesy: LEVY Galerie, Hamburg

Lüders‘ Werke zeichnen sich durch subtile Einbrüche der Malerei in den Bildraum der Fotografie aus. Gemalte, schwebende Objekte und topografisch entortete, realistische Figuren werden in eine anonyme, urbane Landschaft oder einen symbolisch befrachteten Naturraum hineinversetzt. In befremdlicher Weise lösen sie sich in ihrer Durchsichtigkeit mehr und mehr von ihrer temporären fotografischen Umwelt ab.

Marc Lüders, „Figur 861-1-1“, 2018, 71 x 98 cm, Öl auf Silbergelatine Print, Courtesy: LEVY Galerie, Hamburg

Marc Lüders, „Figur 861-1-1“, 2018, 71 x 98 cm, Öl auf Silbergelatine Print, Courtesy: LEVY Galerie, Hamburg

Wenn Lüders auf diese eigene Art und Weise einen Illusionismus erzeugt, verweist er damit auf die Flut technisierter Bilder, die uns täglich umspült und ebenso Illusionen vorgibt, die nicht immer dem Realen entsprechen und unser Wahrnehmungs- und Sehverständnis herausfordern.

Marc Lüders, „Objekt 399-8-7“, 2018, 67 x 84 cm, Öl auf Silbergelatine Print, Courtesy: LEVY Galerie, Hamburg

Marc Lüders, „Objekt 399-8-7“, 2018, 67 x 84 cm, Öl auf Silbergelatine Print, Courtesy: LEVY Galerie, Hamburg

Ausstellungsdauer: 16.10.2018 bis 16.11.2018

Website: www.levy-galerie.de

ArtKiss-Besuch: 15.10.2018

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Die LEVY Galerie ehrt mit der Ausstellung „The Famous Four & The Superheroes“ den US-amerikanischen Popartkünstler der ersten Stunde, Mel Ramos, zu ehren.

Im Mittelpunkt der Einzelschau stehen sowohl sein zeichnerisches Oeuvre unter dem Thema Superheroes, das sich dem von ihm seit Jugendzeiten verehrten Comic-Helden/innen wie Blonde Phantom, Black Cat, Miss Fury, Human Fly oder Atoman widmet, als auch das Cut Out Project of 2018 mit einer vierer Cut-Out Serie – A.C. Annie, Lola Cola, Della Monty und Tabacco Red -, die auf den gleichnamigen, legendären Gemälden des Künstlers von 1971 beruhen.

Mel Ramos: Super Heroes

Diese Famous Four of 1971 wurden nun als Sieb- und Digitaldruck auf Plexiglas in einer limitierten Auflage vom Künstler in ein Multiple überführt. Belinda Grace Gardner schreibt in dem begleitenden Katalog: „Ramos‘ sonnengoldene Pin-up-Girls posieren hier mit figurengroßen Produkten und deren Logos, von Coca-Cola und der Zigarettenmarke Vantage bis hin zur AC-Zündkerze und Del Monte-Ketchup-Flasche – eine Liaison zwischen weiblicher Erotik und Konsumgegenständen, die sich als Projektionsflächen des Begehrens in surrealer Übersteigerung wechselseitig kommentieren und konterkarieren.“

Mel Ramos: The Cut Out Project - Box Edition 2018, bedruckte Holzbox (70,2 x 46,9 x 16,5 cm) mit 4er Cut Out-Serie: Sieb- und Digitaldruck auf Plexiglas, AC Annie: 35,6 x 58,8 cm, Lola Cola: 35,6 x 59 cm, Della Monty: 24,7 x 60,1 cm, Tobacco Red: 36,6 x 52,6 cm

Mel Ramos: The Cut Out Project – Box Edition 2018
bedruckte Holzbox (70,2 x 46,9 x 16,5 cm) mit 4er Cut Out-Serie: Sieb- und Digitaldruck auf Plexiglas, AC Annie: 35,6 x 58,8 cm, Lola Cola: 35,6 x 59 cm, Della Monty: 24,7 x 60,1 cm, Tobacco Red: 36,6 x 52,6 cm

Das ursprüngliche Damen-Quartett wurde noch im Entstehungsjahr 1971 von Gunter Sachs, dem prominenten Fotografen und Dokumentarfilmer, profilierten Bob-Fahrer, einstmaligen Jet-Set-Playboy und Ex-Gatten von Brigitte Bardot, erworben und in seinem Hamburger Domizil installiert, als dieser zeitweilig im damaligen Trend-Viertel Pöseldorf eine Galerie unterhielt.

Mel Ramos: AC Annie / Lola Cola / Del Monte / Tobacco Red

Ausstellungsdauer: 11.09.2018 bis 11.10.2018

Website: www.levy-galerie.de

ArtKiss-Besuch: 14.09.2018

Wie positioniert sich die Malerei in einer Welt, in der sich die Rolle des Bildes grundlegend gewandelt hat? Lange Zeit hatte sie das Monopol auf das große, farbige und wirkungsmächtige Bild.

Doch dann wurde sie von der Fotografie als neues Leitmedium des Bildes abgelöst. Dennoch blieb die Malerei bis weit in das 20. Jahrhundert das unumstrittene Hauptmedium der Kunst. In den letzten Jahrzehnten hat sich das aber nachhaltig verändert. Die Wahrnehmung der Welt ist multimedial geworden. Auch in der Kunst.

Und doch, ein Blick in Kunstakademien und Ateliers, ein Gang durch Galerien und Kunstmessen genügt, um festzustellen: die Malerei ist, allen Unkenrufen zum Trotz, lebendiger denn je. So auch in Wien, wo der deutsche Maler Daniel Richter seit 2006 an der Akademie für bildende Künste Malerei unterrichtet. Fünf Künstler und eine Künstlerin aus seiner Klasse bespielen die Ausstellung in der Evelyn Drewes Galerie mit einer großen Bandbreite an malerischen Ausdrucksformen und Themen. Dabei zeigen sie auf, dass das gemalte Bild nichts von seinem vitalen künstlerischen Potenzial verloren hat. Im Gegenteil, ihre authentischen wie glaubwürdigen, mit Leidenschaft umgesetzten malerischen Bildwelten lassen erkennen, dass die Malerei wohl immer eine der unmittelbarsten Ausdrucksformen künstlerischer Kreativität und Vorstellungskraft bleiben wird.

Text: Günther Oberhollenzer, Kurator des neuen Kunstmuseum in Krems, der Landesgalerie Niederösterreich und der Ausstellung „Was Malerei bedeuten kann“

Liebe Evelyn und lieber Tobias,
herzlichen Glückwunsch zum 10jährigen Galerie-Jubiläum!

Ausstellungsdauer: 08.09.2018 bis 12.10.2018

Website: www.evelyndrewes.de

ArtKiss-Besuch: 07.09.2018

Anton Corbijn (geb. 1955): Sinéad O’Connor, Dublin 1990, Leihgabe des Künstlers, © Anton Corbijn, 2018

Anton Corbijn (geb. 1955): Sinéad O’Connor, Dublin 1990, Leihgabe des Künstlers, © Anton Corbijn, 2018

Seit über vier Jahrzehnten prägt Anton Corbijn mit seinen ikonischen Porträts das Image von Bands und Musikern wie Depeche Mode, U2 oder Tom Waits. Das Bucerius Kunst Forum widmet dem international renommierten Fotografen nun eine umfassende Schau.

Ausstellungsansicht: Anton Corbijn. The Living and the Dead, Foto: Ulrich Perrey

Ausstellungsansicht: Anton Corbijn. The Living and the Dead, Foto: Ulrich Perrey

Gezeigt werden rund 120 Arbeiten Corbijns aus 40 Schaffensjahren, darunter etwa 20 bisher unveröffentlichte Fotografien. Die Ausstellung stellt den meist im Auftrag entstandenen Musikerporträts rund 40 freie Arbeiten des Künstlers gegenüber. Dabei spürt sie der Frage nach, wann Fotografie zu Kunst wird.

Ausstellungsansicht: Anton Corbijn. The Living and the Dead, Foto: Ulrich Perrey

Ausstellungsansicht: Anton Corbijn. The Living and the Dead, Foto: Ulrich Perrey

Die Ausstellung zeigt die ikonischen Porträts von Musikern und Bands wie Joy Division, Depeche Mode, Tom Waits, U2 oder den Rolling Stones, die Corbijn berühmt gemacht haben.

Anton Corbijn (geb. 1955): Joy Division, London 1979, Leihgabe des Künstlers, © Anton Corbijn, 2018

Anton Corbijn (geb. 1955): Joy Division, London 1979, Leihgabe des Künstlers, © Anton Corbijn, 2018

Im Zentrum der Schau steht seine autobiografischste Serie: a. somebody. Für diese
inszenierte sich Corbijn als Musiker und fotografierte sich in der ländlichen Umgebung seines Geburtsorts Strijen.

Ausstellungsdauer: 07.06.2018 bis 06.01.2019

Website: www.buceriuskunstforum.de

ArtKiss-Besuch: 20.08.2018

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

PROOFMit Werken von Francisco Goya (1746–1828), Sergei Eisenstein (1898–1948) und Robert Longo (1953) stellt die Ausstellung „Proof“ drei wesensverwandte Künstler vor, die die sozialen, kulturellen und politischen Komplexitäten ihrer jeweiligen Zeit in bildgewaltige Werke überführen.

Vom 18. bis zum 21. Jahrhundert erfahren diese drei Künstler über zwei Kontinente hinweg sowohl die Turbulenzen eines Jahrhundertwechsels als auch die seismischen Auswirkungen von Revolution, Bürgerrechtsbewegungen und Krieg. Goya wählte im 18./19. Jahrhundert das Medium Druckgrafik für seine gesellschaftskritischen Werkzyklen und eindringlichen Kriegsbilder.

Eisenstein thematisiert seit den 1920er Jahren die russische Geschichte in Filmklassikern wie „Panzerkreuzer Potemkin“ (1925) oder „Iwan der Schreckliche“ (1945).

Robert Longo: Untitled (Bullet Hole in Window, January 7, 2015), 2015-2016. Charcoal on mounted paper. Courtesy Galerie Thaddaeus Ropac © Robert Longo/ VG Bild-Kunst Bonn, 2018.

Robert Longo: Untitled (Bullet Hole in Window, January 7, 2015), 2015-2016. Charcoal on mounted paper. Courtesy Galerie Thaddaeus Ropac © Robert Longo/ VG Bild-Kunst Bonn, 2018.

Der New Yorker Künstler Robert Longo setzt sich in seinen bis zu 7,5 Meter breiten Kohlezeichnungen mit brennenden Themen der Gegenwart wie Terrorismus, Flüchtlingsbewegungen und moderne Kriegsführung wie auch den Symbolen der Macht auseinander. Aufklärung, Moderne und Postmoderne treffen in dieser Ausstellung zusammen.

Alle drei Werksammlungen und ihre Techniken repräsentieren die Geschichte der Medien. Die Druckplatte und die Kamera stehen repräsentativ für das Aufkommen der Massenmedien, während Longos Zeichnungen, die er anachronistisch mit Kohle anfertigt, eine hyperreale, verlangsamte Antwort auf die Fotografie darstellen. Die enge Beziehung zwischen den Werken der Künstler zeigt sich in der visuellen Struktur: Alle drei Künstler zählen zu den großen Bilddramatikern ihrer Zeit. Sie nutzen die Kraft der optischen Täuschung, um das Mysterium der Leidenschaftlichkeit, die Kälte der Macht, die Last des menschlichen Schicksals sowie ihre jeweilige, kulturell beeinflusste Wirklichkeit abzubilden.

 

Ausstellungsdauer: 17.02.2018 bis 27.05.2018

Website: www.deichtorhallen.de

ArtKiss-Besuch: 21.05.2018

ArtKiss-Wertung:

KSR

Die Ausstellung „Karl Schmidt-Rottluff: expressiv, magisch, fremd“ untersuchte erstmals die Faszination des berühmten „Brücke“-Künstlers für außereuropäische Kunst und Kultgegenstände und seine lebenslange Rezeption der für ihn magischen Kraft dieser Objekte.

Karl Schmidt-Rottluff: Monte Palatino, 1930 - Brücke-Museum Berlin - Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung - © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Karl Schmidt-Rottluff: Monte Palatino, 1930 – Brücke-Museum Berlin – Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung – © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Das Bucerius Kunst Forum präsentierte rund 80 Arbeiten Schmidt-Rottluffs aus über 50 Schaffensjahren, darunter Skulpturen, Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafik. Die Werke wurden in direkten Dialog mit afrikanischen und ozeanischen Objekten aus der umfassenden ethnografischen Sammlung des Künstlers gesetzt, der bereits als junger Mann begann, außereuropäischer Kunst und Kultgegenstände zu sammeln. Die Ausstellung präsentierte neue wissenschaftliche Erkenntnisse über den Nachlass des Künstlers und veranschaulichte, wie Schmidt-Rottluff stilistische und inhaltliche Anregungen umsetzte und darüber hinaus Motive direkt in seine Bilder übernahm.

Ausstellungsdauer: 27.01.2018 bis 21.05.2018

Website: www.buceriuskunstforum.de

ArtKiss-Besuch: 21.05.2018

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.

Alex Katz In Color (Sarah / Christy)

Alex Katz In Color (Sarah / Christy)

Schönheit ist eines der Hauptthemen von Alex Katz, Gegenstand seiner Werke sind oft außergewöhnlich attraktive Frauen wie Supermodel Christy Turlington oder seine Frau Ada, mit der er seit rund 60 Jahren verheiratet ist.

Alex Katz In Color (Red Hat Ada)

Alex Katz In Color (Red Hat Ada)

In seinen Druckgrafiken reproduziert Katz nicht einfach bestehende Gemälde, sondern reflektiert seine Motive, die in Schwarz-Weiß durch ihre gezielte Licht- und Schattenführung eine ganz besondere, Ästhetik der Reduktion entwickeln, wobei er sich unterschiedlichster Techniken bedient.

Auf Basis eines konkreten Gemäldes entsteht die Bildidee für einen Siebdruck, eine Lithographie, einen Holzschnitt oder eine Aquatinta. Mit Hilfe der ausgeprägten druckgrafischen Möglichkeiten wird die Vorlage in ihrer Kernaussage präzisiert und perfektioniert. Die synthetisierende Wirkung, die der Künstler in enger Zusammenarbeit mit namhaften Druckern weiterentwickelt, unterstützt das Flächige und Künstliche bei der Wiedergabe seiner Bildmotive.

Durch die gesteigerte Reduktion auf eine Perspektive sowie die Konzentration von Licht, Form und Farbe auf den Kerncharakter des Motivs, erreicht Alex Katz mit seinen druckgrafischen Arbeiten die absolute Ausgestaltung der ursprünglichen Bildidee. Diese gesteigerte formale, technische aber besonders auch inhaltliche Präzision verleiht seinem druckgrafischen Werk eine kunsthistorische Bedeutung, die trotz der langen Tradition des Mediums, bei kaum einem anderen Künstler in dieser geballten Kraft zu finden ist.

Die Bedeutsamkeit dieses Werkkomplexes zeigt sich nicht zuletzt in der Sammlung der Albertina in Wien, die nahezu das gesamte druckgrafische Werk von Katz besitzt.

Alex Katz In Color (10:30 am / Purple Hat)

Alex Katz In Color (10:30 am / Purple Hat)

Ausstellungsdauer: 19.01.2018 bis 25.03.2018

Website: www.galerieschimming.de

ArtKiss-Besuch: 20.01.2018