Mit ‘Halle für aktuelle Kunst’ getaggte Beiträge

Die Deichtorhallen präsentieren das Projekt QUADRO mit Arbeiten von Kerstin Brätsch, Kati Heck, Stefanie Heinze und Laura Link.

Kati Heck, Meisterengelchen: Pufff, 2019 250 x 180 cm Öl und Buntstift auf Leinwand, Künstlerrahmen aus Holz Courtesy Tim van Laeren Gallery, Antwerp Copyright: © Kati Heck

Kati Heck, Meisterengelchen: Pufff, 2019 250 x 180 cm Öl und Buntstift auf Leinwand, Künstlerrahmen aus Holz Courtesy Tim van Laeren Gallery, Antwerp Copyright: © Kati Heck

Die Ausstellung ist als Antwort auf die vorhergehende Ausstellung „Die jungen Jahre der Alten Meister“ mit Werken von Georg Baselitz, Anselm Kiefer, Sigmar Polke und Gerhard Richter zu lesen. Was dort an Grundlagen der deutschen Malerei zu sehen war, wird hier nun in die Gegenwart überführt.

Kerstin Brätsch, Fossil Psychic For Christa (Stucco marmo), 2019 110 x 131,1 cm Gips, Pigmente, Kleber, Wachs und Öl auf Wabe, Filz Courtesy Gavin Brown`s Enterprise, New York Copyright: © Kerstin Brätsch. Courtesy Gavin Brown`s Enterprise, New York

Kerstin Brätsch, Fossil Psychic For Christa (Stucco marmo), 2019 110 x 131,1 cm Gips, Pigmente, Kleber, Wachs und Öl auf Wabe, Filz Courtesy Gavin Brown`s Enterprise, New York Copyright: © Kerstin Brätsch. Courtesy Gavin Brown`s Enterprise, New York

Die Ausstellung QUADRO beantwortet beispielhaft die Frage, welchen Vorrat an Formulierungen, Formeln und Symbolen sich die Malerei aktuell geschaffen
hat, um uns in figurativen, neo-surrealistischen oder experimentellen Bildern in ihren Bann zu ziehen.

 
Ausstellungsdauer: 14.02.2020 bis 06.09.2020

Website: www.deichtorhallen.de

ArtKiss-Besuch: 20.05.2020

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Mona Ardeleanu, Kuro 2018/IV, 2018 Öl auf Leinwand, 140 x 120 cm Courtesy Galerie Thomas Fuchs, Foto: die Künstlerin Copyright: © Mona Ardeleanu

Mona Ardeleanu, Kuro 2018/IV, 2018 Öl auf Leinwand, 140 x 120 cm Courtesy Galerie Thomas Fuchs, Foto: die Künstlerin Copyright: © Mona Ardeleanu

Mit dem Ausstellungsprojekt „Jetzt! Junge Malerei in Deutschland“ haben das Kunstmuseum Bonn, das Museum Wiesbaden und die Kunstsammlungen Chemnitz – Museum Gunzenhauser den Versuch unternommen, den aktuellen Stand des Mediums Malerei zu bestimmen. Ziel war es, einen gültigen Querschnitt durch die junge, in Deutschland entstandene Malerei zu geben und dabei alle Erscheinungsformen des Mediums ohne konzeptuelle oder ideologische Einschränkungen zu berücksichtigen.

Die Deichtorhallen Hamburg präsentieren als vierte Station der Ausstellung eine Auswahl von rund 150 Werken aus dem ambitionierten Projekt.

Lydia Balke, Hibernation Battlefield II (A Stained Mattress. Two Frozen Bodies. One Shattered Life.), 2017  Öl auf Nessel 230 x 160 cm Courtesy der Künstlerin. Foto: Lydia Balke Copyright: © Lydia Balke

Lydia Balke, Hibernation Battlefield II (A Stained Mattress. Two Frozen Bodies. One Shattered Life.), 2017 Öl auf Nessel 230 x 160 cm Courtesy der Künstlerin. Foto: Lydia Balke Copyright: © Lydia Balke

Nicht erst seit dem Aufbruch der Romantik um 1800 gilt die Malerei in Deutschland als führende Disziplin der Kunst. Die Nation der Malerfürsten des ausgehenden 20. Jahrhunderts treibt bis heute die Entwicklung der Malkunst voran und ist weltweit angesehen. Die vier kollaborierenden Museen, die sich besonders der Malerei verpflichtet fühlen, stellen mit dieser Ausstellung die nächste Generation wichtiger Maler/innen in Deutschland vor.

Vivian Greven, Leea, 2017 Öl auf Leinwand, 120 x 110 cm Privatsammlung Setareh, Foto: die Künstlerin Copyright: © Vivian Greven

Vivian Greven, Leea, 2017 Öl auf Leinwand, 120 x 110 cm Privatsammlung Setareh, Foto: die Künstlerin Copyright: © Vivian Greven

In den drei parallel im Herbst/Winter 2019 stattgefundenen Ausstellungen in Bonn, Chemnitz und Wiesbaden wurden rund 500 Werke von 53 Künstler/innen ausgestellt, die die Generation der heute Vierzigjährigen repräsentieren. Gezeigt werden Künstler/innen, welche die Malerei im klassischen Sinne als Tafelbild oder als Bild auf der Wand gegenwärtig weiterentwickeln.

Zum ersten Mal seit der deutschen Wiedervereinigung wird mit der Ausstellung der Versuch unternommen, einen möglichst umfassenden Überblick über die gegenwärtige Malerei in Deutschland zu geben. Ohne inhaltliche Beschränkung, jedoch mit Fokus auf klassische Bildtraditionen und deren Befragung wird die Aktualität dieser Gattung überprüft und im besten Falle bestätigt werden.

 
Ausstellungsdauer: 14.02.2020 bis 06.09.2020

Website: www.deichtorhallen.de

ArtKiss-Besuch: 20.05.2020

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

PROOFMit Werken von Francisco Goya (1746–1828), Sergei Eisenstein (1898–1948) und Robert Longo (1953) stellt die Ausstellung „Proof“ drei wesensverwandte Künstler vor, die die sozialen, kulturellen und politischen Komplexitäten ihrer jeweiligen Zeit in bildgewaltige Werke überführen.

Vom 18. bis zum 21. Jahrhundert erfahren diese drei Künstler über zwei Kontinente hinweg sowohl die Turbulenzen eines Jahrhundertwechsels als auch die seismischen Auswirkungen von Revolution, Bürgerrechtsbewegungen und Krieg. Goya wählte im 18./19. Jahrhundert das Medium Druckgrafik für seine gesellschaftskritischen Werkzyklen und eindringlichen Kriegsbilder.

Eisenstein thematisiert seit den 1920er Jahren die russische Geschichte in Filmklassikern wie „Panzerkreuzer Potemkin“ (1925) oder „Iwan der Schreckliche“ (1945).

Robert Longo: Untitled (Bullet Hole in Window, January 7, 2015), 2015-2016. Charcoal on mounted paper. Courtesy Galerie Thaddaeus Ropac © Robert Longo/ VG Bild-Kunst Bonn, 2018.

Robert Longo: Untitled (Bullet Hole in Window, January 7, 2015), 2015-2016. Charcoal on mounted paper. Courtesy Galerie Thaddaeus Ropac © Robert Longo/ VG Bild-Kunst Bonn, 2018.

Der New Yorker Künstler Robert Longo setzt sich in seinen bis zu 7,5 Meter breiten Kohlezeichnungen mit brennenden Themen der Gegenwart wie Terrorismus, Flüchtlingsbewegungen und moderne Kriegsführung wie auch den Symbolen der Macht auseinander. Aufklärung, Moderne und Postmoderne treffen in dieser Ausstellung zusammen.

Alle drei Werksammlungen und ihre Techniken repräsentieren die Geschichte der Medien. Die Druckplatte und die Kamera stehen repräsentativ für das Aufkommen der Massenmedien, während Longos Zeichnungen, die er anachronistisch mit Kohle anfertigt, eine hyperreale, verlangsamte Antwort auf die Fotografie darstellen. Die enge Beziehung zwischen den Werken der Künstler zeigt sich in der visuellen Struktur: Alle drei Künstler zählen zu den großen Bilddramatikern ihrer Zeit. Sie nutzen die Kraft der optischen Täuschung, um das Mysterium der Leidenschaftlichkeit, die Kälte der Macht, die Last des menschlichen Schicksals sowie ihre jeweilige, kulturell beeinflusste Wirklichkeit abzubilden.

 

Ausstellungsdauer: 17.02.2018 bis 27.05.2018

Website: www.deichtorhallen.de

ArtKiss-Besuch: 21.05.2018

ArtKiss-Wertung:

Neo Rauch: Männer mit Flugzeugen, 2012. Courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin and David Zwirner, New York/London // © VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Mit der Sammlung Viehof präsentieren die Deichtorhallen Hamburg an zwei Standorten, der Halle für aktuelle Kunst und der Sammlung Falckenberg in Hamburg-Harburg, eine der bedeutendsten deutschen Privatsammlungen zeitgenössischer Kunst.

Rund 560 Werke von 75 Künstlern verwandeln die Deichtorhallen in ein temporäres Museum der Gegenwartskunst. Die Sammlung Viehof, in die wichtige Teile der Sammlung Speck und Sammlung Rheingold eingeflossen sind, vereint Werke aus den Bereichen Malerei, Zeichnung, Fotografie, Skulptur, Installation und Video mit Schwerpunkt auf deutsche Kunst von der Nachkriegszeit bis heute. Im Zentrum der Ausstellung stehen hochkarätige Konvolute einzelner Künstler, darunter Georg Baselitz, Joseph Beuys, Candida Höfer, Jörg Immendorff, Sigmar Polke, Daniel Richter und Rosemarie Trockel.

 

Ausstellungsdauer: 01.10.2016 bis 22.01.2017

Website: www.deichtorhallen.de

ArtKiss-Besuch: 29.12.2016

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Die Besucher werden gleich auf dem Parkplatz inmitten der parkenden Autos von einem auf dem Kopf stehenden PKW begrüßt – er ist Teil der „Kunstausstellung“ von Hans-Peter Feldmann.

Auto  "geparkt"

Die Ausstellung in den Deichtorhallen Hamburg ist den zentralen Serien, Installationen, Skulpturen und Bildern Hans-Peter Feldmanns aus über vier Jahrzehnten gewidmet. Feldmann, 1941 in Düsseldorf geboren, wurde in den frühen 1970er Jahren mit enzyklopädischen Fotoserien bekannt, für die er sich aus dem großen Fundus alltäglicher Bilder bediente. Feldmann überwindet die scheinbare Kluft zwischen Kunst und Alltag und taucht Vorgefundenes aus der trivialen Welt bis hin zu Amateurfotos, Spielzeug und Nippes in ein poetisches, persönliches Licht.

Seine Arbeiten wurden u.a. im Guggenheim Museum New York, auf der Documenta und auf der Biennale von Venedig gezeigt. Mittlerweile zählt er zu den großen deutschen Künstlern, die wie Gerhard Richter und Sigmar Polke einen spürbaren Einfluss auf die nachfolgende Künstlergeneration haben.

Bis heute haben die Werke Feldmanns nichts von ihrer Verführungskraft, ihrer Leichtigkeit und dem subtilen Humor verloren. Kindliche, erotische aber auch politische Welten – jeweils eine Mischung aus Readymade und künstlerischem Eingriff – werden in seinen Arbeiten berührt. Von der Installation eines geisterhaften Schattenspiels über die für 500 Euro von Frauen auf der Straße abgekauften Handtaschen, deren Inhalt in der Ausstellung präsentiert wird, bis zu dem künstlerischen „Funkturm“ der Ausstellung auf dem Deichtorplatz, Michelangelos „David“, neun Meter hoch und in schriller Farbigkeit gestaltet, ist in der Schau alles enthalten, was Feldmanns Werk so besonders macht.

David - 9 Meter

In einer Serie über 9/11 stellt er die Titelblätter von 300 internationalen Zeitungen des darauffolgenden Tages zusammen, ein von der üblichen Geschichtsschreibung befreiter Blick auf ein Jahrhundert wird in der Arbeit „100 Jahre“ geworfen. In dieser sind 100 Porträts von Menschen im Alter zwischen Null und Hundert vereint. Durch kleine Eingriffe veränderte klassische Gemälde etwa von Modigliani laden den Betrachter zum genauen Hinsehen ein, holen die hohe Kunst vom Sockel und untergraben den Glauben an das Kunstschöne und Repräsentative. Feldmann entfernt beispielsweise aus Seestücken die Schiffe, malt Honorationen auf klassischen Porträts oder Geldscheinen rote Nasen oder fügt Courbets Akt eine von Sonnenbräune befreite Bikinizone hinzu.

Viele Werke des Künstlers stellen auf spielerische Weise den Traum idealer Welten in Frage, auf dem die Traditionen westlicher Kunst beruhen.

Ausstellungsdauer: 01.03.2013 bis 02.06.2013

Website: www.deichtorhallen.de

ArtKiss-Besuch: 12.05.2013

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!