Mit ‘Grafiken’ getaggte Beiträge

Die dritte Ausgabe der Affordable Art Fair Hamburg zog erneut mehr Besucher an als im Vorjahr: 17.200 Besucher strömten an vier  Tagen in die Messehalle A3. Die Halle bot mehr Platz für mehr Aussteller: Diesmal durften 75 Galerien (2013: 70) Kunstwerke anbieten – und dies auch zu deutlich höheren Preisen. Um satte 50 % hatten die Veranstalter die Schmerzgrenze nach oben gesetzt: 7.500 € durfte ein Kunstwerk maximal kosten.

Affordable Art Fair 2014

Da fragt man sich, ob die ursprüngliche Idee und die kommerzielle Umsetzung nicht langsam arg auseinanderdriften. Denn welche Kunst-Einsteiger investiert mal so eben beim Messebesuch so viel Geld und lässt es sich gleich einpacken wie beim Metzger? Zumal die angebotenen Werke nicht selten von eher fragwürdiger Qualität im Hinblick auf ihren künstlerischen Ansatz waren. Und nicht selten wurde der neue preisliche Rahmen auch ausgeschöpft. Vielleicht auch aus der Not, den wie man hinter den Kulissen hören konnte, ist die Affordable Art Fair für Aussteller nicht unbedingt günstiger als ein vergleichbarer Auftritt auf der Art Cologne oder gar der Art Basel.

Mir persönlich hat ein einstündiger Rundgang bei der Late View (eine sehr begrüßenswerte Idee, dass man bis 22 Uhr die Ausstellung besuchen konnte) ausgereicht, um enttäuscht von Dannen zu ziehen. Zuviel dekorative Kunst, zuviel Look-alike-Ansätze, die man schon kennt.

Jim Avignon - Ich kann keine kunst mehr sehen

Jim Avignon – Ich kann keine kunst mehr sehen

Das Konzept, dass die präsentierten Künstler noch leben müssen, wurde beibehalten. Nur beim im Juli verstorbenen ZERO-Künstler Otto Piene wurde eine Ausnahme gemacht. So wurden sowohl Werke junger, aufstrebender Künstler ausgestellt als auch solche von etablierten Künstlern. Die Preisgrenze sorgte allerdings erneut dafür, dass die gezeigten Kunstwerke eher kleinformatig waren. Auf einer gut mit Besuchern gefüllten Messe kann es nämlich schon anstrengend werden, sich interessante Werke näher zu betrachten.

Otto Piene | ohne Titel | 1971 | 76 x 97 cm | Farbserigrafie. Courtesy: Galerie Pfanne Dreesen

Otto Piene | ohne Titel | 1971 | 76 x 97 cm | Farbserigrafie.
Courtesy: Galerie Pfanne Dreesen

Was mir besonders negativ auffiel: mehrere Galerien hatten zum Teil exakt die gleichen Kunstwerke im Angebot, die auch schon im Jahr zuvor gezeigt wurden. Das ist schwach und darauf sollten die Veranstalter besser achten. Ladenhüter gehören nicht auf eine Messe, die den Anspruch hat, eine gesunde Mischung aus rennomierten Namen und frischen neuen Gesichtern zu zeigen, die inspirieren soll. Immerhin war aber so auch vereinzelt zu beobachten, dass auch Preisanpassungen nach unten stattgefunden haben. Im letzten Jahr hatte ich speziell die marktfernen Preise für Drucke der Pop-Art-Künstler Mel Ramos oder Takashi Murakami kritisiert.

Dem Publikum scheint es aber wieder gefallen zu haben, schließlich lockte die Messe 4 % mehr Besucher an (17.200 nach 16.500 im Vorjahr) und umgesetzt wurde 10 % mehr (2,2 Mio. € nach 2,0 Mio. € 2013).

Messedauer: 13.11.2014 bis 16.11.2014

Website: affordableartfair.com/hamburg

ArtKiss-Besuch: 13.11.2014

ArtKiss-Wertung:
2 Sterne: Wenn man nichts besseres zu tun hat…

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Nachdem die Affordable Art Fair 2012 erfolgreich gestartet war, wagten die Veranstalter der (einzigen) deutschen Variante dieses Messekonzepts eine Fortsetzung.  Mitte November stellten 70 Galerien aus dem In- und Ausland in der Hamburg Messe Gemälde, Grafiken, Skulpturen und Fotografien aus bzw. boten diese zum Kauf an.

Das Konzept der Messe sieht vor, dass die Kunstwerke maximal 5.000 € kosten dürfen und das die Künstler noch leben müssen. So wurden sowohl Werke junger, aufstrebender Künstler ausgestellt als auch solche von etablierten Künstlern.

Die Messebesucher konnten die Werke gleich einpacken lassen und mitnehmen. Von diesem Angebot wurde auch ausführlich Gebrauch gemacht: Die 16.500 Besucher kauften Kunst für 2 Mio. €.

Was den informierten Besucher allerdings an manchen Messeständen überraschte : Die Kunstwerke waren zwar „affordable“, wurden allerdings teilweise deutlich über dem sonst üblichen Marktpreis angeboten. Gerade für Drucke der Pop-Art-Künstler Mel Ramos oder Takashi Murakami wurden Preise aufgerufen, die von Galerien (auch in Hamburg) um mehr als 50 % (!) unterboten werden. Das war das einzige negative Aspekt der Messe.

Messedauer: 14.11.2013 bis 17.11.2013

Website: affordableartfair.com/hamburg

ArtKiss-Besuch: 16.11.2013

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!