Mit ‘Frankfurt am Main’ getaggte Beiträge

In der Altmeister-Galerie des Städel Museums ist derzeit mit „Vice Versa“ eine ganz besondere Ausstellung zu sehen, die zeigt, was sonst eher verborgen bleibt: die Rückseite von Gemälden. In zwei Räumen wird anhand einer Auswahl von Gemälden des 14. bis 18. Jahrhunderts erklärt, welche Erkenntnisse die Kehrseiten der Malerei bereithalten.

Das kann z. B. die Erkenntnis sein, wie sich Restaurierungen vergangener Zeiten auf den Rückseiten ablesen lassen oder was Inschriften erzählen. Oder aber, wie das Bild in den Rahmen kommt und welche teils ungewöhnliche Materialien als Bildträger verwendet wurden.

Darüber hinaus können Gemälderückseiten manchmal fast die gesamte Geschichte eines Werkes preisgeben: Inschriften, Klebezettel, Stempel und Etiketten bilden zusammen mit Spuren restauratorischer Eingriffe ein wahrhaftes „Archiv“ des Bildes.

Ausstellungsdauer: Sommer 2015 bis Sommer 2016

Website: www.staedelmuseum.de

ArtKiss-Besuch: 31.07.2015

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.

Die 80er Das Städel Museum präsentiert in der Sonderausstellung „Die 80er. Figurative Malerei in der BRD“ rund 90 Werke von insgesamt 27 Künstlerinnen und Künstlern. Die Schau beleuchtet die damals neuartige, irritierende und überaus dynamische figurative Malerei, die sich in den 1980er-Jahren nahezu zeitgleich vor allem in den Zentren Berlin, Hamburg und dem Rheinland entwickelte.

Die Künstler, die den Kunstbetrieb um 1980 mit einer ungezügelten Intensität und hohem malerischen Tempo auf den Kopf stellten, schufen figurative Bilder, die eine kritische Auseinandersetzung mit der Tradition der Malerei, den Nachkriegsavantgarden und ihrer unmittelbaren Gegenwart wagten. Die Themen entstammten in erster Linie dem unmittelbaren Umfeld der Künstler.

Werner Büttner (*1954) Mutwillig zerstörte Telefonzellen, 1982 Öl auf Leinwand, 190 × 150 cm Museum für Kommunikation, Frankfurt am Main Foto: Axel Schneider © Werner Büttner

Werner Büttner – Mutwillig zerstörte Telefonzellen, 1982,Öl auf Leinwand, 190 × 150 cm, Museum für Kommunikation, Frankfurt am Main, Foto: Axel Schneider, © Werner Büttner

Der etablierte Kunstbetrieb wird dabei genauso zum Inhalt der Bilder, wie die homosexuelle Emanzipation oder die rauschende Geschwindigkeit der internationalen Club- und Musikszene, die ab Mitte der 1970er-Jahre durch New Wave und Punk vermittelt wurde.

Luciano Castelli (*1951) Berlin Nite, 1979 Kunstharz auf Nessel, 240 × 200 cm Luciano Castelli Foto: Luciano Castelli © VG Bild-Kunst, Bonn 2015

Luciano Castelli – Berlin Nite, 1979, Kunstharz auf Nessel, 240 × 200 cm, Luciano Castelli, Foto: Luciano Castelli, © VG Bild-Kunst, Bonn 2015

Die Protagonisten der Zeit waren dennoch alles andere als eine homogene malerische Bewegung. Vielmehr zeichnet sich die Malerei jenes Jahrzehnts zwischen Studentenrevolte und wiedervereinigtem Deutschland durch ein vielschichtiges, zum Teil widersprüchliches Nebeneinander unterschiedlicher Strömungen, Einflüsse und Befindlichkeiten aus. Die Sammlung Gegenwartskunst des Städel Museums mit ihrem spezifischen Fokus auf der Malerei nach 1945 stellt einen idealen Rahmen für die Präsentation dieser ereignisreichen Dekade dar.

Die 80er (Ausstellungsansicht)

Die 80er (Ausstellungsansicht)

Aufgrund ihrer ungewöhnlichen Ausdruckskraft wurden die Künstler der 80er Jahre von der zeitgenössischen Kunstkritik in die Nähe des deutschen Expressionismus und der französischen Fauves gerückt. Sie erhielten zahlreiche Etiketten, wie „Junge Wilde“ oder „Neo-Expressionisten“, und stellten selbst unter dem Schlagwort „Heftige Malerei“ aus. Doch keine dieser Titulierungen konnte sich verbindlich durchsetzen, nicht zuletzt, weil es sich um eine zweifellos heterogene Bewegung handelte.

Ausstellungsdauer: 22.07.2015 bis 18.10.2015

Website: www.staedelmuseum.de

ArtKiss-Besuch: 08.08.2015

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.