Mit ‘Filmstills’ getaggte Beiträge

Grand Opening der Evelyn Drewes Galerie

Die Evelyn Drewes Galerie ist umgezogen und hat das „Grand Opening“ in den ehemaligen Räumen der Hamburger Wollfabrik in Rothenburgsort gefeiert. Zur Eröffnung werden die neue Werkreihe „Drive me crazy“ von Michael Peltzer und weitere Arbeiten von den Künstlern Lukas Glinkowski und Lev Khesin gezeigt.

Mit der für die Ausstellung namensgebenden Werkreihe „Drive me crazy“ thematisiert Michael Peltzer ikonische Autos der Filmgeschichte. Von Herbie (1968) dem VW Käfer bis zum Batmobil (1966) – Peltzer hegt seit langem eine Faszination für die motorisierten Vierräder aus Kultfilmen. Wer sein Werk kennt, weiß um das wiederkehrende Motiv des Filmstills im Allgemeinen als Vorlage für seine Arbeiten. Aber auch Modellzeichnungen dienten dieses Mal als Recherche für Bilder wie Twinkle Little Star, welches den beunruhigend rot leuchtenden Plymouth Fury aus Stephen Kings Christine (1983) zeigt. Anders als bei den Filmstills von Cindy Shermann geht es Peltzer nicht um das Herunterbrechen visuell pointierter filmischer Realitäten, sondern im Gegenteil um die Überspitzung ihrer Ikonizität.

Das Automobil als Protagonist in der Kunst kann man in Anbetracht der aktuellen Klimadebatte thematisch nicht zeitgemäß finden – für Michael Peltzer ist es jedoch der passende Zeitpunkt sich mit diesem Sujet auseinanderzusetzen. Die Autoindustrie ist im Wandel, es geht um Perspektivenwechsel und Innovation. In der Shareconomy verliert das Auto schon jetzt seine Bedeutung als Statusobjekt, doch in den Herzen der Oldtimerliebhaber wird es seine Rolle als Ikone wohl niemals verlieren. Michael Peltzer rückt ausgewählte Modelle ins Spotlight und widmet ihnen einzigartige Portraits.

Ausstellungsdauer: 22.02.2020 bis 17.03.2020

Website: www.evelyndrewes.de

ArtKiss-Besuch: 21.02.2020

Zum Start der Herbstsaison zeigt Evelyn Drewes in ihrer Hamburger Galerie die Ausstellung „still film“ mit der neuen Filmstills-Werkserie von Michael Peltzer.

Michael Peltzer: falsch verbunden, 60 x 50 cm, Acryl auf Nessel, 2016

Michael Peltzer: falsch verbunden, 60 x 50 cm, Acryl auf Nessel, 2016

Wurden im ersten Ausstellung „Kintop“ ausschließlich Bildmotive des Spielfilms gezeigt, widmet sich Peltzer in „still film“ nun auch dem beliebten Format der Comic-Serien. So sind es Kindheitshelden und Bösewichte wie Pepé le Pew, Gossamer oder der Coyote, welche die bunte Welt des Spielfilms bereichern.

v.l.n.r.: Michael Peltzer: Le pew, Uncle Sam, taz und Goosamer, jeweils 70 x 60 cm, Acryl auf Nessel, 2016

v.l.n.r.: Michael Peltzer: Le pew, Uncle Sam, taz und Goosamer, jeweils 70 x 60 cm, Acryl auf Nessel, 2016

Die Leidenschaft zum Film und zu längst vergangenen Jahrzehnten der 50er bis 80er lässt Michael Peltzer in seine Leinwände mit einfließen. Heldenhafte Protagonisten und schaurige Banditen findet man in der diesjährigen Ausstellung in Hamburg.

Statt sich an populären Schlüsselszenen zu bedienen, stereotype Bilder einzelner Filme oder Genres aufzugreifen, sucht der Künstler seine Motive in der eigenen Erinnerung.

Ausstellungsdauer: 10.09.2016 bis 12.10.2016

Website: www.evelyndrewes.de

ArtKiss-Besuch: 09.09.2016

 

Noch bis zum 31. Januar zeigt Evelyn Drewes in ihrer Hamburger Galerie die Ausstellung „Kintop“ mit der neuen Filmstills-Werkserie von Michael Peltzer. Zusätzlich zu dieser etwa 20-teiligen Serie werden bisher noch nie ausgestellte Werke der „Monster Invasion“ und Collagen des in Köln lebenden 37-jährigen Künstlers gezeigt.

Michael Peltzer - Lord Helmchen, 140 x 165 cm, Acryl auf Nessel, 2014 © Evelyn Drewes Galerie / Foto: Patrick Kiss

Michael Peltzer – Lord Helmchen, 140 x 165 cm, Acryl auf Nessel, 2014

Michael Peltzer - Daydream Believer (Detail), 100 x 80 cm, Acryl auf Nessel, 2014 © Evelyn Drewes Galerie / Foto: Patrick Kiss

Michael Peltzer – Daydream Believer (Detail), 100 x 80 cm, Acryl auf Nessel, 2014

Ein Markenzeichen der Bilder Peltzers ist, dass der Betrachter nicht sicher ist, ob die Motive noch nicht vollständig aus der ungestalteten Malmasse herausgetreten sind oder sich umgekehrt schon wieder auflösen. Um diesen Effekt zu erzielen, schüttet der Meisterschüler von Michael van Ofen Farbe auf die auf dem Boden liegende Leinwand und lässt sich in einem impulsiven Prozess von Spontanität leiten. Die Pinselführung begleitet, immer orientiert an einer reduzierten Vorzeichnung, den Fluss der Farben.

Peltzer verwendet für die Vorzeichnung oft Motive aus Filmen, die er aus seiner Jugend kennt und die einer medienvermittelten Realität entstammen – eine verwischte Existenz zwischen Realität und Fiktion. Ein Filmstill aus einem x-Beliebigen Filmklassiker kann Reminiszenen an Peltzers Malerei wecken und umgekehrt, denn Peltzer will sich nicht entscheiden.

Ob es sich wirklich um einen spezifischen Filmausschnitt, um Batman oder Blut handelt, wird auch weder bestätigt noch dementiert. Ein vermutlich großes Gebilde in einer angedeuteten, in schwarz-weiß gehaltenen Landschaft könnte ein hockendes Monster in Hippie-Montur darstellen oder es handelt sich vielleicht um ein paar Eiskugeln mit bunten Streuseln als Topping.

Michael Peltzer - Bif, Pang, Pow, 100 x 130 cm, Acryl auf Nessel, 2014 © Evelyn Drewes Galerie / Foto: Patrick Kiss

Michael Peltzer – Bif, Pang, Pow, 100 x 130 cm, Acryl auf Nessel, 2014

Peltzer kultiviert Ungenauigkeiten im Referieren auf seine Motivvorlagen und pointiert Unschärfen. Batman zum Beispiel, ohnehin eher vage durch seinen adoleszenten Begleiter Robin auszumachen, trägt Purpur und Pink. Die Stadt im Hintergrund könnte durchaus Gotham City darstellen, wie es jedes andere durch Wolkenkratzer bestimmte Citydistrikt sein könnte. Eben weil Gotham City in den Comics und Filmen eine fiktive Stadt ist, deren Gestalt kühl geordnete Machtamplituden darstellt, exemplarisch und westlich. Wenn wir davon ausgehen, dass Bilder nicht die Fortschreibung sondern der Anfang von eigenständigen Realitäten sind, dann wäre es grob fahrlässig, diesen in Pink gekleideten Spaßvogel als Batman im falschen Kostüm zu identifizieren.

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Michael Peltzer hat verstanden, was Malerei immer schon am besten konnte: überzeugend wie möglich so zu tun, als ob es sich um mehr handelt als um sich selbst.

Ausstellungsdauer: 22.11.2014 bis 31.01.2015

Website: www.evelyndrewes.de

ArtKiss-Besuch: 05.01.2015

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!