Mit ‘Chris Jordan’ getaggte Beiträge

Gregory Crewdson, Untitled (Summer Rain), ‘Beneath the Roses’, 2004, digital pigment print. Museum Frieder Burda, Baden-Baden © Gregory Crewdson Courtesy Gagosian

Gregory Crewdson, Untitled (Summer Rain), ‘Beneath the Roses’, 2004, digital pigment print. Museum Frieder Burda, Baden-Baden © Gregory Crewdson Courtesy Gagosian

Düstere Straßen und einsam stehende Häuser, kaum ein Mensch unterwegs. Die im wahrsten Sinne des Wortes „un-heim-lichen“ Bilder des amerikanischen Fotografen Gregory Crewdson aus der Serie „Beneath the Roses“ könnten einem alten Hitchcock-Film in bester Hollywood-Manier entnommen sein. Wie in diesen werden die Orte und Szenen zu Spiegeln der Seele – und einer bedrückend empfundenen Leere des Daseins. Das Haus als Behausung der suchenden, einsamen Seele, geheimnisvoll und beklemmend: Crewdson inszeniert seine großformatigen Bilder mit höchstem cineastischem Aufwand und lässt die Abgründe hinter den alltäglichen Fassaden, ihren zart leuchtenden Fenstern, verhalten durchschimmern. Was geschieht wohl im Inneren der Häuser, werden hier die allseits bekannten Leichen produziert, die immer und überall im Keller schlummern?

Die Düsternis der Seele ist Thema der aktuellen Ausstellung im Salon Berlin des Museum Frieder Burda. Neben Werken von Gregory Crewdson aus der Sammlung präsentiert sie auch Arbeiten der Berliner Künstlerin Isa Genzken, ebenfalls aus eigenem Besitz.

Ihr Werk spielt immer mit Fragen der (In-)Stabilität, der drohenden Haltlosigkeit, der lauernden Leere. Das Material Beton ist hermetisch, der Blick aus dem Fenster führt ins Nichts, die Rose blüht – und ist – aus einem Aluminiumsockel hervorwachsend – gleichzeitig für immer im emotionalen Moment erstarrt. Gerade die Rose wird so zu einem fragil erscheinenden Spiegel der Künstlerin selbst – schließlich wurde sie 1948 als „Hanne-Rose Genzken“ geboren. Wie ein roter Faden ziehen sich übergroße Blumen – Symbole von Liebe und Zuneigung – seit 25 Jahren durch ihr Werk. Manifestationen des Einfachen, Poetischen, Menschlichen – aber auch Bedürftigen.

Chris Jordan, Šumava #9 (Czech Republic), 2019, C-print. Courtesy the artist

Chris Jordan, Šumava #9 (Czech Republic), 2019, C-print. Courtesy the artist

Als weitere Position schließt der amerikanische Fotograf und Umwelt-Aktivist Chris Jordan den Kreis. Virtuos fängt er die melancholischen Momente in einer menschenleeren Natur ein, die vom Menschen auch in seiner Nicht-Anwesenheit bedroht ist. Dazu hat er ein urwald-artiges Waldterrain in Böhmen in großformatige Fotografien gebannt.

Ausstellungsdauer: 09.02.2019 bis 23.03.2019

Website: www.museum-frieder-burda.de/de/salon-berlin/

ArtKiss-Besuch: 02.03.2019

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

 

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