Mit ‘Bucerius Kunst Forum’ getaggte Beiträge

Bertram Kober: Friedhof, 2017/2018, aus der Serie Goldbach, Leihgabe des Künstlers © Bertram Kober

Bertram Kober: Friedhof, 2017/2018, aus der Serie Goldbach, Leihgabe des Künstlers
© Bertram Kober

Mit der Ausstellung „Here We Are Today. Das Bild der Welt in Foto- & Videokunst“ eröffnet das Bucerius Kunst Forum die neuen Räume am Alten Wall. Im Zentrum der Schau stehen hochaktuelle Fragestellungen unserer globalisierten Gesellschaft. Die knapp 80 gezeigten Fotografien und sieben Videos konzentrieren sich auf die Themen Identität, Heimat, Vergangenheit, Verbrechen und Kapital.

Kaum ein Begriff wird gegenwärtig so instrumentalisiert wie jener der Identität. Die Fragen nach dem Eigenen und dem Fremden, nach unseren Werten und unserer Identität sind allgegenwärtig. Identitätsfragen lassen sich auch als Symptome für gesellschaftliche Umbruchsituationen verstehen, die in den ausgestellten Fotoserien und Videoarbeiten teils sehr persönlich, teils allgemeingültig verhandelt werden.

Der Heimatbegriff im modernen Sinne ist im 19. Jahrhundert entstanden als Gegenentwurf zur Industriegesellschaft, als Sehnsuchtsort. Und auch dieser Sehnsuchtsort wurde und wird nicht selten politisch instrumentalisiert. Der Begriff Heimat wird verbunden mit Geborgenheit, Sicherheit, Zugehörigkeit. Im besten Sinne ist noch Raum für Andere und für Unbekanntes, doch oft genug wird das Fremde als Bedrohung erlebt.

Wie lassen sich Verbrechen gegen Völker oder Volksgruppen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen? Kunst kann dies abstrakt oder an Einzelschicksalen, ganz nah oder aus weiter Ferne. Insbesondere die Foto und Videokunst kann sichtbar machen, was anderswo unsichtbar bleibt. Ein Beispiel in der Ausstellung sind die Arbeiten „Untitled (Reaper Drone)“ von Trevor Paglen. Beim genauen Betrachten der Fotos offenbart sich, dass die scheinbar schönen Himmelslandschaften von kleinen Punkten durchzogen sind – militärische Drohnen, mit denen aus großer Entfernung Menschen getötet werden.

Pieter Hugo: David Akore, Agbogbloshie Market, Accra, Ghana, aus der Serie Permanent Error, 2010, courtesy PRISKA PASQUER, Cologne © Pieter Hugo

Pieter Hugo: David Akore, Agbogbloshie Market, Accra, Ghana, aus der Serie Permanent Error, 2010, courtesy PRISKA PASQUER, Cologne © Pieter Hugo

Kapital ist in der bildenden Kunst schon sehr lange Thema und Motiv. Doch längst ist die Kunst selbst ein eigener Faktor auf dem Kapitalmarkt geworden. Dennoch gibt es zahlreiche zeitgenössische Künstler und Künstlerinnen, die sich kritisch mit dem Thema Kapital auseinandersetzen. So zeigt etwa die Arbeit „Permanent Error“ von Pieter Hugo das Gefälle zwischen Privilegierten und Abgehängten in unserer globalisierten Welt. Seine Fotos sind entstanden in Agbogbloshie – einer Müllhalde für auch legal eingeführten Elektroschrott in der ghanaischen Hauptstadt Accra und einem der am meisten kontaminierten Orte der Welt. Deutlich wird, wie die Konsumgesellschaft ihre Opfer fordert, oft auf der anderen Seite der Erde.

Mit diesen fünf Themen – Identität, Heimat, Vergangenheit, Verbrechen und Kapital – werden die Besucherinnen und Besucher in der Ausstellung immer wieder konfrontiert. Dabei sind die einzelnen Themenbereiche alle eng miteinander verwoben und inhaltlich nicht immer scharf voneinander zu trennen.

Jede der gezeigten Arbeiten ist das Mosaikteil einer Antwort auf die Frage: Wo stehen wir heute?

Ausstellungsansicht: Here We Are Today. Das Bild der Welt in Foto- & Videokunst Foto: Ulrich Perrey

Ausstellungsansicht: Here We Are Today. Das Bild der Welt in Foto- & Videokunst
Foto: Ulrich Perrey (zu sehen: Andreas Gursky „Amazon“, 2016)

 

Ausstellungsdauer: 07.06.2019 bis 29.09.2019

Website: www.buceriuskunstforum.de

ArtKiss-Besuch: 22.06.2019

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.

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Anton Corbijn (geb. 1955): Sinéad O’Connor, Dublin 1990, Leihgabe des Künstlers, © Anton Corbijn, 2018

Anton Corbijn (geb. 1955): Sinéad O’Connor, Dublin 1990, Leihgabe des Künstlers, © Anton Corbijn, 2018

Seit über vier Jahrzehnten prägt Anton Corbijn mit seinen ikonischen Porträts das Image von Bands und Musikern wie Depeche Mode, U2 oder Tom Waits. Das Bucerius Kunst Forum widmet dem international renommierten Fotografen nun eine umfassende Schau.

Ausstellungsansicht: Anton Corbijn. The Living and the Dead, Foto: Ulrich Perrey

Ausstellungsansicht: Anton Corbijn. The Living and the Dead, Foto: Ulrich Perrey

Gezeigt werden rund 120 Arbeiten Corbijns aus 40 Schaffensjahren, darunter etwa 20 bisher unveröffentlichte Fotografien. Die Ausstellung stellt den meist im Auftrag entstandenen Musikerporträts rund 40 freie Arbeiten des Künstlers gegenüber. Dabei spürt sie der Frage nach, wann Fotografie zu Kunst wird.

Ausstellungsansicht: Anton Corbijn. The Living and the Dead, Foto: Ulrich Perrey

Ausstellungsansicht: Anton Corbijn. The Living and the Dead, Foto: Ulrich Perrey

Die Ausstellung zeigt die ikonischen Porträts von Musikern und Bands wie Joy Division, Depeche Mode, Tom Waits, U2 oder den Rolling Stones, die Corbijn berühmt gemacht haben.

Anton Corbijn (geb. 1955): Joy Division, London 1979, Leihgabe des Künstlers, © Anton Corbijn, 2018

Anton Corbijn (geb. 1955): Joy Division, London 1979, Leihgabe des Künstlers, © Anton Corbijn, 2018

Im Zentrum der Schau steht seine autobiografischste Serie: a. somebody. Für diese
inszenierte sich Corbijn als Musiker und fotografierte sich in der ländlichen Umgebung seines Geburtsorts Strijen.

Ausstellungsdauer: 07.06.2018 bis 06.01.2019

Website: www.buceriuskunstforum.de

ArtKiss-Besuch: 20.08.2018

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

KSR

Die Ausstellung „Karl Schmidt-Rottluff: expressiv, magisch, fremd“ untersuchte erstmals die Faszination des berühmten „Brücke“-Künstlers für außereuropäische Kunst und Kultgegenstände und seine lebenslange Rezeption der für ihn magischen Kraft dieser Objekte.

Karl Schmidt-Rottluff: Monte Palatino, 1930 - Brücke-Museum Berlin - Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung - © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Karl Schmidt-Rottluff: Monte Palatino, 1930 – Brücke-Museum Berlin – Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung – © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Das Bucerius Kunst Forum präsentierte rund 80 Arbeiten Schmidt-Rottluffs aus über 50 Schaffensjahren, darunter Skulpturen, Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafik. Die Werke wurden in direkten Dialog mit afrikanischen und ozeanischen Objekten aus der umfassenden ethnografischen Sammlung des Künstlers gesetzt, der bereits als junger Mann begann, außereuropäischer Kunst und Kultgegenstände zu sammeln. Die Ausstellung präsentierte neue wissenschaftliche Erkenntnisse über den Nachlass des Künstlers und veranschaulichte, wie Schmidt-Rottluff stilistische und inhaltliche Anregungen umsetzte und darüber hinaus Motive direkt in seine Bilder übernahm.

Ausstellungsdauer: 27.01.2018 bis 21.05.2018

Website: www.buceriuskunstforum.de

ArtKiss-Besuch: 21.05.2018

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.

Die Geburt des Kunstmarktes

Das Bucerius Kunst Forum präsentiert die erste umfassende Themenausstellung zur Geburt des Kunstmarktes im Goldenen Zeitalter der Niederlande. Auf den Spuren von Künstlern wie Rembrandt, Ruisdael, van Goyen und vielen anderen erforscht die Ausstellung, wie gesellschaftliche Veränderungen in den Niederlanden des 17. Jahrhunderts einen neuen Kunstmarkt und eine ganz eigene Kunst hervorgebracht haben. Sie illustriert, wie sich Künstler, Kunsthändler und ihre Werkstätten auf die neue Marktsituation einstellten und warum die Preise auf dem Kunstmarkt von wenigen Gulden bis hin zu Höchstsummen reichten.


Ausstellungsdauer: 23.09.2017 bis 07.01.2018

Website: www.buceriuskunstforum.de

ArtKiss-Besuch: 26.10.2017

ArtKiss-Wertung:
2 Sterne: Wenn man nichts besseres zu tun hat…

Max Pechstein. Künstler der Moderne

Mit der Ausstellung „Max Pechstein. Künstler der Moderne“ präsentiert das Bucerius Kunst Forum erstmals das Schaffen des deutschen Expressionisten in einer Einzelschau in Hamburg. Sie würdigt den Künstler Max Pechstein (1881-1955) als wegweisenden Vertreter der Moderne und lässt sein vielschichtiges Werk vor dem Hintergrund verschiedener biografischer und geografischer Schwerpunkte neu aufleben.

Die Schau zeigt, wie sich Pechsteins Stil mit jedem Aufenthaltsort veränderte und weiterentwickelte, darunter Paris, Berlin und Dresden, Monterosso in Italien und Palau in der Südsee. Über die motivische Prägung unterschiedlicher Lebensmittelpunkte hinaus ergründet die Ausstellung, wie der Künstler frühzeitig wichtige Strömungen und Neuerungen in der Malerei erspürte und in seiner Kunst verarbeitete.

Die Schau gibt in über 70 Werken Einblick in alle signifikanten Werkgruppen und Schaffensperioden Pechsteins zwischen 1906 und 1932. Präsentiert werden neben einer Vielzahl seiner Gemälde auch Druckgraphiken, Zeichnungen, Aquarelle und Holzschnitte.

Max Pechstein rezipierte als einer der ersten deutschen Künstler die Ausdrucksmittel des französischen Fauvismus und wandelte sie in einen eigenständigen expressionistischen Stil um. Nach einem künstlerisch prägenden Parisaufenthalt zwischen 1907 und 1908 war er in Dresden und Berlin maßgeblich an der Bildung des „Brücke“-Stils beteiligt. Ab 1912 fanden auch Elemente des Kubismus Eingang in sein Werk.

Ausstellungsdauer: 20.05.2017 bis 03.09.2017

Website: www.buceriuskunstforum.de

ArtKiss-Besuch: 20.05.2017

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.

Das Bucerius Kunst Forum präsentiert mit der Ausstellung zum Werk Paula Modersohn-Beckers eine konzentrierte Neubetrachtung der deutschen Ausnahmekünstlerin.

Paula Modersohn-Becker. Der Weg in die Moderne

Die Einzelausstellung veranschaulicht anhand von rund 80 Werken die singuläre Bedeutung ihres kurzen künstlerischen Schaffens in einer Zeit zwischen zwei grundverschiedenen Künstlergenerationen: den Spätimpressionisten und den Expressionisten.

Die Schau ermöglicht durch gezielt gewählte – teils auch weniger bekannte – Gemälde und Zeichnungen einen neuen Blick auf das herausragende Werk von Paula Modersohn-Becker. Die Präsentation motivischer Wiederholungen verdeutlicht die Entwicklung ihrer eigenen Bildmittel und Methodik im Verlauf ihres kurzen künstlerischen Schaffens.

Paula Modersohn-Becker - Kopf eines blonden Mädchens mit Strohhut, um 1904, Kunst- und Museumsverein Wuppertal

Paula Modersohn-Becker – Kopf eines blonden Mädchens mit Strohhut, um 1904, Kunst- und Museumsverein Wuppertal

Während Modersohn-Beckers eigenwilliger und avantgardistischer Stil zu ihren Lebzeiten als irritierend oder befremdlich empfunden wurde, gilt er heute als revolutionär und zukunftsweisend.

Ausstellungsdauer: 04.02.2017 bis 01.05.2017

Website: www.buceriuskunstforum.de

ArtKiss-Besuch: 10.03.2017

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Ausstellung

Ausstellung „Venedig. Stadt der Künstler“

Venedig ist ein Sehnsuchtsort. Wie keine andere hat diese Stadt in den vergangenen Jahrhunderten ihre Besucher herausgefordert und Künstler wie Künstlerinnen in ihren Bann gezogen. Das Bucerius Kunst Forum widmet der Lagunenstadt derzeit mit „Venedig. Stadt der Künstler“ eine eigene Ausstellung.

Ausstellung

Ausstellung „Venedig. Stadt der Künstler“ am 29. September 2016 im Bucerius Kunst Forum in Hamburg. Foto Ulrich Perrey

Mit ca. 100 Werken von u.a. Vittore Carpaccio, Canaletto, William Turner, Claude Monet, Wassily Kandinsky, Gerhard Richter u.v.m. widmet sich die Schau der gesamteuropäischen Dimension der einzigartigen künstlerischen Rezeptionsgeschichte Venedigs vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Wassily Kandinsky: Erinnerung an Venedig 4 (Rialtobrücke), 1904

Wassily Kandinsky: Erinnerung an Venedig 4 (Rialtobrücke), 1904

In sechs Themenabschnitten präsentiert die Ausstellung die malerische Inszenierung eines Mythos: darunter die Darstellung der venezianischen Gesellschaft und ihrer Festlichkeiten, des Stadtbilds und der Architektur, sowie die besondere künstlerische Erfahrung von Licht und Wasser in der Löwenrepublik.

Ausstellungsdauer: 01.10.2016 bis 15.01.2017

Website: www.buceriuskunstforum.de

ArtKiss-Besuch: 22.10.2016

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!