Mit ‘Avantgarde’ getaggte Beiträge

Im Jahr 1984 gründeten drei Gruppen „Laibach“ (Multimedia), IRWIN (bildende Kunst) und Scipion Nasice Sisters Theatre (SNST, Theater) (1983-1987) das Kunstkollektiv „Neue Slowenische Kunst (NSK)“ und die Design-Abteilung „Novi Kolektivizem“.

Die Retrospektive „NSK from Kapital to Capital. Neue Slowenische Kunst – an Event of the Final Decade of Yugoslavia“ umfasst das letzte Jahrzehnt Jugoslawiens. In dieser Zeit kritisierte NSK das Versagen des zerfallenden Sozialismus und mahnte vor dem kommenden globalen Kapitalismus. Die Künstler bedienten sich dabei oft eines Ansatzes der subversiven Affirmation und Überidentifikation.

Die NSK will zeigen, dass wir Zeugen eines Prozesses der vollständigen Symbolverarmung sind und andererseits aber die Reaktivierung von Symbolen erleben. Dieses Spiel der Symbole sei dem der schwierigen 1980er Jahre unangenehm ähnlich – daher sie die NSK-Tradition aktueller denn je.

Ausstellungsdauer: 11.05.2015 bis 16.08.2015

Website: nsk.mg-lj.si

ArtKiss-Besuch: 18.07.2015

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.

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In einer umfangreichen Einzelpräsentation widmet sich die Schirn Kunsthalle Frankfurt noch bis zum 11. Januar 2015 der wichtigsten Künstlerin der finnischen Moderne: Helene Schjerfbeck (1862–1946).

Helene Schjerfbeck Selbstbildnis mit schwarzem Hintergrund, 1915 45,5 x 36 cm Öl auf Leinwand Ateneum Art Museum, Finnish National Gallery, Helsinki © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Helene Schjerfbeck – Selbstbildnis mit schwarzem Hintergrund, 1915
45,5 x 36 cm Öl auf Leinwand Ateneum Art Museum, Finnish National Gallery,
Helsinki © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Mehr als 85 Gemälde und Arbeiten auf Papier geben einen vollständigen Einblick in die kühne Bilderwelt der in Helsinki geborenen Malerin und Zeichnerin. Die in Deutschland für viele noch zu entdeckende, aber in Skandinavien, besonders in Finnland hoch geschätzte und als nationale Ikone gefeierte Schjerfbeck hat in über 60 Jahren ein umfangreiches, eindrückliches Werk geschaffen, in dessen Mittelpunkt die menschliche Figur steht: Bildnisse junger Frauen mit modischen Accessoires, Männerakte, Protagonisten in Historienbildern und vor allem sie selbst in zahlreichen Selbstporträts.

Anfänglich dem naturalistischen Realismus zugewandt, entwickelte sich Helene Schjerfbeck zu einer modernen, avantgardistischen Künstlerin mit einer reduzierten Formensprache und Farbpalette. Trotz einer deutlichen Tendenz zur Abstraktion blieb sie vornehmlich der figürlichen Malerei verbunden. Schjerfbecks gesamtes OEuvre ist durch die Wiederholung von Motiven sowie das Arbeiten nach Bildvorlagen gekennzeichnet, die sie zu hybriden Bildfiguren zusammensetzt.

Diese Prinzipien werden sowohl in ihren eindringlichen Selbstporträts als auch in zahlreichen Werken sichtbar, in denen sie Motive von bedeutenden alten Meistern wie etwa Hans Holbein d. J. und El Greco oder von Zeitgenossen wie Constantin Guys aufgreift. Zudem schuf sie außergewöhnliche Frauenbildnisse, die auch ihr gesteigertes Interesse an der Mode der Zeit verdeutlichen – ein Aspekt, der in der kunsthistorischen Forschung bislang wenig beachtet wurde und nun erstmals in der Schirn-Ausstellung näher beleuchtet wird.

Ausstellungsdauer: 02.10.2014 bis 11.01.2015

Website: www.schirn.de

ArtKiss-Besuch: 21.12.2014

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.

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Der expressionistische Maler Wilhelm Morgner (1891–1917) war ein Ausnahmetalent. Kaum 20-jährig beteiligte sich der rastlose Autodidakt, der heute als Hauptfigur des Westfälischen Expressionismus gilt, an bahnbrechenden Ausstellungen der Neuen Secession in Berlin, des Blauen Reiter in München und des Sonderbunds in Köln. Morgners staunenswerte Entwicklung wurde durch den Ersten Weltkrieg jäh beendet. Sein in nur vier Jahren entstandenes malerisches Werk spannt in meist großen Formaten außergewöhnliche motivische und stilistische Bögen zwischen Figuration und Abstraktion, Tradition und Avantgarde, Vincent van Gogh und Keith Haring.

v.l.n.r.: Maurer, 1911 Öl auf Leinwand / Der Holzarbeiter, 1911 Öl auf Leinwand / Die Steinbrecher, 1911 Öl auf Leinwand - alle: Kunstmuseum Wilhelm-Morgner-Haus, Soest

v.l.n.r.: Maurer, 1911, Öl auf Leinwand / Der Holzarbeiter, 1911, Öl auf Leinwand / Die Steinbrecher, 1911, Öl auf Leinwand – alle: Kunstmuseum Wilhelm-Morgner-Haus, Soest

Morgners farbintensive, kraftvoll stilisierende Malerei ist das Werk eines Jugendlichen, der überwiegend in seiner westfälischen Heimat Soest arbeitete und nur punktuelle Kontakte zu den Kunstszenen Berlins und Münchens hatte. Umso bemerkenswerter, dass er Anregungen von Rembrandt über Vincent van Gogh, Ferdinand Hodler und die französischen Neoimpressionisten bis zu Robert Delaunay nicht nur begierig aufsog, sondern in eine ganz eigene, wegweisende Bildsprache transformierte: Als einer der ersten – und dabei auf Augenhöhe mit seinen Künstlerfreunden Franz Marc und Wassily Kandinsky, die ihn 1912 zur zweiten Ausstellung des Blauen Reiter einluden – wagte er mit seinen „ornamentalen“ und „astralen Kompositionen“ um 1911/12 den Sprung in die Abstraktion.

Wilhelm Morgner - Ausstellungsansicht

Wilhelm Morgner – Ausstellungsansicht

Die Hamburger Morgner-Schau im Ernst-Barlach-Haus – die erste außerhalb Westfalens seit fast 25 Jahren – zeichnet mit 24 Hauptwerken aus der Sammlung des Wilhelm-Morgner-Hauses in Soest die stürmischen Auf- und Umschwünge nach, in denen Morgner seine Malerei vorantrieb. Neben imposanten Gemälden ist eine Auswahl gezeichneter Selbstbildnissen zu sehen – auch sie zeigen den jungen Künstler als kompromisslosen Sucher. Ergänzend gibt die Ausstellung Einblick in die vielgestaltigen Bildwelten, die Morgner in seinen illustrierten Briefe an den Lehrer und Mentor Georg Tappert entwarf; die Briefe stammen aus der bedeutenden Künstlerpost-Sammlung des Altonaer Museums.

Ausstellungsdauer: 12.10.2014 bis 01.02.2015

Website: www.ernst-barlach-haus.de

ArtKiss-Besuch: 19.10.2014

Pinned Up at the Stedelijk - 25 Years of Design

Pinned Up at the Stedelijk – 25 Years of Design

Das Amsterdamer Stedelijk Museum präsentierte Marcel Wanders, einen der profiliertesten Designer, die es international gibt. Er ist bekannt für seine Produkte (Lampen, Geschirr, Besteck, Tapeten, Verpackungen und Schmuck), Möbel und Interior Design. Die Ausstellung „Pinned“ zeigte Entwürfe von Wanders‘ Gesamtwerk, von den späten 1980er Jahren bis zur Gegenwart – insgesamt mehr als 400 Objekte.

Marcel Wanders - Ausstellungsansicht - Courtesy of the artist

Marcel Wanders – Ausstellungsansicht:
Pinned Up at the Stedelijk – 25 Years of Design – Courtesy of the artist

Alle berühmten Hauptwerke Wanders wurden vorgestellt, wie z. B. die Set Up Shades Lampe (1989), Knotted Chair (1995-1996, mit ihm gelang Wanders der internationale Durchbruch), Lace Table (1997), Egg Vase (1997), Airborne Snotty Vasen (2001), den New Antiques Möbel (2005) und die Skygarden Lampe (2007).

Der Titel der Ausstellung, „Pinned“, bezieht sich auf den Anspruch von Marcel Wanders und seiner Arbeit: „hochgesteckt“. Marcel Wanders hat Entwürfe für international renommierte Marken kreiiert, u.a. für Alessi, Cosme Decorte, Target, Puma, Baccarat, Marks & Spencer und KLM.

Ausstellungsdauer: 01.02.2014 bis 15.06.2014

Website: www.stedelijk.nl/en/

ArtKiss-Besuch: 05.06.2014

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Lucio Fontana - RetrospektiveDas Museum für Moderne Kunst der Stadt Paris zeigt derzeit eine der größten Retrospektiven von Lucio Fontana (1899-1968). Als einer der großen Visionäre des zwanzigsten Jahrhunderts, hat seine Arbeit mehrere Generationen von Künstlern beeinflusst. Das Museum zeigt mehr als 200 Skulpturen, Gemälde, Keramiken und Installationen, um einen Überblick über Fontanas Karriere und seinen einzigartigen, sich stets ändernden Stil zu bieten.

Die chronologische Ausstellung deckt das gesamte Schaffen Fontanas von den späten 1920er Jahren bis zu seinem Tod im Jahr 1968 ab, zeigt alle seine großen Zyklen. In der Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit der Fondazione Lucio Fontana organisiert wurde,  fehlen natürlich auch die berühmten geschlitzten Leinwände nicht. Sie wurden zu Ikonen der modernen Kunst.

Lucio Fontana - Concetto spaziale

Lucio Fontana – Concetto spaziale

Ausstellungsdauer: 25.04.2014 bis 24.08.2014

Website: www.mam.paris.fr

ArtKiss-Besuch: 27.06.2014

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Die Berlinische Galerie ist eines der jüngsten Museen der Hauptstadt und sammelt in Berlin entstandene Kunst von 1870 bis heute – mit lokalem Fokus und internationalem Anspruch zugleich.

1975 als privater Verein gegründet, eröffnete das Landesmuseum 2004 in Nachbarschaft zum Jüdischen Museum sein eigenes Haus in einer großzügig umgebauten Industriehalle mit 4.600 qm Ausstellungsfläche. Bildende Kunst – Malerei, Grafik, Skulptur, Multimedia – Fotografie, Architektur und Künstler-Archive formen einen Fundus, aus dem durch interdisziplinäre Verschränkungen spannungsvolle Dialoge entstehen.

Herausragende Sammlungsbereiche sind Dada Berlin, die Neue Sachlichkeit und Osteuropäische Avantgarde. Die Kunst des geteilten Berlin und der wiedervereinten Metropole bildet einen weiteren Schwerpunkt.

Website: www.berlinischegalerie.de

ArtKiss-Besuch: 08.03.2014

ArtKiss-Wertung:
5 Sterne: Ein Muss. Unbedingt anschauen!