Mit ‘abstrakte Malerei’ getaggte Beiträge

Ausstellungsansicht Georges Braque. Tanz der Formen Foto: Ulrich Perrey
Ausstellung „GEORGES BRAQUE TANZ DER FORMEN“ im Bucerius Kunst Forum Foto: Ulrich Perrey

Das Bucerius Kunst Forum hat am 9. März 2021 die retrospektive Ausstellung „Georges Braque. Tanz der Formen“ nach dem 2. Lockdown wiedereröffnet. Anhand von 80 Werken wird das malerische Werk Braques erstmals seit über 30 Jahren in Deutschland umfassend präsentiert. Die Schau ist eine Kooperation mit dem Centre Pompidou, Musée national d’art moderne, Paris, und war Anfang Oktober kurz vor Schließung der Kultureinrichtungen eröffnet worden. 

Erstmals seit über 30 Jahren wird das malerische Werk von Georges Braque in Deutschland umfassend präsentiert. Braque gilt als der Initiator des Kubismus und ist einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Die chronologisch aufgebaute Ausstellung spürt mit 80 Werken seiner erstaunlichen schöpferischen Vielfalt nach: vom fauvistischen Frühwerk über die Entwicklung des Kubismus bis zu den letzten, nahezu abstrakten Serien der Nachkriegszeit.

Georges Braque: La Sarcleuse / Die Jätmaschine, 1961–1963, Centre Pompidou, Musée national d’art moderne, Paris Schenkung Madame Georges Braque, 1965 © VG Bild-Kunst, Bonn 2021 © Foto: Centre Pompidou, MNAM-CCI / Bertrand Prévost / Dist. RMN-GP

Die dämmernde Landschaft seines Werks „Die Jätmaschine“ – oft verglichen mit Vincent van Goghs „Weizenfeld mit Raben“ – gilt als das letzte Gemälde, das Braque vor seinem Tod am 31. August 1963 schuf. Es bildet auch den Abschluss der Ausstellung im Bucerius Kunst Forum.

Ausstellungsdauer: 10.10.2020 bis 30.04.2021

Website: www.buceriuskunstforum.de

ArtKiss-Besuch: 12.03.2021

ArtKiss-Wertung:

2 Sterne: Wenn man nichts besseres zu tun hat…

Im Rahmen des „Gallery Weekends“ der Gale­rien im Kontorhausviertel („Sai­son­er­öff­nung„) zeigt Evelyn Drewes in ihrer Galerie Arbeiten von Janina Roider, einer Meisterschülerin von Günther Förg an der Kunstakademie in München.

Roider malt Portraits bekannter Persönlichkeiten abstrakt-expressiv und bunt statt naturalistisch. Ihre Bilder sind oft wild, laut und verfremdet, aber doch ikonisch.

Das „Gallery Weekend“ der Gale­rien im Kontorhausviertel („Sai­son­er­öff­nung„), an dem Die am „Gallery Weekend“ teilnehmenden Galerien öffnen am 21. und 22. März 2015 von 12-17 Uhr. Ein Besuch lohnt sich!

Ausstellungsdauer: 21.03.2015 bis 02.05.2015

Website: www.evelyndrewes.de

ArtKiss-Besuch: 20.03.2015

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Wer den Namen Piet Mondrian hört, denkt an abstrakte Malerei in den Farben Rot, Gelb und Blau. Doch wie kam der Maler zu dieser Reduktion? Mit Mondrian. Farbe geht erstmals eine Ausstellung dieser Frage nach. Anhand von 51 Gemälden wird deutlich, wie Mondrian durch die Auseinandersetzung mit Künstlern wie Paul Cézanne, mit Goethes Farbenlehre und der Theosophie auf der Suche nach der universellen Harmonie zu den Grundfarben und zur Abstraktion fand.

Die Ausstellung im Bucerius Kunst Forum vereint Leihgaben aus international renommierten Sammlungen wie dem Gemeentemuseum Den Haag, dem Denver Art Museum oder der Tate in London. Rot, Gelb und Blau sind die Farben, die Piet Mondrians (1872–1944) Werk berühmt gemacht haben. Er gilt als einer der entschiedensten Verfechter der Abstraktion. Von seinen Anfängen mit holländischen Landschaften entwickelte sich Mondrian zum Pionier der ungegenständlichen Malerei.

Die künstlerischen Avantgarden des frühen 20. Jahrhunderts wollten mit den Traditionen brechen. Revolution war das Motto der Stunde. Auch Piet Mondrians Abstraktion wurde in diesem Zusammenhang gesehen. Seine ungegenständliche Malerei gehört heute zum Kanon der Avantgardekunst. Sie hatte sich von allem befreit, was man bis dahin mit Malerei verband.

Doch Mondrians Werk kam nicht durch Revolution zustande – er sah seinen Weg zur Abstraktion als einen evolutionären Prozess. Behutsam und kontinuierlich arbeitete er daran, sich zu unterscheiden: von seinen Kommilitonen an der Amsterdamer Rijksakademie van beeldende Kunsten ebenso wie von den Vorbildern der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts, an denen er sich messen wollte, und den internationalen Positionen des beginnenden 20. Jahrhunderts, gegen die er antreten sollte. Mondrians frühe, seit den 1890er Jahren entstandene Landschaften zeigen seine Auseinandersetzung mit den Fragen des Realismus in der Tradition Rembrandts. Die erdigen, pastos aufgetragenen Farben dienten ihm als Material der Landschaft. Doch schon in seinen kurz nach 1900 entstandenen Landschaften malte Mondrian das Strahlen der Sonne und das Leuchten des Mondes.

1908 kam er erstmals in Berührung mit Goethes Farbenlehre. Unter Berufung auf Goethe formulierte er: „Farbe ist getrübtes Licht.“ Das Licht wird nicht als ein strahlendes gezeigt, sondern als ein Leuchten, das vom Horizont ausgeht. Damit verabschiedete sich Mondrian vom Realismus und brachte eine symbolistische Komponente in seine Landschaftsdarstellungen ein.

1909 wurde Mondrian Mitglied der Theosophischen Gesellschaft. Durch die schrittweise Überwindung der abbildenden Naturwiedergabe wollte sich Mondrian den universellen, überzeitlichen Gesetzen nähern. Dafür war die Farbe das entscheidende Gestaltungsmittel. Rot und Blau dominieren zahlreiche in diesen Jahren entstandene Gemälde Mondrians.

Mondrian zog 1912 nach Paris und beschäftigte sich intensiv mit den Werken der Kubisten. Sein Stil ist nun von der kubistischen Formsprache geprägt, wobei er weniger die räumliche Vielansichtigkeit der Bildgegenstände als deren rasterhafte Zergliederung suchte. In diesen Jahren erarbeitete er sich eine geometrische Linienstruktur. Anfangs klingt in ihnen noch die Farbigkeit der Pariser Hauswände nach: Ocker und Hellblau.

1921 beschloss Mondrian, nur noch die Primärfarben Rot, Gelb und Blau zu verwenden, die er in schwarzen Gittern mit Weiß ausbalancierte. Im Kombinieren von Linie und Farbe fand er seine gültigen Bildmittel, für die er den Stilbegriff „Neoplastizismus“ prägte. In kleinen Schritten, in Variationen und Differenzierungen, suchte Mondrian nach einer Harmonie, die das Überzeitliche ausdrückt.

Ausstellungsdauer: 01.02.2014 bis 11.05.2014

Website: www.buceriuskunstforum.de

ArtKiss-Besuch: 01.03.2014

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!