Archiv für die Kategorie ‘Museum’

Website: www.zeitzmocaa.museum

ArtKiss-Besuch: 13.12.2019

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.

Die Ausstellung „Why Should I Hesitate: Putting Drawings to Work“ des international anerkannten südafrikanischen Künstlers William Kentridge im Zeitz MOCAA ist die größte Ausstellung in Afrika seit mehr als einem Jahrzehnt. Sie bietet einen breiten Überblick über Kentridges Werk, darunter Arbeiten, die zum ersten Mal in Südafrika zu sehen sind. Die Ausstellung über 40 Jahre künstlerischer Produktion (1976 – 2019) in Zeichnung, Stop-Frame-Animation, Video, Druckgrafik, Skulptur, Tapisserie und großformatiger Installation.

William Kentridge: Why Should I Hesitate: Putting Drawings to Work

Der Titel bezieht sich auf Kentridges primäre Praxis des Zeichnens und darauf, wie diese Kernaktivität seine Atelierpraxis beeinflusst und ermöglicht.

Ausstellungsdauer: 25.08.2019 bis 23.03.2020

Website: www.zeitzmocaa.museum

ArtKiss-Besuch: 13.12.2019

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Die Ausstellung „Amerika! Disney, Rockwell, Pollock, Warhol“ stellt Werke der vier amerikanischen Künstlerikonen gegenüber. Sie alle porträtierten den American Way of Life und prägten weltweit mit ihren Arbeiten das Bild der Vereinigten Staaten – in Hoch- und Populärkultur.

Ausstellung

Ausstellung „AMERIKA! DISNEY, ROCKWELL, POLLOCK, WARHOL“ im Bucerius Kund Forum. Foto: Ulrich Perrey/Bucerius Kunst Forum

Walt Disney, Norman Rockwell, Jackson Pollock und Andy Warhol waren alle auf ihrem künstlerischen Gebiet Pioniere. Sie erschufen ein Bild der USA, das noch heute im visuellen Gedächtnis fest verankert ist und ihre Namen sind mit der amerikanischen Kultur des 20. Jahrhunderts untrennbar verbunden.

Norman Rockwell ist in Deutschland noch relativ unbekannt. Aktuell rückt sein Werk jedoch durch den Titel von Lana Del Reys neuem Album „Norman Fucking Rockwell“ auch hierzulande ins Blickfeld. Rockwell war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts der Chronist der USA und zeigte in seinen Arbeiten ein Amerika, in dem sich jeder wiederfinden konnte. Seine realistischen bis satirischen Schilderungen des amerikanischen Way of Life zierten über 40 Jahre die Titelblätter der wichtigsten Zeitungen der Vereinigten Staaten.

Ausstellung

Ausstellung „AMERIKA! DISNEY, ROCKWELL, POLLOCK, WARHOL“ im Bucerius Kund Forum. Foto: Ulrich Perrey/Bucerius Kunst Forum

Jackson Pollock wurde mit Gemälden in der von ihm entwickelten Drip-Technik bereits zu Lebzeiten zum Star. Und in seiner Radikalität wurde der Begründer des Action Paintings zum wohl einflussreichsten abstrakten Künstler des 20. Jahrhunderts. Durch sein Werk trug Pollock maßgeblich dazu bei, dass erstmals eine moderne Kunstbewegung – der Abstrakte Expressionismus – seinen Ursprung in den USA hatte. Diese in den Vereinigten Staaten begründete Hochkultur bedeutete die kulturelle Emanzipation vom „alten Europa“ und stärkte das Selbstbewusstsein der Nation erheblich.

Ausstellung

Ausstellung „AMERIKA! DISNEY, ROCKWELL, POLLOCK, WARHOL“ im Bucerius Kund Forum. Foto: Ulrich Perrey/Bucerius Kunst Forum

Andy Warhol war es, der die Grenzen zwischen Populär- und Hochkultur, zwischen „high“ und „low“ einbrach. Er erhob mit seiner Pop Art Alltagsobjekte in den Rang der Kunst und machte die Massenproduktion von Siebdrucken in seiner Factory zum Markenzeichen. Warhols ikonischen, seriellen Lithografien der amerikanischen Warenwelt und seine farbintensiven Porträts der Stars und Sternchen Hollywoods machten ihn selbst zur Ikone.

Insgesamt umfasst die Schau rund 170 Gemälde, Zeichnungen, Grafiken, Objekte und Fotografien. Sie kommen aus international renommierten Sammlungen wie der Tate, dem Stedelijk Museum, dem Museum Ludwig oder dem Museum Brandhorst.

Ausstellungsdauer: 19.10.2019 bis 12.01.2020

Website: www.buceriuskunstforum.de

ArtKiss-Besuch: 24.10.2019

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

 

Baselitz, Richter, Polke und Kiefer – vier weltbekannte Künstler, deren Renommee in der Geschichte der bildenden Künste Deutschlands einzigartig ist. Den Grundstein dafür legten sie mit ihrem Frühwerk, das in den 1960er Jahren entstand – jenem Jahrzehnt der Herausforderungen und Umbrüche, der Utopien und Neuorientierungen, der Reaktion und Rebellion. Die damaligen Provokateure sind heute längst kunsthistorisch etabliert.

Anselm Kiefer, Heroisches Sinnbild II, 1970 Öl auf Baumwolle, 152 x 262,5 cm Sammlung Würth © Atelier Anselm Kiefer

Anselm Kiefer, Heroisches Sinnbild II, 1970 Öl auf Baumwolle, 152 x 262,5 cm Sammlung Würth © Atelier Anselm Kiefer

Die Ausstellung „Die jungen Jahre der Alten Meister“ in den Deichtorhallen Hamburg bietet  einen neuen und umfassenden Blick auf die frühen Werke der heutigen Malerstars. Jeder dieser Künstler hat auf seine Art die damalige ästhetische Vorherrschaft der Abstraktion überwunden und auf individuelle Weise das gesellschaftliche und politische Spannungsfeld der jungen Bundesrepublik in seinen Werken verdichtet.

Alle vier Künstler schufen in den spektakulären 1960er Jahren wesentliche Voraussetzungen für das beispiellose Renommee, das ihnen später national wie international zuteil wurde, und das in der Geschichte der bildenden Kunst Deutschland einmalig ist. Während der ungemein kreativen und produktiven 1960er Jahre legten sie den Grundstein dafür, dass Jahrzehnte danach gerade ihre Werke in den Fokus des
weltweiten Kunstinteresses gerückt sind.

Ausstellungsdauer: 13.09.2019 bis 05.01.2020

Website: www.deichtorhallen.de

ArtKiss-Besuch: 23.11.2019

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Am 3. Dezember 2019 wird der Gewinner des diesjährigen Turner Prize verkündet – Oscar Murillo gehört zu den nominierten Künstlern.

Dem Kunstverein in Hamburg ist es gelungen, den kolumbianischen Künstler für eine große Ausstellung und sogar für die Zurverfügungstellung von Jahresgaben (siehe unten) zu gewinnen.

Zu den Jahresgaben des Kunstvereins in Hamburg hat Oscar Murillo 21 Unikate beigetragen:

Ausstellungsdauer: 09.11.2019 bis 27.01.2020

Website: www.kunstverein.de

ArtKiss-Besuch: 23.11.2019

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.

Mit der Ausstellung „Here We Are Today. Das Bild der Welt in Foto- & Videokunst“ eröffnet das Bucerius Kunst Forum die neuen Räume am Alten Wall. Im Zentrum der Schau stehen hochaktuelle Fragestellungen unserer globalisierten Gesellschaft. Die knapp 80 gezeigten Fotografien und sieben Videos konzentrieren sich auf die Themen Identität, Heimat, Vergangenheit, Verbrechen und Kapital.

Kaum ein Begriff wird gegenwärtig so instrumentalisiert wie jener der Identität. Die Fragen nach dem Eigenen und dem Fremden, nach unseren Werten und unserer Identität sind allgegenwärtig. Identitätsfragen lassen sich auch als Symptome für gesellschaftliche Umbruchsituationen verstehen, die in den ausgestellten Fotoserien und Videoarbeiten teils sehr persönlich, teils allgemeingültig verhandelt werden.

Der Heimatbegriff im modernen Sinne ist im 19. Jahrhundert entstanden als Gegenentwurf zur Industriegesellschaft, als Sehnsuchtsort. Und auch dieser Sehnsuchtsort wurde und wird nicht selten politisch instrumentalisiert. Der Begriff Heimat wird verbunden mit Geborgenheit, Sicherheit, Zugehörigkeit. Im besten Sinne ist noch Raum für Andere und für Unbekanntes, doch oft genug wird das Fremde als Bedrohung erlebt.

Wie lassen sich Verbrechen gegen Völker oder Volksgruppen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen? Kunst kann dies abstrakt oder an Einzelschicksalen, ganz nah oder aus weiter Ferne. Insbesondere die Foto und Videokunst kann sichtbar machen, was anderswo unsichtbar bleibt. Ein Beispiel in der Ausstellung sind die Arbeiten „Untitled (Reaper Drone)“ von Trevor Paglen. Beim genauen Betrachten der Fotos offenbart sich, dass die scheinbar schönen Himmelslandschaften von kleinen Punkten durchzogen sind – militärische Drohnen, mit denen aus großer Entfernung Menschen getötet werden.

Kapital ist in der bildenden Kunst schon sehr lange Thema und Motiv. Doch längst ist die Kunst selbst ein eigener Faktor auf dem Kapitalmarkt geworden. Dennoch gibt es zahlreiche zeitgenössische Künstler und Künstlerinnen, die sich kritisch mit dem Thema Kapital auseinandersetzen. So zeigt etwa die Arbeit „Permanent Error“ von Pieter Hugo das Gefälle zwischen Privilegierten und Abgehängten in unserer globalisierten Welt. Seine Fotos sind entstanden in Agbogbloshie – einer Müllhalde für auch legal eingeführten Elektroschrott in der ghanaischen Hauptstadt Accra und einem der am meisten kontaminierten Orte der Welt. Deutlich wird, wie die Konsumgesellschaft ihre Opfer fordert, oft auf der anderen Seite der Erde.

Mit diesen fünf Themen – Identität, Heimat, Vergangenheit, Verbrechen und Kapital – werden die Besucherinnen und Besucher in der Ausstellung immer wieder konfrontiert. Dabei sind die einzelnen Themenbereiche alle eng miteinander verwoben und inhaltlich nicht immer scharf voneinander zu trennen.

Jede der gezeigten Arbeiten ist das Mosaikteil einer Antwort auf die Frage: Wo stehen wir heute?

Ausstellungsdauer: 07.06.2019 bis 29.09.2019

Website: www.buceriuskunstforum.de

ArtKiss-Besuch: 22.06.2019

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.

Cy Twombly (1929 - 2011) Ohne Titel (Rosen), 2008 Acryl und Kreide auf Holz 252,5 x 187,3 x 1,1 cm Udo und Anette Brandhorst Sammlung, Foto: Nicole Wilhelms, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst, München © Cy Twombly Foundation

Cy Twombly (1929 – 2011) Ohne Titel (Rosen), 2008 Acryl und Kreide auf Holz 252,5 x 187,3 x 1,1 cm Udo und Anette Brandhorst Sammlung, Foto: Nicole Wilhelms, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst, München © Cy Twombly Foundation

Mit mehr als 200 Werken aus unterschiedlichen Schaffensperioden bietet die Sammlung Brandhorst einen einzigartigen Überblick über die künstlerische Entwicklung Cy Twomblys. Die retrospektive Auswahl an Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen und Fotografien spannt einen Bogen von den frühen 1950er-Jahren bis hin zu einem Bild aus Twomblys allerletzter Werkserie, die er 2011 kurz vor seinem Tod fertig gestellt hat. Die Zusammenschau der verschiedenen Medien, in denen Twombly seit seiner Studienzeit am Black Mountain College gearbeitet hat, vermag dabei überraschende Konstellationen ans Licht zu bringen.

Cy Twombly (1929 - 2011) Ohne Titel (Rosen), 2008 Acryl, Kreide auf Holz 252,5 x 185,2 x 1,1 cm Udo und Anette Brandhorst Sammlung, Foto: Nicole Wilhelms, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst, München © Cy Twombly Foundation

Cy Twombly (1929 – 2011) Ohne Titel (Rosen), 2008 Acryl, Kreide auf Holz 252,5 x 185,2 x 1,1 cm Udo und Anette Brandhorst Sammlung, Foto: Nicole Wilhelms, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst, München © Cy Twombly Foundation

Twombly hat dem jeweiligen Ort, an dem seine Werke entstanden sind, Zeit seines Lebens eine zentrale Bedeutung beigemessen. Insbesondere in seinen Fotografien spielt Twombly vielfach auf den Arbeitsprozess und die besondere Atmosphäre bei der Entstehung seiner Bilder und Skulpturen an. In seinen Interieurs gelingt es Twombly, seine Wohnräume zu poetischen Orten der Imagination zu steigern, in denen sich Natur und Kultur, Banalität und verfeinerter Geschmack begegnen. Paradigmatisch wurden deshalb die Fotografien den monumentalen Rosen gegenübergestellt, die Cy Twombly eigens für den zentralen Saal im Obergeschoß des Museums gestaltet hat. Sie reflektieren den Kontext ihrer Herstellung: intime Szenen aus Twomblys Atelier, Zitronen aus seinem Garten, Strandaufnahmen, knallig-bunte Aufnahmen von Süßwaren und poetischen Blumenarrangements. Sie alle vermögen das weite Spektrum von Twomblys Rosendarstellungen zu veranschaulichen.

Cy Twombly (1929 - 2011) Ohne Titel (Per Nino), 1970 Acryl, Buntstift und Papiercollage auf Papier 62 x 49,5 cm Udo und Anette Brandhorst Sammlung, Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst, München © Cy Twombly Foundation

Cy Twombly (1929 – 2011) Ohne Titel (Per Nino), 1970 Acryl, Buntstift und Papiercollage auf Papier 62 x 49,5 cm Udo und Anette Brandhorst Sammlung, Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst, München © Cy Twombly Foundation

Der 1928 in Lexington, Virginia, geborene Cy Twombly ist einer der einflussreichsten Künstler der Gegenwart. Ausgehend vom Abstrakten Expressionismus entwickelte er einen eigenwilligen gestischen Stil mit schriftartigen, „linkischen“ Zeichen, die er auf großformatigen Leinwänden ins Monumentale steigert. Kein anderer Künstler des 20. Jahrhunderts hat sich dabei so bedingungslos auf den „Nullpunkt“ der modernen Kunst eingelassen wie Twombly. Schreibübungen von Kindern, gedankenverlorenes Gekritzel und Graffitis auf Hauswänden dienen ihm als zeitgenössische Ausgangspunkte, um den Erfahrungsgehalt mythischer Erzählungen zu aktualisieren und einen Bogen zu den großen Themen der mediterranen Kulturgeschichte zu spannen. In seinen letzten Lebensjahren hat Twombly ein beeindruckendes Spätwerk geschaffen, das in seinem malerischen Reichtum an die späten Schaffensjahre von William Turner und Claude Monet erinnert.

Cy Twombly (1929 - 2011) Untitled (Bacchus), 2005 Acryl auf Leinwand 317,5 x 417,8 cm Udo und Anette Brandhorst Sammlung, Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst, München © Cy Twombly Foundation

Cy Twombly (1929 – 2011) Untitled (Bacchus), 2005 Acryl auf Leinwand 317,5 x 417,8 cm Udo und Anette Brandhorst Sammlung, Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst, München © Cy Twombly Foundation

Ausstellungsdauer: 31.05.2016 bis 05.05.2019

Website: www.museum-brandhorst.de

ArtKiss-Besuch: 24.03.2019

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!