Archiv für März, 2019

„The Moment is Eternity“ lenkt das Augenmerk auf die fotografischen Arbeiten der Olbricht Collection und zeigt sie im Dialog mit anderen Kunstwerken der Sammlung sowie Artefakten der Wunderkammer.

Zu den programmatischen Schwerpunkten der Olbricht Collection gehört das Thema Vergänglichkeit. Welches andere künstlerische Medium als die Fotografie wäre besser geeignet, die daraus entstehenden Fragen von Zeit und Geschichte zur Diskussion zu stellen?

The Moment is Eternity - Works from the Olbricht Collection, Installationsansicht / Installation view, 2018 © me Collectors Room Berlin, Photo Bernd Borchardt

The Moment is Eternity – Works from the Olbricht Collection, Installationsansicht / Installation view, 2018 © me Collectors Room Berlin, Photo Bernd Borchardt

Wie der fotografische Zugriff auf die Wirklichkeit die Zeichen einer Zeit verdichtet, so reflektieren auch die anderen Künste im Zusammenspiel vielfältige Aspekte wie Dauer und Vergänglichkeit. Schönheit und Sinnlichkeit, Werden und Vergehen oder Körper und Gesellschaft werden innerhalb der großen Bandbreite der Olbricht Collection in verschiedenen Epochen und Medien gezeigt.

The Moment is Eternity - Works from the Olbricht Collection, Installationsansicht / Installation view, 2018 © me Collectors Room Berlin, Photo Bernd Borchardt

The Moment is Eternity – Works from the Olbricht Collection, Installationsansicht / Installation view, 2018 © me Collectors Room Berlin, Photo Bernd Borchardt

Sehr beindruckend sind ist auch die Fotoserie „The Brown Sisters“ mit über 40 Fotos der vier Brown-Schwestern Heather, Mimi, Bebe und Laurie von 1975 bis 2018:


Ausstellungsdauer: 27.09.2018 bis 01.04.2019

Website: www.me-berlin.com

ArtKiss-Besuch: 02.03.2019

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Gregory Crewdson, Untitled (Summer Rain), ‘Beneath the Roses’, 2004, digital pigment print. Museum Frieder Burda, Baden-Baden © Gregory Crewdson Courtesy Gagosian

Gregory Crewdson, Untitled (Summer Rain), ‘Beneath the Roses’, 2004, digital pigment print. Museum Frieder Burda, Baden-Baden © Gregory Crewdson Courtesy Gagosian

Düstere Straßen und einsam stehende Häuser, kaum ein Mensch unterwegs. Die im wahrsten Sinne des Wortes „un-heim-lichen“ Bilder des amerikanischen Fotografen Gregory Crewdson aus der Serie „Beneath the Roses“ könnten einem alten Hitchcock-Film in bester Hollywood-Manier entnommen sein. Wie in diesen werden die Orte und Szenen zu Spiegeln der Seele – und einer bedrückend empfundenen Leere des Daseins. Das Haus als Behausung der suchenden, einsamen Seele, geheimnisvoll und beklemmend: Crewdson inszeniert seine großformatigen Bilder mit höchstem cineastischem Aufwand und lässt die Abgründe hinter den alltäglichen Fassaden, ihren zart leuchtenden Fenstern, verhalten durchschimmern. Was geschieht wohl im Inneren der Häuser, werden hier die allseits bekannten Leichen produziert, die immer und überall im Keller schlummern?

Die Düsternis der Seele ist Thema der aktuellen Ausstellung im Salon Berlin des Museum Frieder Burda. Neben Werken von Gregory Crewdson aus der Sammlung präsentiert sie auch Arbeiten der Berliner Künstlerin Isa Genzken, ebenfalls aus eigenem Besitz.

Ihr Werk spielt immer mit Fragen der (In-)Stabilität, der drohenden Haltlosigkeit, der lauernden Leere. Das Material Beton ist hermetisch, der Blick aus dem Fenster führt ins Nichts, die Rose blüht – und ist – aus einem Aluminiumsockel hervorwachsend – gleichzeitig für immer im emotionalen Moment erstarrt. Gerade die Rose wird so zu einem fragil erscheinenden Spiegel der Künstlerin selbst – schließlich wurde sie 1948 als „Hanne-Rose Genzken“ geboren. Wie ein roter Faden ziehen sich übergroße Blumen – Symbole von Liebe und Zuneigung – seit 25 Jahren durch ihr Werk. Manifestationen des Einfachen, Poetischen, Menschlichen – aber auch Bedürftigen.

Chris Jordan, Šumava #9 (Czech Republic), 2019, C-print. Courtesy the artist

Chris Jordan, Šumava #9 (Czech Republic), 2019, C-print. Courtesy the artist

Als weitere Position schließt der amerikanische Fotograf und Umwelt-Aktivist Chris Jordan den Kreis. Virtuos fängt er die melancholischen Momente in einer menschenleeren Natur ein, die vom Menschen auch in seiner Nicht-Anwesenheit bedroht ist. Dazu hat er ein urwald-artiges Waldterrain in Böhmen in großformatige Fotografien gebannt.

Ausstellungsdauer: 09.02.2019 bis 23.03.2019

Website: www.museum-frieder-burda.de/de/salon-berlin/

ArtKiss-Besuch: 02.03.2019

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!