Archiv für Oktober, 2015

Von Hockney bis Holbein - Die Sammlung Würth in BerlinDie Sammlung Würth zählt zu den größten Privatsammlungen Europas. Sie umfasst rund 17.000 Kunstwerke. Die bedeutendsten Künstler der klassischen Moderne sind in der Sammlung vertreten aber auch Meisterwerke aus dem Mittelalter und Klassiker der zeitgenössischen Kunst. In nie gezeigtem Umfang wird die Kollektion mit 400 Kunstwerken von internationalem Rang in 27 Räumen inklusive Lichthof im Martin-Gropius-Bau präsentiert. Die Ausstellung „Von Hockney bis Holbein. Die
Sammlung Würth in Berlin“ ist definitiv ein „must see„.

Analog zur Geschichte der Sammlung Würth erzählt die Schau Kunstgeschichte rückwärts. So werden etwa David Hockneys Jahreszeiten-Zyklus, ein internationaler Skulpturenschwerpunkt von Eduardo Chillida bis Henry Moore, Meisterwerke der Klassischen Moderne von Pablo Picasso bis Edvard Munch, herausragende Kunstkammerobjekte und eine Auswahl der Alten Meister der Sammlung Würth, darunter eines der bedeutendsten Gemälde des 16. Jahrhunderts, die „Madonna des Bürgermeisters Jacob Meyer zum Hasen“ von Hans Holbein d. J. gezeigt. Ein weiterer Höhepunkt ist die 25-teilige monumentale Installation „The Last Judgement Sculpture“ des Anthony Caro im spektakulären Lichthof des Martin-Gropius-Bau, die der Brite einst für die Biennale in Venedig schuf.

Mit der Ausstellung setzt der Sammler Reinhold Würth, der in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag feierte, sein Engagement in der Bundeshauptstadt fort, das mit der Einrichtung einer Kunstkammer im wiedereröffneten Bode-Museum im Jahr 2006 seinen Anfang nahm.

Ausstellungsdauer: 11.09.2015 bis 10.01.2016

Website: www.gropiusbau.de

ArtKiss-Besuch: 25.09.2015

ArtKiss-Wertung:
5 Sterne: Ein Muss. Unbedingt anschauen!

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Es war die erste Ausstellung in Deutschland über das legendäre Black Mountain College. Das 1933 im US-Bundesstaat North Carolina gegründete College erlangte aufgrund seines progressiven Ausbildungskonzepts und der zahlreichen bedeutenden Persönlichkeiten, die dort lehrten und studierten, schnell Berühmtheit. Sein Einfluss auf die Entwicklung der Künste in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war enorm.

In den ersten Jahren seines Bestehens wurde das College stark von deutschen und europäischen Emigranten geprägt – unter ihnen mehrere ehemalige Bauhaus-Lehrer wie Josef und Anni Albers, Alexander „Xanti“ Schawinsky und Walter Gropius.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gingen die kreativen Impulse dann zunehmend von jungen amerikanischen Künstlern und Wissenschaftlern aus, die zwischen den urbanen Zentren an der
amerikanischen Ost- und Westküste und dem ländlichen Black Mountain pendelten. Bis zu seiner Schließung im Jahr 1956 blieb das College von den Ideen der europäischen Moderne, der Philosophie des amerikanischen Pragmatismus und einer auf die Eigeninitiative wie die soziale Kompetenz des Individuums setzenden Pädagogik geprägt.

Ausstellungsdauer: 05.06.2015 bis 25.09.2015

Website: www.smb.museum

ArtKiss-Besuch: 18.09.2015

ArtKiss-Wertung:
1 Stern: Gewollt aber nicht gekonnt.

Mary Heilmann & David Reed. Two By TwoDie in New York lebenden Künstler Mary Heilmann und David Reed zeigten in der eigens für den Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart in Berlin konzipierten, ersten gemeinsamen Ausstellung „Two By Two“ ihre expressiven, farblich kraftvollen Werke im Dialog. Präsentiert wurden Arbeiten, die seit den 1970er-Jahren entstanden sind. Wie der Titel Two By Two (paarweise) bereits andeutet, standen im Mittelpunkt der Ausstellung 19 Bildpaare, welche die Werke in ungewöhnlicher Nähe zueinander zeigten. In dieser Symbiose ließen sie sich nicht mehr losgelöst voneinander sehen und verschmolzen in neuer Form mit der Imagination des Betrachters.

Beide Künstler sind Schlüsselfiguren der US-amerikanischen Malerei. In den frühen 1970er-Jahren begründeten sie die abstrakte Malerei jenseits ihrer traditionellen Grenzen zwischen Figuration und Abstraktion neu und bekannten sich zum Narrativen und Emotionalen. Obwohl beide Künstler bereits in den 1960er-Jahren ihren künstlerischen Erfahrungs- und Arbeitsort an die Ostküste verlagerten, prägen ihre Herkunft aus Kalifornien und die persönlichen Erinnerungen ihre OEuvres auf unterschiedliche Weise bis heute.

Für Two By Two gingen Heilmann und Reed erstmals in einer gemeinsamen Ausstellung eine temporäre Bindung ein, um Gegensätze, Spannungen und Übereinstimmungen zwischen ihren künstlerischen Positionen zu erproben.

Ausstellungsdauer: 06.03.2015 bis 11.10.2015

Website: www.heilmannreedinberlin.de

ArtKiss-Besuch: 18.09.2015

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.

Auf der Shortlist für den den diesjährigen Preis der Nationalgalerie standen vier Künstler: Christian Falsnaes, Florian Hecker, Anne Imhof sowie das Künstlerkollektiv Slavs and Tatars. Zum achten Mal wurde der Preis am 18. September 2015 vergeben, die Jury hatte die Shortlist und den Sieger aus über 130 Bewerbungen der Longlist (u.a. Nicolai Huch) zu bestimmen, die sich aus Einsendungen zahlreicher europäischer Museumsdirektoren und Kuratoren sowie aus Vorschlägen von Mitgliedern des Vereins der Freunde der Nationalgalerie ergab.

Der Preis der Nationalgalerie ist fokussiert auf junge, wichtige Positionen der Gegenwart, die bereits Einfluss und Bedeutung in der Kunstwelt erlangt haben. Teilnahmeberechtigt sind Künstler und Künstlerinnen aller Nationen, die gegenwärtig in Deutschland arbeiten und jünger als 40 Jahre alt sind. Die vier ausgewählten Positionen spiegeln das breite internationale Spektrum der Kunstszene in Deutschland wider. Gemeinsam ist diesen Künstlern, dass ihre Arbeiten ein Hinterfragen der eigenen künstlerischen Produktion mit der Reflexion von gesellschaftlichen Zusammenhängen verknüpfen. Wie bereits 2013 ist die Ehrung des Gewinners nicht mit einem Geldpreis verbunden, der Preisträger erhält stattdessen eine kuratierte Einzelausstellung in einem der Häuser der Nationalgalerie. Diese Einzelausstellung findet jeweils im Folgejahr nach der Preisvergabe statt.

And the winner is: Anne Imhof.

Die Gewinnerin des Preis der Nationalgalerie 2015, Anne Imhof und der Gewinner des Förderpreises für Filmkunst 2015, Bastian Günther. Foto: David von Becker

Die Gewinnerin des Preis der Nationalgalerie 2015, Anne Imhof und der Gewinner des Förderpreises für Filmkunst 2015, Bastian Günther. Foto: David von Becker

Begründung der Jury: Nach einer lebhaften Diskussion, die sich sowohl auf die hier gezeigten Werke als auch auf das bisherige Oeuvre der vier nominierten künstlerischen Positionen bezog, hat sich die Jury für Anne Imhof als Preisträgerin entschieden. Die Komplexität ihrer Werke, die sich aus verschiedenen Quellen und Medien speisen – darunter Film, bildende Kunst und Performance –, läßt das Publikum in einen Strom von Bildern und die Erfahrung einer eigenen Zeitlichkeit eintauchen. Anne Imhof artikuliert eine innovative Position zwischen Theatralität und Bildproduktion, die die Jury überzeugt hat.

Ausstellungsdauer: 11.09.2015 bis 17.01.2016

Website: www.preis2015.de

ArtKiss-Besuch: 18.09.2015

ArtKiss-Wertung:
2 Sterne: Wenn man nichts besseres zu tun hat…

Derzeit findet in das KNOTENPUNKT Festival in den Räumen der Affenfaust Galerie auf einer 1000 qm großen Fläche, zentral gelegen in Sankt Pauli statt. 40 internationale Künstlerinnen und Künstler stellen in der Hansestadt aus. Neben der Verkaufsausstellung wird das Festival begleitet von Aktionen im öffentlichen Raum – darunter Installationen, Performances und große Fassadenmalerein, sogenannte Murals.

Ausstellungsdauer: 09.10.2015 bis 18.10.2015

Website: www.knotenpunkt.net

ArtKiss-Besuch: 10.10.2015

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.