Archiv für Juli, 2015

Wasser in seinen wechselnden Erscheinungsformen fasziniert Fotografen und Maler bis heute. Die aktuelle Ausstellung „Über Wasser. Malerei und Photographie von William Turner bis Olafur Eliasson“ im Bucerius Kunst Forum stellt erstmals Fotografien und Gemälde von Wasser gegenüber. Über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahrhunderten bis in die Gegenwart zeigt die Schau mit 150 Leihgaben (rund 120 Fotografien und etwa 30 Gemälde), wie beide Medien um die adäquate Darstellung des Elements ringen und existenzielle Themen verhandeln.

Gezeigt wird Wasser in seinen wechselnden Erscheinungsformen: vom Tropfen, der Schneeflocke und Eisscholle über das stürzende, geschüttete oder fließende Wasser bis zu den spiegelnden und bewegten Wasseroberflächen, deren machtvollste Form die heranbrandende Welle ist.

Ausstellungsdauer: 13.06.2015 bis 20.09.2015

Website: www.buceriuskunstforum.de

ArtKiss-Besuch: 05.07.2015

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

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Marc Lüders - Objekt 829-1-1, 2014, Öl auf Kodak Endura Metallic Print, 100 x 100 cm

Marc Lüders – Objekt 829-1-1, 2014, Öl auf Kodak Endura Metallic Print, 100 x 100 cm

Noch bis zum 17. Juli zeigt die Levy Galerie unter dem Ausstellungstitel „System Plural“ Arbeiten aus den aktuellsten Werkserien des Hamburger Künstlers Marc Lüders.

Das Œuvre Lüders‚ zeichnet sich durch die subtilen Einbrüche der Malerei in den Bildraum der Fotografie aus. In seinen sogenannten „Photopictures“ werden gemalte schwebenden Objekte und topografisch entortete, realistische Figuren in eine anonyme, urbane Landschaft oder einen symbolisch befrachteten Naturraum hineinversetzt.

In den letzten Jahren malt Lüders auch transparente Figuren in seine Bildern, die Formen und Farbigkeit der ursprünglichen Fotografien – von einsamen Wald- oder rotierenden Jahrmarkt-Szenerien – durchscheinen lassen. In befremdlicher Weise lösen sie sich in ihrer Durchsichtigkeit mehr und mehr von ihrer temporären Umwelt ab.

Ausstellungsdauer: 19.05.2015 bis 17.07.2015

Website: www.levy-galerie.de

ArtKiss-Besuch: 10.07.2015

Millerntor Gallery #5

Zum fünften Mal fand die Millerntor Gallery im Stadion des FC St. Pauli als zeitgenössisches Kulturfestival mit sozialem Mehrwert statt und bot Künstlern und Musikern Raum für künstlerische Produktionen und kreativen Austausch. An der Fassade, in den Katakomben und an den Tribünenaufgängen des legendären Millerntorstadions können die Fans des FC St. Pauli regelmäßig Veränderungen entdecken. Es sind die Ergebnisse der Millerntor Gallery#5, mit der Viva con Agua de St. Pauli e. V. und der FC St. Pauli die Spielstätte einmal jährlich in ein internationales Kulturfestival verwandeln. Aus den Erlösen der Veranstaltung werden Trinkwasserprojekte und sanitäre Anlagen sowie Projekte der Welthungerhilfe zur Hygiene-Sensibilisierung finanziert.

Millerntor Gallery #5

Inhaltlich stand die Millerntor Gallery in diesem Jahr unter dem Thema „Unfamiliar“ – das Potenzial der Perspektiven. „Unfamiliar“ kann etwas Unvertrautes, etwas Irritierendes oder auch Inspirierendes sein. Vertreter diverser kontemporärer Kunstformen, so etwa Urban-Art, Fotografie, Installationen, Malerei und Bildende Kunst, Skulpturen oder Bewegtbildarbeiten setzten sich mit diesem Thema auseinander. Präsentiert wurden unter anderem Arbeiten von , Jens-Ole Remmers und Herakut.

Ein Symposium, Vorträge, Lesungen, Workshops, internationaler Künstleraustausch, Konzerte und DJ-Sets ergänzten das künstlerische Angebot. Die Verbindung von zeitgenössischer und urbaner Kunstausstellung, Musik, Fußball und Wissenschaft bot  Raum für ernsthafte Kunstbetrachtung und intensiven Diskurs mit deutschen und internationalen Kulturschaffenden, aber auch genussvolles Erleben des Gezeigten.

Das wohl meistfotografierte Motiv der Millerntor Gallery #5: Charlie Brown von L.E.T. Les Enfants Terribles

Das wohl meistfotografierte Motiv der Millerntor Gallery #5: Charlie Brown von L.E.T. Les Enfants Terribles

70 % der Gewinne des Kunstverkaufs sowie der Kunstauktion wurden von der Millerntor Gallery an Viva con Agua de Sankt Pauli e.V. gestiftet und damit die weltweite Wasser- und Sanitärversorgung gefördert. 30 % der Verkaufserlöse kamen den teilnehmenden Künstlern zugute. ArtKiss fand die Preise teilweise etwas hoch angesetzt – aber es war ja für einen guten Zweck.

Ausstellungsdauer: 02.07.2015 bis 05.07.2015

Website: www.millerntorgallery.org

ArtKiss-Besuch: 05.07.2015

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Prof. Ottmar Hörl und Galeristin Evelyn Drewes auf der Vernissage der Ausstellung

Prof. Ottmar Hörl und Galeristin Evelyn Drewes auf der Vernissage der Ausstellung „Klasse Ottmar Hörl – Klassenfahrt“

Normalerweise lockt es die Menschen bei sommerlichen 33°C eher ins Schwimmbad oder ins Eiscafé. Wer sich aber in die Galerie von Evelyn Drewes begibt, kann tolle Werke von Nachwuchskünstlern aus der Klasse von Professor Ottmar Hörl betrachten (und kaufen). Bei der Eröffnungsvernissage bestand auch die Gelegenheit, mit den Künstlerinnen und Künstlern persönlich zu sprechen.

Die Evelyn Drewes Galerie, die bereits seit acht Jahren für die intensive Begleitung und Unterstützung junger Absolventen deutscher Kunstakademien steht, bietet den Kunststudenten eine Plattform zur Präsentation ihrer Kunst. Und die Ausstellung „Klassenfahrt“ hat teilweise schon musealen Charakter – so gut sind die Werke und so gut werden sie präsentiert.

Die Galerie zeigt normalerweise meist zeitgenössischer Malerei. Da bieten die Arbeiten der jungen Bildhauerklasse einen guten Kontrast zu ihrem gewohnten Programm. Ottmar Hörl und seine 25 Studierenden der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg zeigen etwa 40 Arbeiten – darunter Skulpturen, Fotografien und Malerei.

Diego Kai Sindbert - Dreieck Bunt, 2015, 110x110x20 cm, Folie auf MDF

Diego Kai Sindbert – Dreieck Bunt, 2015, 110x110x20 cm, Folie auf MDF

Für die meisten der Studentinnen und Studenten handelt es sich bei der „Klassenfahrt“ um ihr Ausstellungs-Debüt. Noch dazu haben sie die Ausstellung selbst kuratiert. Vielversprechend.

Philipp Eyrich - o.T., 2015, Ø 120 cm, Stahlverpackungsband

Philipp Eyrich – o.T., 2015, Ø 120 cm, Stahlverpackungsband

Ausstellungsdauer: 03.07.2015 bis 28.08.2015

Website: www.evelyndrewes.de

ArtKiss-Besuch: 02.07.2015

Nina Beiers (*1975, Århus/Dänemark) erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland „Cash for Gold“ im Kunstverein in Hamburg  verdeutlicht ihre künstlerische Verhandlung der Leerstelle zwischen bildlicher Repräsentation und Wertvorstellungen.

Unentwegt spürt die Künstlerin den Status von Bildern auf, die unsere gesellschaftliche Realität bestimmen und entwickelt anhand ihrer Ergebnisse ein eigenes, wandlungsfähiges Lexikon.

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In Zeiten massenproduzierter und heimatloser Bilder werden Körper zu Trägern von unmöglichen Versprechen. Beiers Arbeiten enthüllen die Verwirrung zwischen Bild und Dargestelltem, um die komplexen Zusammenhänge zu zeigen, in denen Bedeutungen niemals stabil sind.

Ausstellungsdauer: 23.05.2015 bis 26.07.2015

Website: www.kunstverein.de

ArtKiss-Besuch: 20.06.2015

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!