Karl Larsson: North Western Prose (Kunstverein, Hamburg)

Veröffentlicht: 27. Dezember 2014 in Ausstellung, Museum
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Der Schwede Karl Larsson ist diesjähriger Philipp Otto Runge Stipendiat. Der Titel der Hamburger Ausstellung „North Western Prose bezieht sich auf den Roman Buddenbrooks von Thomas Mann, der das kapitalistische System des 19. und frühen 20. Jahrhundert abbildet.

Karl Larsson "North Western Prose" Ausstellungsansicht / Exhibition view, Kunstverein in Hamburg, 2014, Photo: Fred Dott

Karl Larsson „North Western Prose“
Ausstellungsansicht / Exhibition view, Kunstverein in Hamburg, 2014, Photo: Fred Dott

Larsson verknüpft Manns Themen mit aktuellen Fragen: Wie lässt sich heute ein Leben gestalten, gerade im Kontext von etablierten Traditionen, wirtschaftlichen Interessen, individuellen Wünschen und dem drastischen Wandel sozialer Strukturen? Literaten wie Arthur Rimbaud, dessen Formulierung „Ich ist ein anderer“ den Beginn der artifiziellen Literatur markiert, tauchen in der Ausstellung auf: Die Silhouette seines Kopfes, die ursprünglich einem Denkmal in Charleville entstammt, ist auf dem Boden positioniert. Larssons verschiedene Charaktere befinden sich in einem ständigen Austausch.

Mit „North Western Prose“ setzt Larsson seine Arbeit an den Schnittlinien und Grenzen von Schrift und Sprache, Poesie und Installation fort. Diese unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksformen haben sich zu einer Praxis verbunden, die sowohl als redaktionell als auch literarisch beschrieben werden kann, sich aber unterscheidet vom konventionellen Schreiben und den Fokus auf Raumerlebnis, Aufführungsform und Aktivierung legt. Der Künstler fordert den Akt der Wahrnehmung heraus und hinterfragt bestehende Modi einer Künstlerkritik, die vom Kapitalismus längst inkorporiert worden ist.

Karl Larsson "North Western Prose" Ausstellungsansicht / Exhibition view, Kunstverein in Hamburg, 2014, Photo: Fred Dott

Karl Larsson „North Western Prose“
Ausstellungsansicht / Exhibition view, Kunstverein in Hamburg, 2014, Photo: Fred Dott

Diese Übertragung in den Ausstellungsraum löst eine bestimmte Art des Denkens über Konsum und Wertigkeit aus. Kritik bedeutet eben nicht, Urteile zu fällen, sondern dem Gegebenen Wissen hinzuzufügen.

Ausstellungsdauer: 27.09.2014 bis 18.01.2015

Website: www.kunstverein.de

ArtKiss-Besuch: 23.12.2014

ArtKiss-Wertung:
2 Sterne: Wenn man nichts besseres zu tun hat…

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