Archiv für Dezember, 2014

Die New Yorker Künstlerin Lisa Oppenheim hat in den letzten zehn Jahren kontinuierlich einen Werkkomplex entwickelt, der den Gebrauch und die Transformation von präexistenten Bildern untersucht. Die Ausstellung „Forever is Composed of Nows“ zeigt ihre aktuellsten Arbeiten.

Lisa Oppenheim "Forever is Composed of Nows" Ausstellungsansicht / Exhibition view, Kunstverein in Hamburg,  2014, Photo: Fred Dott

Lisa Oppenheim „Forever is Composed of Nows“
Ausstellungsansicht / Exhibition view, Kunstverein in Hamburg, 2014, Photo: Fred Dott

Oppenheim nutzt neue Materialien wie Textilien und Keramik als Trägermedien und erweitert damit ihre Untersuchung der fotografischen Repräsentationsmöglichkeiten.

Der Titel der Ausstellung ist ein Zitat von Emily Dickinson und verweist auf eine Vorstellung von Geschichte, die Oppenheims gesamte künstlerische Praxis durchzieht. Während sie die Bildsprache einer jüngeren oder ferneren Vergangenheit aufgreift, ist es stets die Gegenwart, in der Oppenheim die Erfahrung des Produzierens und Rezipierens verortet.

Lisa Oppenheim "Forever is Composed of Nows" Ausstellungsansicht / Exhibition view, Kunstverein in Hamburg, 2014, Photo: Fred Dott

Lisa Oppenheim „Forever is Composed of Nows“
Ausstellungsansicht / Exhibition view, Kunstverein in Hamburg, 2014, Photo: Fred Dott

In „La Quema“ (2014) erzeugt die Künstlerin Fotografien, die den Rauch eines Brennofens, aufgenommen vom wegweisenden mexikanischen Fotografen Manuel Álvarez Bravo, zeigen, und belichtet sie in einem performativen Akt durch den Lichtschein eines Feuers. Diese Serie wird von Keramikfliesen komplettiert, deren Tonerde aus den verschiedenen mexikanischen Regionen stammt.

Lisa Oppenheim "Forever is Composed of Nows" Ausstellungsansicht / Exhibition view, Kunstverein in Hamburg,  2014, Photo: Fred Dott

Lisa Oppenheim „Forever is Composed of Nows“
Ausstellungsansicht / Exhibition view, Kunstverein in Hamburg, 2014, Photo: Fred Dott

Die „Jacquard Weaves“ (2014) sind speziell gewebte Textilien, die mit digitalen Bildern der Textilsammlung Seth Siegelaubs erstellt wurden. In diesem Projekt verbindet die Künstlerin mit fotografischen Mitteln das Erbe konzeptueller Methoden mit den frühen Computertechnologien, deren Störungen und Interferenzen unser digitales Zeitalter bestimmen.

Ausstellungsdauer: 27.09.2014 bis 18.01.2015

Website: www.kunstverein.de

ArtKiss-Besuch: 23.12.2014

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.

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Der Schwede Karl Larsson ist diesjähriger Philipp Otto Runge Stipendiat. Der Titel der Hamburger Ausstellung „North Western Prose bezieht sich auf den Roman Buddenbrooks von Thomas Mann, der das kapitalistische System des 19. und frühen 20. Jahrhundert abbildet.

Karl Larsson "North Western Prose" Ausstellungsansicht / Exhibition view, Kunstverein in Hamburg, 2014, Photo: Fred Dott

Karl Larsson „North Western Prose“
Ausstellungsansicht / Exhibition view, Kunstverein in Hamburg, 2014, Photo: Fred Dott

Larsson verknüpft Manns Themen mit aktuellen Fragen: Wie lässt sich heute ein Leben gestalten, gerade im Kontext von etablierten Traditionen, wirtschaftlichen Interessen, individuellen Wünschen und dem drastischen Wandel sozialer Strukturen? Literaten wie Arthur Rimbaud, dessen Formulierung „Ich ist ein anderer“ den Beginn der artifiziellen Literatur markiert, tauchen in der Ausstellung auf: Die Silhouette seines Kopfes, die ursprünglich einem Denkmal in Charleville entstammt, ist auf dem Boden positioniert. Larssons verschiedene Charaktere befinden sich in einem ständigen Austausch.

Mit „North Western Prose“ setzt Larsson seine Arbeit an den Schnittlinien und Grenzen von Schrift und Sprache, Poesie und Installation fort. Diese unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksformen haben sich zu einer Praxis verbunden, die sowohl als redaktionell als auch literarisch beschrieben werden kann, sich aber unterscheidet vom konventionellen Schreiben und den Fokus auf Raumerlebnis, Aufführungsform und Aktivierung legt. Der Künstler fordert den Akt der Wahrnehmung heraus und hinterfragt bestehende Modi einer Künstlerkritik, die vom Kapitalismus längst inkorporiert worden ist.

Karl Larsson "North Western Prose" Ausstellungsansicht / Exhibition view, Kunstverein in Hamburg, 2014, Photo: Fred Dott

Karl Larsson „North Western Prose“
Ausstellungsansicht / Exhibition view, Kunstverein in Hamburg, 2014, Photo: Fred Dott

Diese Übertragung in den Ausstellungsraum löst eine bestimmte Art des Denkens über Konsum und Wertigkeit aus. Kritik bedeutet eben nicht, Urteile zu fällen, sondern dem Gegebenen Wissen hinzuzufügen.

Ausstellungsdauer: 27.09.2014 bis 18.01.2015

Website: www.kunstverein.de

ArtKiss-Besuch: 23.12.2014

ArtKiss-Wertung:
2 Sterne: Wenn man nichts besseres zu tun hat…

In einer umfangreichen Einzelpräsentation widmet sich die Schirn Kunsthalle Frankfurt noch bis zum 11. Januar 2015 der wichtigsten Künstlerin der finnischen Moderne: Helene Schjerfbeck (1862–1946).

Helene Schjerfbeck Selbstbildnis mit schwarzem Hintergrund, 1915 45,5 x 36 cm Öl auf Leinwand Ateneum Art Museum, Finnish National Gallery, Helsinki © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Helene Schjerfbeck – Selbstbildnis mit schwarzem Hintergrund, 1915
45,5 x 36 cm Öl auf Leinwand Ateneum Art Museum, Finnish National Gallery,
Helsinki © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Mehr als 85 Gemälde und Arbeiten auf Papier geben einen vollständigen Einblick in die kühne Bilderwelt der in Helsinki geborenen Malerin und Zeichnerin. Die in Deutschland für viele noch zu entdeckende, aber in Skandinavien, besonders in Finnland hoch geschätzte und als nationale Ikone gefeierte Schjerfbeck hat in über 60 Jahren ein umfangreiches, eindrückliches Werk geschaffen, in dessen Mittelpunkt die menschliche Figur steht: Bildnisse junger Frauen mit modischen Accessoires, Männerakte, Protagonisten in Historienbildern und vor allem sie selbst in zahlreichen Selbstporträts.

Anfänglich dem naturalistischen Realismus zugewandt, entwickelte sich Helene Schjerfbeck zu einer modernen, avantgardistischen Künstlerin mit einer reduzierten Formensprache und Farbpalette. Trotz einer deutlichen Tendenz zur Abstraktion blieb sie vornehmlich der figürlichen Malerei verbunden. Schjerfbecks gesamtes OEuvre ist durch die Wiederholung von Motiven sowie das Arbeiten nach Bildvorlagen gekennzeichnet, die sie zu hybriden Bildfiguren zusammensetzt.

Diese Prinzipien werden sowohl in ihren eindringlichen Selbstporträts als auch in zahlreichen Werken sichtbar, in denen sie Motive von bedeutenden alten Meistern wie etwa Hans Holbein d. J. und El Greco oder von Zeitgenossen wie Constantin Guys aufgreift. Zudem schuf sie außergewöhnliche Frauenbildnisse, die auch ihr gesteigertes Interesse an der Mode der Zeit verdeutlichen – ein Aspekt, der in der kunsthistorischen Forschung bislang wenig beachtet wurde und nun erstmals in der Schirn-Ausstellung näher beleuchtet wird.

Ausstellungsdauer: 02.10.2014 bis 11.01.2015

Website: www.schirn.de

ArtKiss-Besuch: 21.12.2014

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.

Portrait: John Suchy

Veröffentlicht: 22. Dezember 2014 in Portrait
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John Suchy in front of the MoMA © John Suchy

John Suchy in front of the MoMA
© John Suchy

John Suchy

born in Williamsburg, Brooklyn, New York in 1946
Website: www.johnsuchy.com / www.johnsuchy.de
E-mail: johnsuchy77@hotmail.com


John, what is Art?

I feel art is created when an artist (using various mediums), shows how they see life, how they feel, how they love or hate, what they think they are or want to be. I love to create memories. I think the more years of experience an artist acquires the more powerful their art can be.

How do you experience your collectors?

I enjoy having shows in the same galleries every few years. This gives me time to think and create new images for them to see and hopefully enjoy and purchase. I have done many indoor and outdoor shows where I always bump into people who have bought or collect my art. When I display my art on the streets of Manhattan I always meet people from New York City and around the world who have purchased my art or they have friends that own my art. It’s great when I meet people who have bought art from me on the street when I started in 1976.

What defines a „good gallery“ for you?

John Suchy: A good gallery to me is one that first knows how to treat a customer with total respect. It is very relaxing if I can create a good friendship with the gallery owner. I also think it is important for a gallery to offer the art at a reasonable price and not wait till the customers feet turn toward the door before they say “It’s your lucky day today because we are having a big sale of art now“. The most important thing a gallery can accomplish is to have the customer come back or tell their friends about the gallery.

If a customer goes home and learns that they have be screwed price wise, they will never come back and will tell their friends never to go there. I enjoy making art images that just relate to the town that they gallery is in. There is always a landmark that everyone in the town is proud of.

John Suchy at his Berlin show © John Suchy

John Suchy at his Berlin show
© John Suchy

Your opinion on „art and art market“?

I know many artists that have been displaying and selling their art for the past 30 years in indoor and outdoor art shows around the USA. It is a hard life and the shows cost money.

You have to count on good weather and the economy. They travel and always have to work on their inventory. It is very hard to have a normal family life making a living this way. However it helps them control their prices and cut out the middle man so they make more profit. Many of them don’t want to sell to the galleries at a lower price and have the galleries sometimes make more than them. Some artist find representatives who find art galleries to sell their art & little by little the price of the art goes up & up. Sometime everybody is making money but the artist is still struggling to pay their bills. Some artists hit the jackpot and make a lot of money. I use to sell in the late 70’s on the street with James Rizzi and watched him rise to the top of the art market. That was great! Over the years I have met many representatives and art gallery owners who were very fair and many who were unscrupulous! It amazes me at the prices that some people will pay and how some artists can accomplish tremendous success in a short period of time and the prices that their art demands. Many artist come and go no matter how talented they are. It is nice to see an artist reach a high level of success and stay there for the rest of their life.

Is art passion and/or an investment?

Most people that buy my art because they like it or want to give it to someone who will enjoy it. Many times my art brings back good memories of places or experiences that they have had. My drawing of the pigeon lady is one of those drawing that brings out a story from so many people that I met. In the 80’s and  90’s bought tremendous amount of art for investments. I think most of them wished they didn’t. It is fantastic when you hear stories of people who have hit the jackpot with their art investments.

Artist – a dream job?

After art college I worked for 12 years in the advertising business. In the beginning I did mechanical drafting, layouts, story boards, presentations and finally became an illustrator.

For years I did drawings for books, magazines and newspapers. Finally as my art became very detailed and time consuming I got tired of all the changes the client wanted to have made. It took me so long to make the art that any small change meant, I would have to so the art all over again. I started doing drawings of my neighborhood on the upper westside of Manhattan and selling them on the street corners. This eventually led me into drawing many scenes of Manhattan. If five people asked me if I had a drawing of a certain scene I would make sure I did that scene. Selling on the streets helped me learn what people like and didn’t like as far a buying art. It was a crazy time in my life but I loved it! I have been very lucky in my art life and have many dreams come true. It’s not all about the money however. Every artist is first lucky if people tell them they enjoy their art! After that some get lucky and some don’t! The people that just do their art for their own pleasure and not for a living are the real lucky ones!

John Suchy - NYC canvas  © John Suchy

John Suchy – NYC canvas
© John Suchy

Who is your favorite artist?

Draftsmen – Heinrich Kley (Munich, Germany)  and Gustav Rehberger (Austria)
Painter – John Singer Sargent and Vincent Van Gogh

What is your favorite work of art?

The Frescoes of the Sistine chapel by Michelangelo

What is your favorite color?

When I was younger it was green (money) but over the years it has become cobalt blue.

Dear John, many thanks for this interview and all the best for the future!

Der ArtKiss-Blog bekommt am 22. Dezember 2014 ein neues Feature: die „Portraits“.

Mit den Portraits werden in lockerer Folge Künstler/innen und Galeristen/innen vorgestellt. Sie beantworten mindestens sieben der folgenden zehn Fragen und nennen ihre persönlichen Lieblingskünstler, -farbe und -kunstwerk:

  1. Was ist für Sie Kunst?
  2. Wie erleben Sie Ihre Sammler?
  3. Was ist für Sie eine gute Galerie?
  4. Ihre Meinung zum Thema „Kunst und Kunstmarkt“?
  5. Ist Kunst Leidenschaft und/oder Investment?
  6. Künstler/in – ein Traumberuf?
  7. Welchen Kunst-Traum hätten Sie gerne erfüllt?
  8. Wer ist Ihr/e Lieblingskünstler/in?
  9. Was ist Ihr Lieblingskunstwerk?
  10. Was ist Ihre Lieblingsfarbe?

Sollten Sie Interesse an einer Teilnahme haben, senden Sie einfach eine E-Mail und Sie bekommen die Teilnahmevoraussetzungen zugeschickt:


The ArtKiss blog introduces a new feature on 22 December 2014: the „Portraits“.

Artists and gallery owners should be portrayed in a small interview in the „Portraits“ series. They answer at least seven of the following ten questions and name their own favorite artist, color and artwork:

  1. What is art?
  2. By which criteria do you decide which artists you represent?
  3. How do you experience collectors?
  4. Your opinion on “art and art market”?
  5. Is art passion and/or an investment?
  6. The future of art galleries?
  7. What dream in the arts should come true?
  8. Who is your favorite artist?
  9. What is your favorite work of art?
  10. What is your favorite color?

If you are interested in participating, please send an e-mail and you will receive the participation details:

Wolfgang Kluge arbeitete als Auto-Konstrukteur und Unternehmensberater bevor er Kunst zu seinem Hauptberuf machte. Heute ist er ein Maler, der das Großformat bevorzugt. In seinem Atelier in Seevetal-Hittfeld haben die größten Bilder eine Höhe von 2,80 Meter. Kluges Bilder sind aber nicht nur groß, sondern auch farbenfroh. Erstellt sind sie mit dem Pinsel und/oder mit dem Spachtel, in der Regel mit Öl auf Leinwand. Signiert sind die Bilder meist mit „WHAK„, der Abkürzung des Namens des Künstlers: Wolfgang Hermann Albert Kluge.

WHAK

WHAK in seinem Atelier
© Wolfgang Hermann Albert Kluge

WHAKs Bilder zeigen die Spuren des Arbeitsprozesses, in dem sie entstanden sind: nicht nach einem vorgegebenen Plan, sondern im Verlauf des künstlerischen Produktionsverfahrens. Ihre Vollendung erlangen die Bilder erst im Auge des Betrachters. Der Rezipient wird in die Herstellung des Kunstwerkes einbezogen und gibt damit dem Bild erst Sinn und Bedeutung.

Wer sich in seinen großen Atelierräumen umschaut, staunt über eine Fülle imposanter und lichtdurchfluteter Bilder, die allesamt auf die eine oder andere Weise vor allem Dynamik, Vitalität und Lebensfreude vermitteln.

Website: www.whak.eu

ArtKiss-Besuch: 30.11.2014

Peter Marx malt Bilder im Miniaturformat. „Miniatur“ kann dann auch bedeuten, dass das Motiv auf einem Reiskorn oder gar einem Stecknadelkopf gemalt wurde. Der Vergleich zu Willard Wigan liegt nahe, wobei Marx‘ Werke schon noch mit bloßem Auge ohne Mikroskop zu erkennen sind. Und Marx muss nicht die Pause zwischen zwei Herzschlägen abpassen, um mit extrafeinen Pinseln die Aquarellfarbe auf dem Plakafarben-Hintergrund aufzubringen.

Der in Aurich/Ostfriesland lebende Peter Marx malt seit über 33 Jahren Küsten- und Landschaftsmotive, aber auch witzige Motive, die das Passepartout miteinbezeihen.

Ausstellungsdauer: 28.11.2014 bis 30.11.2014

Website: www.peter-marx.net/Miniaturmalerei

ArtKiss-Besuch: 30.11.2014