Kirchner. Das expressionistische Experiment (Bucerius Kunst Forum, Hamburg)

Veröffentlicht: 2. August 2014 in Ausstellung, Museum
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Kirchner. Das expressionistische Experiment

Mit „Kirchner. Das expressionistische Experiment“ präsentiert das Bucerius Kunst Forum einen der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Das druckgraphische Schaffen Ernst Ludwig Kirchners ist das umfangreichste des deutschen Expressionismus. Die Ausstellung vereint rund 130 oft großformatige und starkfarbige Holzschnitte, Radierungen und Lithographien aus der weltweit bedeutenden Sammlung des Brücke-Museums Berlin sowie einige Gemälde aus deutschen Privatsammlungen.

Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) steht wie kein an derer Künstler für den Aufbruch der Moderne in Deutschland. 1905 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Künstlergruppe Brücke in Dresden. Kirchner und seine Malerkollegen versuchten, durch ihre expressive Ästhetik das Wesen der Dinge freizulegen. Auch nach der Auflösung der Gruppe 1913 arbeitete Kirchner unermüdlich weiter, zeigte das hektische Treiben der Metropole Berlin und später, von 1917 an, die Schweizer Bergwelt bei Davos, wo er bis zu seinem Freitod 1938 lebte.

Sein vielschichtiger Stil, der mal von kantigen, groben Formen, mal von weichfließenden Linien oder grellen Farben geprägt ist, fasziniert noch heute durch seine Eindringlichkeit und den psychologischen Gehalt der Motive.

Die Ausstellung im Bucerius Kunst Forum führt vor Augen, dass sich diese bildnerische Revolution nicht auf Kirchners Malerei beschränkt, sondern in besonderem Maß Widerhall in seinem druckgraphischen Schaffen findet. Hier behandelte Kirchner mit Akten, Badenden, Tanz- und Straßenszenen und einem neuen Blick auf den Menschen in den Portraits innovative Themen der „Brücke“, die er durch den scharfen Schnitt und die harten Kontraste von Schwarz und Weiß kennzeichnete. Auf farbigen Papieren und mit ausdrucksstarken, leuchtenden Druckfarben verlieh er traditionsreichen künstlerischen Techniken expressiven Charakter und machte sie für die Moderne fruchtbar. Für ihn war die Druckgraphik das wichtigste Experimentierfeld eines neuen expressionistischen Stils.

„Kirchner. Das expressionistische Experiment“ zeigt die intensive Auseinandersetzung des Künstlers mit den verschiedenen Techniken, wie dem Farbholzschnitt, der Radierung oder der Lithographie. Kirchner nutzte die spezifischen Eigenschaften der jeweiligen Drucktechniken, um seine ästhetische Sprache zu entwickeln. Anders als für die meisten Künstler war die Druckgraphik für ihn kein Mittel zur Vervielfältigung seiner Bildideen, sondern eine eigenständige Kunstform. Es ging ihm nicht darum, Auflagenwerke zu schaffen, um seine Bildfindungen zu vervielfältigen. Sein Verständnis des Druckens war vielmehr, mit der Druckplatte und dem Papier ein jeweils einzigartiges Werk zu schaffen. Kirchner konnte dem Holz oder Kupfer mit scharfkantigen Werk zeugen Formen abringen, die sich in keinem anderen Medium hervorbringen ließen.

Ausstellungsdauer: 29.05.2014 bis 07.09.2014

Website: www.buceriuskunstforum.de

ArtKiss-Besuch: 06.07.2014

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.

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