Archiv für August, 2014

Anlässlich des 95. Geburtstags von Hans Winkler († 2000) zeigt die Galerie Borssenanger  in einer Retrospektive Arbeiten aus dem Spätwerk des Künstlers.

Hans Winkler - Eine Retrospektive (Ausstellungsansicht) links: Meine vorletzten Bilder XII, 1995 / rechts: Meine vorletzten Bilder XIII, 1995

Hans Winkler – Eine Retrospektive (Ausstellungsansicht)
links: Meine vorletzten Bilder XII, 1995 / rechts: Meine vorletzten Bilder XIII, 1995
(c) Galerie Borssenanger

Winkler hinterlässt – trotz eines jahrzehntelangen Berufsverbots (1950-1982) in der DDR aufgrund „amerikanischer Tendenzen“ – ein vielfältiges Werk.

Im Verborgenen arbeitend ohne geeigneten Atelierraum und Malmaterialien entwickelte Winkler seine informelle, gegenstandslose Kunst vor allem in Monotypien und Tuschezeichnungen weiter. Erst Anfang der 1980er Jahre in Leipzig, wo er in einem illegal besetzten Haus einen Atelierraum bekam, hatte er ausreichend Platz für großformatige Arbeiten mit Lack-, Dispersion-und Latexfarben auf Stoffen und Fahnentüchern. Diese in 198oern und frühen 90ern Jahren entstandenen Werke bilden den Schwerpunkt der Ausstellung in Hamburg.

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Ausstellungsdauer: 23.08.2014 bis 20.09.2014

Website: www.borssenanger.de

ArtKiss-Besuch: 23.08.2014

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Es die wahrscheinlich größte James-Rizzi-Ausstellung, die es je gab:  über 700 Exponate aus den letzten Lebensjahren und dem Nachlass des New Yorker Pop-Art-Künstlers sind im Frankfurt Hof Mainz zu sehen. Wie der Titel „James Rizzi – Das New Yorker Atelier“ bereits verrät, liegt der Fokus auf dem Privatleben Rizzis mit noch nie gezeigten Werken aus den Privatsammlungen von James Rizzi selbst und seiner Familie. Originalmobiliar und großformatigen Panoramen vermitteln den Besuchern der Ausstellung das Gefühl, sich direkt in Rizzis Studio-Loft im New Yorker Stadtteil Soho aufzuhalten.

Die Besucher können unter anderem diejenigen seiner Bilder betrachten, mit denen sich James Rizzi selbst umgeben hat, wie zum Beispiel die größte Rizzi-Leinwandarbeit, die je in seinem Atelier entstanden ist. Es handelt sich dabei in den meisten Fällen um Unikate, aber es sind auch viele seiner berühmten Serigrafien zu sehen, u.a. „A New York Marathon for all“, „Montreux Jazz Festival“, „Touch Someone With Your Thoughts, With Yout Heart, With Your Eyes, With Your Finger, And With E-Mail“ und „Nothing Is As Pretty As A Rizzi City“.

Andere Ausstellungsstücke zeigen den Künstler von seiner privaten Seite: Rizzis von Hand verzierte Fahrrad und eine Auswahl von Schuhen, die nicht nur von Rizzi gestaltet, sondern auch von ihm selbst getragen wurden. Ein anderes Highlight stellen die unvollendeten Werke dar, Fragmente der letzten Bilder, die Rizzi vor seinem Tod Ende 2011 nicht mehr fertigstellen konnte.

Ausstellungsansicht: James Rizzi - Das New Yorker Atelier - Rizzis Fahrrad (J. C. Higgins Beach Cruiser)  / © Patrick Kiss

Ausstellungsansicht: James Rizzi – Das New Yorker Atelier – Rizzis Fahrrad (J. C. Higgins Beach Cruiser) / © Patrick Kiss

Einen beeindruckenden Eyecatcher bietet das Werk „Give Peace a Chance“- mit rund 3,70 m Breite und mehr als 1,80 m Höhe eines der größten jemals von Rizzi in seinem Loft gemalten Bilder.

Einziger Wermutstropfen der ansonsten beeindruckenden Ausstellung: Die beschreibenden Texte zu Rizzis Leben und Kunst sowie die Bildinformation sind oft schlecht platziert und durch die verwendete 10-Punkt-Schrift schwer und nur aus nächster Nähe lesbar.

Der Sender n-tv hat zum Ausstellungsstart die 20-minütige TV-Dokumentation „Pop Artist James Rizzi – Die bunte Reise nach New York“ ausgestrahlt. Sie spannt den Bogen von Rizzis Heimatstadt New York zum Frankfurter Hof in Mainz. In New York radelt Moderator Wolfram Kons mit dem Rizzi-Bike durch die Stadt, zeigt die magischen Motive Rizzis und spricht mit Freunden des Künstlers.

Ausstellungsdauer: 18.07.2014 bis 14.09.2014

Website: www.rizzi-mainz.de

ArtKiss-Besuch: 16.08.2014

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Ottmar Hörl: Goethe-Installation, 2014, Frankfurt/Main Foto: Georg Stelzner

Ottmar Hörl: Goethe-Installation, 2014, Frankfurt/Main Foto: Georg Stelzner

Seit vielen Jahren überrascht der international berühmter Konzeptkünstler Ottmar Hörl die Welt mit verblüffenden plastischen Konzepten, basierend auf der Maxime „Skulptur als Organisationsprinzip“. Seine Vision: Möglichst viele Menschen in einen kulturellen Diskurs miteinbeziehen.

Hörl ist nicht nur Künstler sondern auch Professor für Bildende Kunst und Präsident der Akademie für Bildende Kunst in Nürnberg. Er hat – wie Johann Wolfgang von Goethe – in Frankfurt gelebt. So studierte er an der Städel Schule, der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste. Zahlreiche seiner Werke prägen die Main-Metropole, darunter die weltweit in den Medien präsente „Euro-Skulptur“.

Jüngst hat er anlässlich des 100. Geburtstags der Goethe-Universität in Frankfurt am Main mit einer temporären Kunst-Installation aus 400 Goethe-Figuren die Grünfläche auf dem Campus Westend vor dem Haupteingang des IG Farben-Hauses in eine Identität stiftende, bildstarke, kommunikative Großskulptur verwandelt.

Jeweils 100 Exemplare aus Kunststoff, 107 cm hoch, symbolisieren in vier verschiedenen Farben (enzianblau, purpurrot, honiggelb und türkisgrün) die historischen Fakultäten der Universität. Goether beschäftigte sich auch intensiv mit Farben und verfasste das Werk „Zur Fabenlehre“. Dieses Werk ist die Grundlage für den Begriff „Farbenlehre„.

Als Absolvent der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät habe ich mir eine signierte türkisgrüne Skulptur gegönnt:

Ottmar Hörl - Goethe, 2014

Ottmar Hörl – Goethe, 2014

Ausstellungsdauer: 11.06.2014 bis 21.07.2014

Website: www.ottmarhoerl.de

„Il mondo delle bambole“ – die Welt der Puppen, das ist auch die Welt von Pietro Sciortino. Das kleine Kunststudio in der Via Bara all’Olivella 30 im sizilianischen Palermo ist leicht zu übersehen, aber der Blick hinein lohnt sich!

Il laboratorio artistico dell' artista Pietro Sciortino

Il laboratorio artistico dell‘ artista Pietro Sciortino in via Bara all’Olivella n° 30 Palermo

Denn hier schafft Sciortino wunderschöne Gemälde von Puppen. Diese hat der Sizilianer schon in ganz Italien und im Ausland ausgestellt. Die Bilder zeigen in Serien verschiedene Themen der Heimatinsel des Künstlers, wie z.B. Pinocchio in Sizilien, die Katakomben des Kapuzinerklosters oder auch Palermos Etablissements.

Sciortinos Technik und Stil sind eher konventionell, aber nicht konformistisch. Er malt auf Leinwand und Holz.

Schöne Bilder.

Pietro Sciortino und seine Welt der Puppen - Pietro Sciortino e il suo mondo di bambole

Pietro Sciortino und seine Welt der Puppen – Pietro Sciortino e il suo mondo di bambole

Website: www.pietrosciortino.com

ArtKiss-Besuch: 20.07.2014

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Kirchner. Das expressionistische Experiment

Mit „Kirchner. Das expressionistische Experiment“ präsentiert das Bucerius Kunst Forum einen der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Das druckgraphische Schaffen Ernst Ludwig Kirchners ist das umfangreichste des deutschen Expressionismus. Die Ausstellung vereint rund 130 oft großformatige und starkfarbige Holzschnitte, Radierungen und Lithographien aus der weltweit bedeutenden Sammlung des Brücke-Museums Berlin sowie einige Gemälde aus deutschen Privatsammlungen.

Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) steht wie kein an derer Künstler für den Aufbruch der Moderne in Deutschland. 1905 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Künstlergruppe Brücke in Dresden. Kirchner und seine Malerkollegen versuchten, durch ihre expressive Ästhetik das Wesen der Dinge freizulegen. Auch nach der Auflösung der Gruppe 1913 arbeitete Kirchner unermüdlich weiter, zeigte das hektische Treiben der Metropole Berlin und später, von 1917 an, die Schweizer Bergwelt bei Davos, wo er bis zu seinem Freitod 1938 lebte.

Sein vielschichtiger Stil, der mal von kantigen, groben Formen, mal von weichfließenden Linien oder grellen Farben geprägt ist, fasziniert noch heute durch seine Eindringlichkeit und den psychologischen Gehalt der Motive.

Die Ausstellung im Bucerius Kunst Forum führt vor Augen, dass sich diese bildnerische Revolution nicht auf Kirchners Malerei beschränkt, sondern in besonderem Maß Widerhall in seinem druckgraphischen Schaffen findet. Hier behandelte Kirchner mit Akten, Badenden, Tanz- und Straßenszenen und einem neuen Blick auf den Menschen in den Portraits innovative Themen der „Brücke“, die er durch den scharfen Schnitt und die harten Kontraste von Schwarz und Weiß kennzeichnete. Auf farbigen Papieren und mit ausdrucksstarken, leuchtenden Druckfarben verlieh er traditionsreichen künstlerischen Techniken expressiven Charakter und machte sie für die Moderne fruchtbar. Für ihn war die Druckgraphik das wichtigste Experimentierfeld eines neuen expressionistischen Stils.

„Kirchner. Das expressionistische Experiment“ zeigt die intensive Auseinandersetzung des Künstlers mit den verschiedenen Techniken, wie dem Farbholzschnitt, der Radierung oder der Lithographie. Kirchner nutzte die spezifischen Eigenschaften der jeweiligen Drucktechniken, um seine ästhetische Sprache zu entwickeln. Anders als für die meisten Künstler war die Druckgraphik für ihn kein Mittel zur Vervielfältigung seiner Bildideen, sondern eine eigenständige Kunstform. Es ging ihm nicht darum, Auflagenwerke zu schaffen, um seine Bildfindungen zu vervielfältigen. Sein Verständnis des Druckens war vielmehr, mit der Druckplatte und dem Papier ein jeweils einzigartiges Werk zu schaffen. Kirchner konnte dem Holz oder Kupfer mit scharfkantigen Werk zeugen Formen abringen, die sich in keinem anderen Medium hervorbringen ließen.

Ausstellungsdauer: 29.05.2014 bis 07.09.2014

Website: www.buceriuskunstforum.de

ArtKiss-Besuch: 06.07.2014

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.