Archiv für April, 2014

Die Berlinische Galerie ist eines der jüngsten Museen der Hauptstadt und sammelt in Berlin entstandene Kunst von 1870 bis heute – mit lokalem Fokus und internationalem Anspruch zugleich.

1975 als privater Verein gegründet, eröffnete das Landesmuseum 2004 in Nachbarschaft zum Jüdischen Museum sein eigenes Haus in einer großzügig umgebauten Industriehalle mit 4.600 qm Ausstellungsfläche. Bildende Kunst – Malerei, Grafik, Skulptur, Multimedia – Fotografie, Architektur und Künstler-Archive formen einen Fundus, aus dem durch interdisziplinäre Verschränkungen spannungsvolle Dialoge entstehen.

Herausragende Sammlungsbereiche sind Dada Berlin, die Neue Sachlichkeit und Osteuropäische Avantgarde. Die Kunst des geteilten Berlin und der wiedervereinten Metropole bildet einen weiteren Schwerpunkt.

Website: www.berlinischegalerie.de

ArtKiss-Besuch: 08.03.2014

ArtKiss-Wertung:
5 Sterne: Ein Muss. Unbedingt anschauen!

Der Maler, Zeichner und Installationskünstler Franz Ackermann (*1963 in Neumarkt St. Veit, Bayern) gehört seit mehr als 15 Jahren zu den wichtigsten Gegenwartskünstlern. Franz Ackermann hat für die Berlinische Galerie ein Raumkonzept entwickelt, das Wandmalerei, Tafelbilder und Fotografie miteinander in Beziehung setzt. Er bespielt die über 40 Meter lange und etwa 10 Meter hohe erste Ausstellungshalle des Museums mit einer raumgreifenden Installation. Sie besteht aus einer eigens für das Museum geschaffenen Wandmalerei und wird durch großformatige Tafelbilder und fotografische Arbeiten ergänzt.

Franz Ackermann: Hügel und Zweifel - Ausstellungsansicht

Franz Ackermann: Hügel und Zweifel – Ausstellungsansicht

So entsteht ein ortsspezifisches Landschaftsbild in der Tradition der „Weltlandschaften“, wie sie sich im 16. Jahrhundert ausgehend von dem flämischen Maler Joachim Patinirs entwickelten: Ackermanns Arbeit eröffnet zunächst einen Überblick, gleich einem Panorama. Eine Hügellandschaft entfaltet sich. Verändert der Betrachter seine Position, offenbart sich aber auch ein ungeheurer Detailreichtum. Die idealtypische Szenerie wird durch Ergänzungen unterbrochen wie etwa Fotografien aus Indien und Tarlabasi, einem Istanbuler Stadtviertel, das kurz vor dem Abriss steht. Sie repräsentieren die im Titel der Ausstellung angesprochenen Zweifel, sind integraler Bestandteil der Wandmalerei und zugleich deren Widersacher.

Die Kombination unterschiedlicher Medien in der Berlinischen Galerie war nur an diesem Ort so zu sehen sein: Die Tafelbilder sind als Einzelwerke zu ihren Besitzern zurückgegangen, die Wandgemälde wurden übermalt.

Ausstellungsdauer: 18.09.2013 bis 24.03.2014

Website: www.berlinischegalerie.de

ArtKiss-Besuch: 08.03.2014

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Das 20. Jahrhundert, in dessen Schatten wir noch leben, gilt weithin als das erste im Wesentlichen zukunftsbezogene Zeitalter. Zwar haben die wissenschaftliche Prognose und das Fortschrittsdenken ihren Ursprung in der europäischen Aufklärung. Doch erst die gewaltigen Durchbrüche und Meilensteine, die globalen Umwälzungen seit dem Beginn des Ersten Weltkrieges rückten die Idee der Zukunft in den unmittelbaren Blickpunkt von Politik, Wissenschaft, Kunst und Alltag.

Diese Idee der Zukunft, die alle Enttäuschungen und Verirrungen des 20. Jahrhunderts überdauert oder gar einverleibt hat, bildet den Ausgangspunkt für die neue Sonderausstellung der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, die den betörenden Horizont des „Noch-Nicht“ in den Blick nimmt.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die titelgebende Skulptur von Joseph Beuys, „Das Ende des 20. Jahrhunderts (1. Fassung)“. Anfang der 1980er Jahre, als das so herbeigesehnte wie gefürchtete „Ende des 20. Jahrhunderts“ noch in der Zukunft lag, arrangierte Beuys 21 liegende Basaltstelen, einen Hubwagen und eine Brechstange zu einer der eindringlichsten Prognosen unserer Zeit.

Die Präsentation entfaltet sich in zehn Kapiteln, die Beuys‘ Formulierung der Zukunft aufgreifen, erweitern oder auch infrage stellen. In einer assoziationsreichen Gegenüberstellung zwischen repräsentativen Kunstwerken der Sammlung Marx und einer Auswahl von international renommierten, vorwiegend jüngeren Positionen wird der Frage nachgegangen, was unsere Vorstellungen der Zukunft – Ruinenlandschaften wie Luftschlösser – über uns und unsere Gegenwart offenbaren, darüber, wovor wir uns fürchten, und über das, wonach wir uns sehnen. Was auf uns zukommt, bleibt offen.

Ausstellungsdauer: 14.09.2013 bis: 27.04.2014

Website: www.hamburgerbahnhof.de

ArtKiss-Besuch: 08.03.2014

ArtKiss-Wertung:
5 Sterne: Ein Muss. Unbedingt anschauen!

Wall Works von: 29.11.2013 bis: 31.08.2014 Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - BerlinIn der großzügigen Architektur der Rieckhallen wird mit WALL WORKS ein Überblick über die künstlerische Auseinandersetzung mit der Wand seit den 1960er- Jahren geboten. Anlass für die Ausstellung ist ein 2013 durch den Verein der Freunde der Nationalgalerie ermöglichter Ankauf eines Konvoluts von architekturbezogenen Wandarbeiten, die für die Edition Schellmann entwickelt wurden. Eine erste Auswahl dieser Neuerwerbungen wird im Dialog mit Wandarbeiten aus allen Sammlungen des Museums präsentiert, insbesondere aus der Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof. Zusätzlich sind thematisch relevante Leihgaben zu sehen, darunter eigens für die Ausstellung geschaffene Arbeiten der in Berlin lebenden Künstler Friederike Feldmann, Katharina Grosse und Nasan Tur.

Der Großteil der vorgestellten Wandmalereien und -objekte geht auf künstlerische Entwürfe zurück, die auf die räumliche Situation des Museums angepasst und vor Ort ausgeführt wurden. Dabei reicht das Spektrum der angewandten Techniken von raumgreifenden Zeichnungen und Malereien über Siebdruck und Tapete bis hin zu skulpturalen Wandobjekten und Videoarbeiten. Mit jeder Arbeit entsteht auf je eigene Weise eine Einheit von Wand, Bildraum und architektonischem Raum.

Ausstellungsdauer: 29.11.2013 bis 31.08.2014

Website: www.hamburgerbahnhof.de

ArtKiss-Besuch: 08.03.2014

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Schöne Grüße Thomas SchütteDer me Collectors Room Berlin/Stiftung Olbricht präsentierte mit „Schöne Grüße Thomas Schütte“ einen Einblick in die Werke von Thomas Schütte aus der Olbricht Collection.

Schütte gilt als einer der bedeutendsten Bildhauer Deutschlands. Neben dem bildhauerischen Werk, beinhaltet sein Oeuvre zahlreiche Druckgrafiken, die mit über 200 Arbeiten den Schwerpunkt der Ausstellung bildeten. Daneben wurden einige Skulpturen und Papierarbeiten gezeigt. Der zeitliche Bogen der ausgestellten Werke reicht von den 80er Jahren bis ins Jahr 2013.

Alle gezeigten Werke sind Teil der Sammlung Olbricht, der seit 1999 kontinuierlich Schüttes Werk sammelt. Ausgestellt wurde u. a. das im Jahr 2011 von Schütte publizierte Portfolio mit neun großformatigen Holzschnitten „Woodcuts“, die bisher nur in New York und Paris zu sehen waren.

Ausstellungsdauer: 14.09.2013 bis 06.04.2014

Website: www.thomas-schuette.de

ArtKiss-Besuch: 08.03.2014

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Paperworlds, me Collectors Room, Berlin„Als Kind ist jeder ein Künstler. Die Schwierigkeit liegt darin, als Erwachsener einer zu bleiben.“
(Pablo Picasso)

Mit diesem Satz drückte Picasso das aus, was ihn und seine Künstlerkollegen Münter, Kandinsky, Klee, Kokoschka, Miró, Chagall und viele andere mehr beim Anblick von Kinderzeichnungen faszinierte: die Freiheit und Unvoreingenommenheit, mit denen Kinder ihre Welt zu Papier bringen.

Die Ausstellung PAPERWORLDS zeigt im me Collectors Room über 60 Kinder- und Jugendzeichnungen von heute international agierenden Künstlern. Neunzehn zeitgenössische Künstler, darunter Norbert Bisky, John Bock, Andy Hope 1930, Jonathan Meese, Tal R, Katja Strunz, Rosemarie Trockel und Thomas Zipp, gewähren Einblick in Zeichnungen und Bilder, die im Alter zwischen 3 und 14 Jahren entstanden sind.

Ausstellungsdauer: 21.01.2014 bis 11.05.2014

Website: www.me-berlin.com

ArtKiss-Besuch: 08.03.2014

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.

Eher zufällig bekam ArtKiss nach der Eröffnungs-Vernissage in Berlin die Möglichkeit,  mit dem Anfang der 90er Jahre nach Berlin gekommenen Künstler Zaza Tuschmalischvili und seiner Berliner Galeristin Annilie Hillmer zu sprechen.

Hillmer hat sich seit mehr als zehn Jahren auf georgische Kunst spezialisiert und führt in ihrer Georgia Berlin Galerie in Charlottenburg eine seit dem 19. Jahrhundert bestehende enge Verbindung zwischen den Kulturen fort. Die Galerie vertritt den 1960 geborenen Tuschmalischvili exklusiv. Er gehört mittlerweile zu den bedeutendsten zeitgenössischen georgischen Malern. Dort entwickelte er seine unverwechselbare Bildsprache: Ikonographische Elemente der christlich-religiösen Malerei verschmelzen mit kubistischen oder surrealistischen Formen. In den warmen Farben und raffinierten Maltechniken wird seine georgische Heimat ebenso fassbar wie sein Eintauchen in die moderne Malerei des Westens.

Für die Bilder von Zaza Tuschmalischvili braucht man keine kunstkritischen Kenntnisse. Selbst über Herkunft und Werdegang des  Malers muss man eigentlich nicht viel wissen. Alle seine Bilder, so vielfältig in ihren Motiven, ihrer Mal- und Gestaltungsweise sie auch sind, sprechen die Sinne unmittelbar an. Tuschmalischvili lässt sich weder in die Schublade des Surrealismus, noch in die des Expressionismus, Kubismus oder der Naiven einordnen. Er hat von allem etwas, in einer nahezu unfassbaren Vielfalt, die ihm etwas ganz und gar Eigenständiges verleiht.

Ausstellungsdauer: 10.03.2014 bis 20.04.2014

Website: www.georgiaberlingalerie.de

ArtKiss-Besuch: 08.03.2014

Nach den Ausstellungen „Moderne Zeiten“ (1900-1945) und  „Der geteilte Himmel“ (1945-1968) folgte der Blick auf die Jahre zwischen 1968 und 2000. Als Leitmotiv dient der Romantitel von Michel HouellebecqAusweitung der Kampfzone„. Der französische Autor beschrieb mit diesem Roman aus den 1990er Jahren das Lebensgefühl einer kapitalistisch orientierten Generation, die ihr gesamtes Dasein als Kampfzone an wechselnden Fronten begreift.

In der bildenden Kunst, bis 1989 in Deutschland noch geteilt, spiegeln sich in vielerlei Hinsicht die zum Teil heftigen Kämpfe der Gesellschaft wider. Zugleich bildeten sich in der Kunst dieser Zeit eigene Konfrontationen aus. Die Sammlungspräsentation lenkt mit einer Auswahl hochkarätiger Kunstwerke den Blick auf diese verschiedenen „Kampfzonen“: auf die großen politischen Themen und Bilder ebenso wie auf die Fragen nach den Grenzen der Kunst, die durch Fotografie, Video, Performance, Objekt- und Konzeptkunst in den Jahren von 1968 bis 2000 eine beständige „Ausweitung“ erfuhren. Zu sehen sind unter anderem zentrale Werke von Barnett Newman, Joseph Beuys, Andy Warhol, Katharina Sieverding, Werner Tübke, Rebecca Horn, Andreas Gursky und Wolfgang Tillmans.

Ausstellungsdauer: 08.11.2013 bis 31.12.2014

Website: www.smb.museum

ArtKiss-Besuch: 09.03.2014

ArtKiss-Wertung:
5 Sterne: Ein Muss. Unbedingt anschauen!

Wer den Namen Piet Mondrian hört, denkt an abstrakte Malerei in den Farben Rot, Gelb und Blau. Doch wie kam der Maler zu dieser Reduktion? Mit Mondrian. Farbe geht erstmals eine Ausstellung dieser Frage nach. Anhand von 51 Gemälden wird deutlich, wie Mondrian durch die Auseinandersetzung mit Künstlern wie Paul Cézanne, mit Goethes Farbenlehre und der Theosophie auf der Suche nach der universellen Harmonie zu den Grundfarben und zur Abstraktion fand.

Die Ausstellung im Bucerius Kunst Forum vereint Leihgaben aus international renommierten Sammlungen wie dem Gemeentemuseum Den Haag, dem Denver Art Museum oder der Tate in London. Rot, Gelb und Blau sind die Farben, die Piet Mondrians (1872–1944) Werk berühmt gemacht haben. Er gilt als einer der entschiedensten Verfechter der Abstraktion. Von seinen Anfängen mit holländischen Landschaften entwickelte sich Mondrian zum Pionier der ungegenständlichen Malerei.

Die künstlerischen Avantgarden des frühen 20. Jahrhunderts wollten mit den Traditionen brechen. Revolution war das Motto der Stunde. Auch Piet Mondrians Abstraktion wurde in diesem Zusammenhang gesehen. Seine ungegenständliche Malerei gehört heute zum Kanon der Avantgardekunst. Sie hatte sich von allem befreit, was man bis dahin mit Malerei verband.

Doch Mondrians Werk kam nicht durch Revolution zustande – er sah seinen Weg zur Abstraktion als einen evolutionären Prozess. Behutsam und kontinuierlich arbeitete er daran, sich zu unterscheiden: von seinen Kommilitonen an der Amsterdamer Rijksakademie van beeldende Kunsten ebenso wie von den Vorbildern der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts, an denen er sich messen wollte, und den internationalen Positionen des beginnenden 20. Jahrhunderts, gegen die er antreten sollte. Mondrians frühe, seit den 1890er Jahren entstandene Landschaften zeigen seine Auseinandersetzung mit den Fragen des Realismus in der Tradition Rembrandts. Die erdigen, pastos aufgetragenen Farben dienten ihm als Material der Landschaft. Doch schon in seinen kurz nach 1900 entstandenen Landschaften malte Mondrian das Strahlen der Sonne und das Leuchten des Mondes.

1908 kam er erstmals in Berührung mit Goethes Farbenlehre. Unter Berufung auf Goethe formulierte er: „Farbe ist getrübtes Licht.“ Das Licht wird nicht als ein strahlendes gezeigt, sondern als ein Leuchten, das vom Horizont ausgeht. Damit verabschiedete sich Mondrian vom Realismus und brachte eine symbolistische Komponente in seine Landschaftsdarstellungen ein.

1909 wurde Mondrian Mitglied der Theosophischen Gesellschaft. Durch die schrittweise Überwindung der abbildenden Naturwiedergabe wollte sich Mondrian den universellen, überzeitlichen Gesetzen nähern. Dafür war die Farbe das entscheidende Gestaltungsmittel. Rot und Blau dominieren zahlreiche in diesen Jahren entstandene Gemälde Mondrians.

Mondrian zog 1912 nach Paris und beschäftigte sich intensiv mit den Werken der Kubisten. Sein Stil ist nun von der kubistischen Formsprache geprägt, wobei er weniger die räumliche Vielansichtigkeit der Bildgegenstände als deren rasterhafte Zergliederung suchte. In diesen Jahren erarbeitete er sich eine geometrische Linienstruktur. Anfangs klingt in ihnen noch die Farbigkeit der Pariser Hauswände nach: Ocker und Hellblau.

1921 beschloss Mondrian, nur noch die Primärfarben Rot, Gelb und Blau zu verwenden, die er in schwarzen Gittern mit Weiß ausbalancierte. Im Kombinieren von Linie und Farbe fand er seine gültigen Bildmittel, für die er den Stilbegriff „Neoplastizismus“ prägte. In kleinen Schritten, in Variationen und Differenzierungen, suchte Mondrian nach einer Harmonie, die das Überzeitliche ausdrückt.

Ausstellungsdauer: 01.02.2014 bis 11.05.2014

Website: www.buceriuskunstforum.de

ArtKiss-Besuch: 01.03.2014

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Das Museum der Moderne Salzburg präsentierte die erste museale Einzelausstellung der 1976 in Wien geborenen Künstlerin Tanja Boukal.

In 14 Werkserien verarbeitet die Künstlerin fotografische Vorlagen von brisanten politischen und gesellschaftlichen Ereignissen in traditionellen Arbeitsverfahren, wie etwa Stick- und Stricktechniken, zu berührenden und einprägsamen Momentaufnahmen.

Eines haben die von der Künstlerin dargestellten Menschen gemeinsam: den Willen, ihr Leben zu ändern und diese Veränderung selbst in die Hand zu nehmen. Während in den Massenmedien oftmals Einzelpersonen als Helden gefeiert werden, richtet sich der Fokus von Boukal auf jene, die im Hintergrund bleiben oder am Rand der Gesellschaft leben. Sie hält das Aufbegehren dieser Menschen fest und setzt die dabei gewonnenen Motive und Eindrücke in ihren Arbeiten um. Damit fügt sie der offiziellen Medienberichterstattung und der Bilderflut in den sozialen Medien ihre eigenen Beobachtungen und Ergänzungen hinzu. Ausgangspunkt für die Werke Tanja Boukals sind offizielle Medienbilder und Bilder aus kollektiv gespeisten Foren wie Flickr, welche sie mit eigenen Fotografien kombiniert.

Die fotografischen Vorlagen werden von Boukal mittels unterschiedlicher Druckverfahren auf Steinen oder Emailtafeln aufgebracht oder durch computerunterstützte Verfahren in Stick- und Stricktechniken übersetzt. Die Künstlerin setzt bewusst Materialien wie Wolle und Garn ein, die für Häuslichkeit und Geborgenheit stehen, und der Gegensatz zwischen dem warmen Material und den eindringlichen Bildmotiven verleiht ihren Arbeiten eine zusätzliche Intensität.

Ausstellungsdauer: 09.11.2014 bis 02.03.2014

Website: www.museumdermoderne.at

ArtKiss-Besuch: 27.02.2014

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!