Richard Deacon: Form and Colour? (Galerie Thaddaeus Ropac, Salzburg)

Veröffentlicht: 23. März 2014 in Ausstellung, Galerie
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Galerie Thaddaeus Ropac, Villa Kast, Salzburg

Galerie Thaddaeus Ropac, Villa Kast, Salzburg

Die Galerie Thaddaeus Ropac zeigt in der Salzburger Villa Kast ihre vierte Einzelausstellung des britischen Bildhauers Richard Deacon, der zu den bedeutendsten britischen Bildhauern der Gegenwart.

Seine existenzielle Auseinandersetzung mit Raum und Form ermöglicht eine grundlegend neue Blickweise. Entscheidend ist sein physischer Umgang mit den verschiedensten Materialien. Seine wellenförmig geschwungenen Skulpturen mit ihren rhythmischen Verflechtungen oder die biomorph anmutenden Raumkörper zählen zu den vielschichtigsten Werken der modernen Bildhauerei. Bereits die Anfänge seiner Karriere waren von Experimenten mit unterschiedlichen Materialien und künstlerischen Ausdrucksformen geprägt, die Performance, Fotografie und Zeichnung umfassten. Charakteristisch für seine Arbeit ist das tiefe Interesse an der spezifischen Materialität seiner verwendeten Werkstoffe, die so verschieden sind wie laminiertes Holz, Beton, PVC, Edelstahl und Keramik. Deacons Skulpturen erscheinen als komplexe Lineamente, rhythmische Verflechtungen oder organische Körper und beeindrucken durch die außergewöhnliche Durchdringung von Form, Oberfläche und Raum.

Richard Deacon begann Ende 1999 in einer Kölner Werkstatt mit dem Material Keramik zu arbeiten. In Salzburg zeigt Ropac vier rätselhafte biomorphe Skulpturen aus diesem Material, die vielfarbig gefasst und mit einer prächtigen Glasur versehen wurden.

Die Keramikskulpturen treffen in der Ausstellung auf sechs pulverbeschichtete Edelstahlskulpturen in leuchtenden Farben aus dem Zyklus Alphabet, die in ihrer Strenge, Klarheit und grafischen Ästhetik einen Gegensatz zur wabernden Oberfläche der Keramikskulpturen bilden. Sie sind aus mehreren fünf- bis siebeneckigen Feldern zusammengesetzt, die jeweils wie Bienenwaben oder Segmente eines Spinnennetzes aneinander anschließen. Die Objekte lehnen an der Wand, berühren den Boden und bilden eine Mischform zwischen Wandzeichnung, Relief und freistehender Skulptur. Im Mittelpunkt steht dabei das Spiel mit positiver und negativer Form aus dem Verständnis heraus, dass eine Skulptur nicht nur durch ihre Oberfläche, sondern vor allem durch ihre Zwischenräume definiert wird.

Deacons Skulpturen reflektieren häufig die materielle Welt des alltäglichen Lebens; Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs liefern den Anstoß, über bestimmte Strukturen und Formen nachzudenken.

Ausstellungsdauer: 25.01.2014 bis 05.04.2014

Website: www.ropac.net

ArtKiss-Besuch: 27.02.2014

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