Markus Lüpertz – Bilder, Skulpturen, Texte 1964 – 2014 (Ernst Barlach Museum, Wedel)

Veröffentlicht: 28. Februar 2014 in Ausstellung, Museum
Schlagwörter:, , , , , , ,

Das Ernst Barlach Museum Wedel zeigt noch bis Ende April rund 80 Gemälde, Skulpturen, Bücher und Texte des Künstlers, die einen weitgehenden Überblick über das Kunstschaffen von Markus Lüpertz ermöglichen.

Markus Lüpertz zählt zu den bekanntesten und einflussreichsten deutschen Künstlern der Gegenwart. Seine häufig überdimensionalen Bilder und Skulpturen zeichnen sich durch geheimnisvolle Suggestivkraft und archaische Monumentalität aus und wurden oft als eine spezifische Form des deutschen Neoexpressionismus bezeichnet – eine Zuschreibung, gegen die sich Lüpertz immer wieder zur Wehr gesetzt hat, weil er sich und sein Werk nicht formal begreift, sondern als Durchgangsstation zum Geschichtsmythos verstanden wissen will. Kunst ist Weltzugang und Weltdeutung zugleich für den Künstler, dem es auch gefällt, wenn man ihn falsch versteht, da es ihn dazu herausfordert, einmal mehr sein Genie unter Beweis zu stellen.

In intensiver Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte malt Lüpertz bis zum Ende der 70er Jahre überwiegend symbolträchtige Motive wie Stahlhelme, Schaufeln, Streitwagen und Fahnen in monumentalen Formaten und weist damit auf die nicht bewältigte Vergangenheit hin. Assoziationen an Nationalsozialismus und Krieg werden heraufbeschworen, aber die ehemaligen Symbole der Macht sind durch die Pinselführung und erdig-gedeckte Farbwahl des Malers ihrer Aura beraubt. Bis Mitte der 80er Jahre folgt die Phase der„Stil-Malerei“, die sich von gegenständlichen Motiven fast völlig befreit und im ungehemmten Spiel mit flächen- und volumenbildenden Formen neue malerische Wege beschreitet. Neben der Beschäftigung mit den französischen Malern Corotund Poussin beginnt ab Mitteder 80er Jahre die bis heute fortdauernde Auseinandersetzung mit Themen der klassischen Antike in der Malerei und der Skulptur. Zwischen 1993 und 1997 malt Lüpertz die Bildfolge „Männer ohne Frauen – Parsifal“, die sich in Anlehnung an die letzte Oper Richard Wagners ausschließlich einem Thema widmet: Erlösung von der ewigen Versuchung und der von Männerphantasien dominierten Welt.

In seinen Skulpturen sucht Lüpertz die Einfachheit des Archaischen, wobei er überwiegend die traditionellen Methoden des Bronzegusses einsetzt. Auch wenn er in seinen plastischen Arbeiten bewusst das Abgründige, das Versehrte und das Unvollkommene in der menschlichen Figur aufzeigt, so tragen die nach antikem Vorbild farbig bemalten Bronzen noch immer die Erinnerung des Erhabenen und Vollkommenen in sich.

Ausstellungsdauer: 26.01.2014 bis 27.04.2014 (verlängert bis 15.06.2014)

Website: www.ernst-barlach.de

ArtKiss-Besuch: 16.02.2014

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Advertisements

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.