Archiv für Februar, 2014

Das Ernst Barlach Museum Wedel zeigt noch bis Ende April rund 80 Gemälde, Skulpturen, Bücher und Texte des Künstlers, die einen weitgehenden Überblick über das Kunstschaffen von Markus Lüpertz ermöglichen.

Markus Lüpertz zählt zu den bekanntesten und einflussreichsten deutschen Künstlern der Gegenwart. Seine häufig überdimensionalen Bilder und Skulpturen zeichnen sich durch geheimnisvolle Suggestivkraft und archaische Monumentalität aus und wurden oft als eine spezifische Form des deutschen Neoexpressionismus bezeichnet – eine Zuschreibung, gegen die sich Lüpertz immer wieder zur Wehr gesetzt hat, weil er sich und sein Werk nicht formal begreift, sondern als Durchgangsstation zum Geschichtsmythos verstanden wissen will. Kunst ist Weltzugang und Weltdeutung zugleich für den Künstler, dem es auch gefällt, wenn man ihn falsch versteht, da es ihn dazu herausfordert, einmal mehr sein Genie unter Beweis zu stellen.

In intensiver Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte malt Lüpertz bis zum Ende der 70er Jahre überwiegend symbolträchtige Motive wie Stahlhelme, Schaufeln, Streitwagen und Fahnen in monumentalen Formaten und weist damit auf die nicht bewältigte Vergangenheit hin. Assoziationen an Nationalsozialismus und Krieg werden heraufbeschworen, aber die ehemaligen Symbole der Macht sind durch die Pinselführung und erdig-gedeckte Farbwahl des Malers ihrer Aura beraubt. Bis Mitte der 80er Jahre folgt die Phase der„Stil-Malerei“, die sich von gegenständlichen Motiven fast völlig befreit und im ungehemmten Spiel mit flächen- und volumenbildenden Formen neue malerische Wege beschreitet. Neben der Beschäftigung mit den französischen Malern Corotund Poussin beginnt ab Mitteder 80er Jahre die bis heute fortdauernde Auseinandersetzung mit Themen der klassischen Antike in der Malerei und der Skulptur. Zwischen 1993 und 1997 malt Lüpertz die Bildfolge „Männer ohne Frauen – Parsifal“, die sich in Anlehnung an die letzte Oper Richard Wagners ausschließlich einem Thema widmet: Erlösung von der ewigen Versuchung und der von Männerphantasien dominierten Welt.

In seinen Skulpturen sucht Lüpertz die Einfachheit des Archaischen, wobei er überwiegend die traditionellen Methoden des Bronzegusses einsetzt. Auch wenn er in seinen plastischen Arbeiten bewusst das Abgründige, das Versehrte und das Unvollkommene in der menschlichen Figur aufzeigt, so tragen die nach antikem Vorbild farbig bemalten Bronzen noch immer die Erinnerung des Erhabenen und Vollkommenen in sich.

Ausstellungsdauer: 26.01.2014 bis 27.04.2014 (verlängert bis 15.06.2014)

Website: www.ernst-barlach.de

ArtKiss-Besuch: 16.02.2014

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

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Schade, als ich um etwa 16:30 Uhr in der Galerie Mensing in Hamburg eintraf, war Charles Fazzino gerade entschwunden, um seinen Flieger nach Düsseldorf zu erreichen, wie mir eine Galeriemitarbeiterin sagte. Was für eine Enttäuschung.

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Gut, die neuen Bilder, die in der Galerie im Rahmen der „Valentine Weeks – Fazzino: Only for you“ gezeigt wurden, entschädigten ein wenig. Auch wenn die unfreundlichen Mitarbeiter, die für den Weitertransport verantwortlich waren, Teile der Ausstellung einpackten, um sie nach Düsseldorf zu fahren.

Mit der „Wander-Ausstellung“ möchte die Galerie einen der bedeutendsten Pop Art- Künstler unserer Zeit und den führenden lebenden 3-D- Maler ehren, mit dem sie schon seit 20 Jahren zusammenarbeitet.

Website: www.galerie-mensing.de/galerien-hamburg.html

ArtKiss-Besuch: 15.02.2014

Die unter dem Städel-Garten platzierte lichtdurchflutete Ausstellungshalle mit ihren 195 signifikanten kreisrunden Oberlichtern hat rund 3.000 m² zusätzliche Ausstellungsfläche gebracht und damit den Umfang der Sammlungspräsentation im Städel verdoppelt.

Das Städel Museum ist seit seiner Gründung vor 200 Jahren ein einzigartiges Bildermuseum, das von Beginn an jeweils die Kunst seiner Zeit als integralen Bestandteil der Sammlung erworben hat, sei es die Kunst der Nazarener zu Beginn des 19. Jahrhunderts oder später der Impressionisten und Expressionisten.

Im Erweiterungsbau wird die Sammlung der Gegenwartskunst im Städel Museum erstmals einen adäquaten Platz erhalten. Diese Sammlung hat – aufbauend auf einem bedeutenden Bestand – in den letzten Jahren signifikante, strukturelle Zuwächse erfahren. Durch die Überlassung von 600 Werken aus der Sammlung Deutsche Bank und die Übergabe von 220 Fotografien bzw. Werkkomplexen aus der DZ Bank Kunstsammlung 2008 sowie durch zahlreiche bedeutende Schenkungen und eine konsequente Ankaufspolitik, die wesentlich durch das Städelkomitee 21. Jahrhundert unterstützt wird, sind insgesamt rund 1.200 Werke der Gegenwartskunst in die Sammlung des Städel gelangt.

Mit dem 2012 fertiggestellten Erweiterungsbau sind im Städel 700 Jahre abendländischer Kunstgeschichte unter einem Dach in einer ebenbürtigen Präsentation erlebbar: alte Meister, die Kunst der Moderne und die Gegenwartskunst.

J. H. Wilhelm Tischbein, Goethe in der römischen Campagna, 1787, Öl auf Leinwand

J. H. Wilhelm Tischbein, Goethe in der römischen Campagna, 1787, Öl auf Leinwand

Website: www.staedelmuseum.de

ArtKiss-Besuch: 21.01.2014

ArtKiss-Wertung:
5 Sterne: Ein Muss. Unbedingt anschauen!

Internationale Hollywoodstars wie Robert de Niro, Cary Grant, Marilyn Monroe, James Dean oder Paul Newman bilden vorzugsweise das Fundament der künstlerischen Arbeit Axel Criegers. Seine Stilsicherheit und Ästhetik gepaart mit seinem fotografischen Auge sind der Mix aus dem überzeugende Fotocollagen entstehen. Wie ein Komponist kreiert Axel Crieger aus diversen Einzelelementen imposante Werke.

Dass der Künstler als professioneller Fotograf und Designer viele seiner „Icons“ persönlich traf und selbst fotografierte bzw. portraitierte kommt ihm dabei zugute. Sein Archiv umfasst mehr als 10.000 Fotos.

Website: www.axelcrieger.com und www.villakennedyhotel.de

ArtKiss-Besuch: 22.01.2014

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Roy Lichtenstein hat 1994 im Auftrag der Metropolitan Transportation Authority (MTA) ein 16 m breiters und 1,8 m hohes Wandbild hergestellt. Das Werk wurde aber erst 2002, fünf Jahre nach Lichtensteins Tod, in der New Yorker U-Bahn-Station Times Square – 42nd Street installiert.

Das Wandbild wurde aus Emaille auf Stahl gefertigt und war ein Geschenk des Pop-Art-Künstlers an seine Heimatstadt. Da die Sanierung des Times Square verzögerte, wurde das Wandbild acht Jahre eingelagert und am 5. September 2002 nahe dem Haupteingang an der 42nd Street und Broadway enthüllt.

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Das „Times Square Mural“ enthält viele für Lichtenstein typische Elemente, darunter Comicfiguren und Science-Fiction-Themen. Lichtenstein integrierte auch visuelle Hinweise auf die New Yorker Weltausstellungen 1939 und 1964.

Website: web.mta.info

ArtKiss-Besuch: 30.09.2013

Mit der Ausstellung „comicleben_comiclife“ wendet sich das MKG einer besonders facettenreichen Form grafischer Gestaltung zu. Der Comic gilt seit dem letzten Jahrhundert als eigenständige und vielfältige Kunstform, seine Wahrnehmung steht im Spannungsfeld zwischen Hoch- und Populärkultur, zwischen Zeichnung und Literatur.

comicleben_comiclife, Ausstellungsansicht, Foto: Michaela Hille

comicleben_comiclife, Ausstellungsansicht, Foto: Michaela Hille

Zu sehen sind über 400 Exponate, darunter Zeichnungen, Grafiken, großformatige Drucke, Comic-Hefte, Merchandisingprodukte, Videos und Webcomics. In sechs biografisch aufgebauten Kapiteln widmet sich die Ausstellung diesem Thema und stellt in einem weiteren Teil den Comicstandort Hamburg vor, der in Deutschland eine herausragende Stellung einnimmt.

Der Comic wird aus der Perspektive der Lebenswelten seiner Produzenten und Rezipienten betrachtet. Die Ausstellung porträtiert sechs Menschen, die sich intensiv und auf unterschiedliche Weise mit Comics beschäftigen. Der serbisch-deutsche Zeichner Marko Djurdjevic steht für die amerikanischen Superheldencomics wie Spiderman und Co, die österreichische Zeichnerin Ulli Lust für die Graphic Novel und den Autorencomic. Der deutsche Verleger Dirk Rehm vertritt die alternative Verlagsszene mit ihren europäischen Vernetzungen. Die frühen Formen des amerikanischen Zeitungscomics sind bei dem Comic-Händler und Galeristen Carsten Laqua zu finden. Das Porträt über den renommierten Comicforscher Prof. Dietrich Grünewald stellt frühe Formen der Bildgeschichte vor, die Vorbild für den klassischen amerikanischen Comic waren (von Bilderbögen vom Ende des 19. Jahrhunderts bis Wilhelm Busch). Die Kostüme und Puppen der Cosplayerin Nicole S. geben Einblick in eine Fankultur, die Manga-Charaktere zum Leben erweckt und nachspielt.

Verena Braun, Comicleben in Hamburg, 2013, © Verena Braun

Verena Braun, Comicleben in Hamburg, 2013, © Verena Braun

Der Hamburg-Teil porträtiert den Kreativstandort an der Elbe. Hamburg beheimatet eine vielfältige und lebendige Comic-Szene mit Verlagen, Läden, Galerien und Kultureinrichtungen, die sich über den gesamten Stadtraum verteilt. Der eigens für die Ausstellung entworfene Comic-Stadtplan von Verena Braun kartographiert diese verschiedenen Akteure auf spielerische Weise und vermittelt so einen Überblick auf das Geschehen. Parallel fängt eine großformatige Projektion Hamburg, seine bekannten Sehenswürdigkeiten und versteckten Winkel, aus Sicht der Comickünstler ein. Hinzu kommen Originalzeichnungen von namhaften Hamburger Zeichnern wie Isabel Kreitz, Arne Bellstorf, Philip Cassirer und Sascha Hommer, die Einblick geben in den Entstehungsprozess von Comics und Graphic Novels.

Ausstellungsdauer: 20.12.2013 bis 04.05.2014

Website: www.mkg-hamburg.de

ArtKiss-Besuch: 01.01.2014

ArtKiss-Wertung:
Ganz okay, gutes Mittelmaß.

Das Städel Museum präsentiert seit Oktober den wohl bedeutendsten deutschen Renaissancekünstler Albrecht Dürer (1471–1528) in einer umfassenden Sonderausstellung. Diese umfasst insgesamt über 280 Werke, darunter etwa 200 Arbeiten von Albrecht Dürer selbst.

Insgesamt zeigt die Präsentation das Schaffen des deutschen Meisters in der ganzen Breite und Vielfalt seiner künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten. Zu sehen sind Tafel- und Leinwandbilder, Handzeichnungen, Blätter in unterschiedlichen druckgrafischen Techniken sowie von Albrecht Dürer verfasste und illustrierte Bücher. Dürers fortwährende Auseinandersetzung mit den Werken seiner deutschen, niederländischen und italienischen Künstlerkollegen ist zentrales Thema der Frankfurter Altmeisterausstellung, die Dürers Arbeiten in den historischen Kontext ihrer Entstehung stellt. Hierfür ergänzen Arbeiten von Vorläufern, Zeitgenossen und Schülern wie Martin Schongauer, Hans Baldung Grien, Hans von Kulmbach, Jacopo deʼ Barbari, Giovanni Bellini, Joos van Cleve oder Lucas van Leyden das groß angelegte Ausstellungsprojekt.

Als Maler und gelernter Goldschmied bewies der 1471 in Nürnberg geborene Albrecht Dürer sein Können in den unterschiedlichsten Medien: Der viel beschäftigte Tafelmaler, gefeierte Porträtist, Meister des Holzschnitts und Revolutionär des Kupferstichs realisierte aufwendige Auftragsarbeiten für Kaufleute, Adlige und Kaiser, entwarf aber auch Werke für andere künstlerische Techniken und arbeitete gemeinsam mit Glas-, Buch- und Wandmalern, Bildhauern und Goldschmieden. Dürer bildete sich darüber hinaus auch in theoretischen Themengebieten weiter, ging wissenschaftlichen Fragestellungen nach, erforschte Natur und Mensch und schrieb und veröffentlichte Lehrbücher zu seinen so gewonnenen Erkenntnissen. Aufenthalte in Oberitalien und in den Niederlanden weiteten Dürers künstlerische Perspektive und erschlossen ihm zugleich neue Absatzmärkte. Dürers Ehefrau und auch seine Mutter unterstützten ihn beim Verkauf seiner Werke und organisierten den Messevertrieb. Bald war Dürer so erfolgreich, dass er eine Werkstatt gründete, ein eigenes „Copyright“ einführte und Handlungsreisende damit beauftragte, seine Kunst über die Stadtgrenzen hinaus zu verkaufen. Albrecht Dürer starb 1528 wohl an den Folgen einer Malaria-Erkrankung im Alter von 57 Jahren.

Nach 15 Wochen Laufzeit endet die große Dürer-Ausstellung am Sonntag, den 2. Februar 2014. Insgesamt werden bis zum Ende der Präsentation über 250.000 Besucher, darunter 23 % aus dem Ausland, die Ausstellung zum Renaissance-Künstler gesehen haben. Damit übertrifft „Dürer“ große Frankfurter Besuchererfolge wie „Rembrandt Rembrandt“ (2003) mit 245.000 Besuchern und „Cranach der Ältere“ (2007/08) mit 205.000 Besuchern und wird zur zweiterfolgreichsten Ausstellung in der knapp 200-jährigen Geschichte des Städel Museums. Erfolgreicher war bislang lediglich die Botticelli-Ausstellung 2009 mit 367.033 Besuchern.

Ausstellungsdauer: 23.10.2013 bis 02.02.2014

Website: www.duerer-in-frankfurt.de

ArtKiss-Besuch: 21.01.2014

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!