Überraschung als Konzept. Plakate des Museums für Gestaltung Zürich (Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg)

Veröffentlicht: 30. Januar 2014 in Ausstellung, Museum
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Ausstellungsplakate: das sind in der Regel Abbildungen vom besten Exponat einer Ausstellung, versehen mit einem Text, der über Zeit und Ort informiert. Mit ihren attraktiven Reproduktionen von Kunstwerken sind sie eine beliebte Dekoration in Wohnungen. Die Plakate des Museums für Gestaltung in Zürich sehen anders aus.

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Überraschung als Konzept – Blick in die Ausstellung

Das renommierte Designmuseum verfügt über eine der besten Plakatsammlungen der Welt. Seit Jahrzehnten vergibt es die Plakataufträge für eigene Ausstellungen nicht an Werbeagenturen, für die Plakate Teil des Erscheinungsbildes wären, sondern an individuell arbeitende Designer. Ihnen werden bei der Gestaltung des Plakates keinerlei Einschränkungen auferlegt: Kein Logo, keine bestimmte Schrift, kein Motiv ist vorgegeben. So kommt es, dass jedes Plakat dieses Museums anders aussieht.

Manche Gestalter gehen an die Grenzen der Lesbarkeit, andere arbeiten mit stark vergrößerten Details, wieder andere machen die Schrift selbst zum Blickfänger. Das Plakat ist nicht mehr Mittel zum Zweck, sondern feiert sich selbst – es wird zum Kunstwerk aus eigenem Anspruch. Ganz nebenbei gerät die Ausstellung mit rund 80 Plakaten im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) auch zu einer Leistungsschau führender Schweizer Grafiker. Darunter so hervorragende Plakatkünstler wie Ralph Schraivogel, Cornel Windlin oder Martin Woodtli. Ein Großteil der gezeigten Plakate verbleibt nach der Ausstellung als Geschenk in der Sammlung des MKG.

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Überraschung als Konzept – Blick in die Ausstellung

Schweizer Plakate haben einen besonderen Ruf. Sie sind groß, hervorragend gedruckt und modern gestaltet. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg wurde in der Schweiz das sogenannte Weltformat eingeführt: 90,5 x 128 cm. Die Welt hat sich freilich nicht daran beteiligt; große Nachbarländer wie Frankreich oder Deutschland haben eigene Standards entwickelt, aber der Name blieb erhalten. Bis heute dominiert in der Schweiz, auch in der kommerziellen Plakatwerbung, das Weltformat und trägt wesentlich dazu bei, dass selbst die Plakatierung hier einen „ordentlichen“ Eindruck macht.

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Überraschung als Konzept – Blick in die Ausstellung

Ausstellungsdauer: 17.12.2013 bis 30.03.2014

Website: www.mkg-hamburg.de

ArtKiss-Besuch: 01.01.2014

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