Dreamings – Malerei der australischen Aborigines (Ernst Barlach Museum, Wedel)

Veröffentlicht: 17. Dezember 2013 in Ausstellung, Museum
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Die Kunst der Aborigines ist die älteste kontinuierliche Kunsttradition der Welt. Sie wird bis heute von eingeborenen Künstlern geschaffen und umfasst insgesamt einen Zeitraum von 40.000 Jahren. Von den steinzeitlichen Felsmalereien bis zur Kunst der Gegenwart basieren alle Werke auf dem traditionellen und rituellen Kulturverständnis der Aborigines und vermitteln ihren originären Zugang zur Welt.

Mit dem Malakt formuliert der Aboriginal-Künstler bis heute seine „Dreamings„. Sie markieren Territorien, zeichnen Geschichte auf und übermitteln Erzählungen über die „Dreamtime„, der spirituellen, natürlichen und moralischen Ordnung des Kosmos. Sie erzählen die Geschichten der Eingeweihten und Initalisierten, die über das entsprechende rituelle Wissen verfügen, und sie beschreiben die äußere Welt, die Berge, Täler, Felshöhlen, Wasserstellen, Pflanzen und Steine, die für alle, auch für den westlichen Betrachter zugänglich sind. Die gesamte Kunst der Aborigines lebt von dieser mythologisch-spirituellen Orientierung, der „Dreamtime“ nahe zu sein.

Das „Dreaming“ bleibt immer dasselbe. Es verändert sich nicht. Die Alten geben es als das Gesetz und die Lehre an die Jungen weiter. Die Symbole, Markierungen oder Muster am Boden, am Körper, an den zeremoniellen Gegenständen oder heutzutage auf der Leinwand sind sichtbare Manifestationen des „Dreamings„, die den Maler mit jener Urkraft aus der Vorzeit verbinden. Jeder Mensch hat sein eigenes „Dreaming„, das er entweder vom Vater, vom Großvater oder von der Mutter als Erbe vermittelt bekam. Das „Dreaming“ regelt auch das Verwandtschaftssystem, legt fest, wer wen heiraten darf und ordnet die Beziehungen der einzelnen Clanmitglieder untereinander.

Weil alles in der Natur, auch der Mensch, durch das „Dreaming“ erschaffen wurde und bis heute den Strukturen der „Dreamtime“ folgt, ist es nur den Eingeweihten gestattet, von der Traumzeit zu berichten, sie zu malen oder sonst wie darzustellen.

Die bis zum 1. Januar 2014 verlängerte Ausstellung zeigt rund 80 Gemälde und Objekte, Bücher und Texte der indigenen Australier, in denen das Geheimnis ihrer Kultur thematisiert wird.

Ausstellungsdauer: 25.08.2013 bis 01.01.2014

Website: www.ernst-barlach.de

ArtKiss-Besuch: 14.12.2013

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

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