Archiv für November, 2013

Nachdem die Affordable Art Fair 2012 erfolgreich gestartet war, wagten die Veranstalter der (einzigen) deutschen Variante dieses Messekonzepts eine Fortsetzung.  Mitte November stellten 70 Galerien aus dem In- und Ausland in der Hamburg Messe Gemälde, Grafiken, Skulpturen und Fotografien aus bzw. boten diese zum Kauf an.

Das Konzept der Messe sieht vor, dass die Kunstwerke maximal 5.000 € kosten dürfen und das die Künstler noch leben müssen. So wurden sowohl Werke junger, aufstrebender Künstler ausgestellt als auch solche von etablierten Künstlern.

Die Messebesucher konnten die Werke gleich einpacken lassen und mitnehmen. Von diesem Angebot wurde auch ausführlich Gebrauch gemacht: Die 16.500 Besucher kauften Kunst für 2 Mio. €.

Was den informierten Besucher allerdings an manchen Messeständen überraschte : Die Kunstwerke waren zwar „affordable“, wurden allerdings teilweise deutlich über dem sonst üblichen Marktpreis angeboten. Gerade für Drucke der Pop-Art-Künstler Mel Ramos oder Takashi Murakami wurden Preise aufgerufen, die von Galerien (auch in Hamburg) um mehr als 50 % (!) unterboten werden. Das war das einzige negative Aspekt der Messe.

Messedauer: 14.11.2013 bis 17.11.2013

Website: affordableartfair.com/hamburg

ArtKiss-Besuch: 16.11.2013

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

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Also manchmal frage ich mich schon, was Künstler damit bezwecken, wenn sie mit jeden Merchandise-Firlefanz als „Kunst für Jedermann“ verhökern (lassen).

Als Beispiel möchte ich den Pop-Art-Künstler Romero Britto anführen, der in Galerien Gemälde, Drucke und Skulpturen für zig Tausende Euro verkauft, dann aber auch in Souvenir-Geschäften oder großen Kaufhäusern wie Bed Bath & Beyond auf gut 40 qm Tassen, Taschen, Koffern, Regenschirmen und Plüschtiere unter billigen Neonleuchten anpreist.

Merchandise von Romero Britto, gesehen im Oktober bei Bed Bath & Beyond in der Sawgrass Mills Mall, Florida/USA.

Merchandise von Romero Britto, gesehen im Oktober 2013 bei Bed Bath & Beyond in der Sawgrass Mills Mall, Florida/USA.

Meiner Meinung nach verwässern Künstler damit nicht nur ihre Kunst sondern auch ihr Image. Schade.

Website: www.simon.com/mall/sawgrass-mills/stores/bed-bath-beyond

ArtKiss-Besuch: 06.10.2013

ArtKiss-Wertung:
0 Sterne: Zeitverschwendung.

Mit der Ausstellung Hopper Drawing zeigte das New Yorker Whitney Museum eine unvergleichliche Sammlung vom Werk Edward Hoppers. Seine Witwe Josephine Verstille Nivison hatte dem Museum mehr als 2.500 Zeichnungen  hinterlassen, von denen viele noch nie zuvor ausgestellt wurden und nun erstmals gezeigt wurden.

Hopper Drawing war die erste große Museumsausstellung, die sich auf den Zeichnungen und kreativen Prozess von Edward Hopper (1882-1967) konzentrierte. Mehr als alles andere zeigen Hoppers Zeichnungen die sich ständig entwickelnde Beziehung zwischen Beobachtung und Erfindung in der Arbeit des Künstlers, sein anhaltendes Interesse an den Räumen und den Motive Straße, Kino, Büro, Schlafzimmer, auf die er immer wieder zurückkam im Laufe seiner Karriere.

Die Ausstellung untersuchte Hoppers signifikante und unterschätzte Leistungen als Zeichner und paart viele seiner größten Öl-Gemälde, darunter Early Sunday Morning (1930), New York Movie (1939), Office at Night (1940) und Nighthawks (1942) mit ihren vorbereitenden Zeichnungen und zugehörigen Arbeiten.

Edward Hopper (1882–1967), Nighthawks, 1942. Oil on canvas, 33 1/8 × 60 in. (84.1 × 152.4 cm). The Art Institute of Chicago; Friends of American Art Collection 1942.51. Photography © The Art Institute of Chicago

Edward Hopper (1882–1967), Nighthawks, 1942. Oil on canvas, 33 1/8 × 60 in. (84.1 × 152.4 cm). The Art Institute of Chicago; Friends of American Art Collection 1942.51.

Exkurs: Nighthawks (Nachtschwärmer) ist eines der populärsten Bilder des 20. Jahrhunderts, das unzählige Male kopiert und zitiert wurde. In der kühlen Kunstlichtatmosphäre einer Bar sitzen drei Gäste, die aneinander vorbeischauen, sich nicht unterhalten und scheinbar ihren eigenen Gedanken nachhängen. Die Nachtschwärmer sitzen oder stehen an der umlaufenden Theke, in deren Mitte der weißuniformierte Kellner tätig ist. Ob die Frau, deren linke Hand zu dem rauchenden Mann rechts neben ihr deutet, und er ein Paar sind oder ob sie einander kennenlernen wollen, bleibt offen. Der andere, allein sitzende Mann ist eine Rückenpartie, auch er mit Hut.

Die Ausstellung zeigte auch bahnbrechende Archivrecherchen in Gebäuden, Räumen und städtischen Umgebungen, die seine Arbeit inspirierten.

Ausstellungsdauer: 23.05.2013 bis 06.10.2014

Website: www.whitney.org/Exhibitions/HopperDrawing

ArtKiss-Besuch: 29.09.2013

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Liebhaber der 3D-Kunst von James Rizzi sollten auf der 5th Avenue in New York der Barrington Galley of London einen Besuch abstatten.

Während die meisten Rizzi-Unikate im 1. Stock gezeigt werden, sind im Erdgeschoss viele Bilder von Charles Fazzino und anderen Pop Art Künstlern zu bestaunen.

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Website: www.barringtongallery.com

ArtKiss-Besuche: 13.09.2013

Die Ausstellung „American Modern“ zeigt mit Bildern aus der MoMA-Sammlung  die amerikanischen Kunst zwischen 1915 und 1950. Sie bietet damit einen neuen Blick auf die sich schnell verändernde amerikanische Gesellschaft in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Edward Hopper. House by the Railroad. 1925, Öl auf Leinwand. The Museum of Modern Art, New York.

Edward Hopper. House by the Railroad. 1925, Öl auf Leinwand. The Museum of Modern Art, New York.

Mit Gemälden, Zeichnungen, Drucken, Fotografien und Skulpturen bringt „American Modern“ einige der berühmtesten Meisterwerke des MoMAs zusammen.

Andrew Wyeth. Christina's World. 1948, Tempera auf Holz. The Museum of Modern Art, New York.

Andrew Wyeth. Christina’s World. 1948, Tempera auf Holz. The Museum of Modern Art, New York.

Die Auswahl der Arbeiten zeigt so unterschiedliche Themen wie städtische und ländliche Landschaften, Szenen aus Industrie, Stillleben-Kompositionen und Porträts, die weniger chronologisch als vielmehr thematisch arrangiert sind. Als Künstler sind u.a. vertreten: George Bellows, Stuart Davis, Edward Hopper, Georgia O’Keeffe, Charles Sheeler, Alfred Stieglitz und Andrew Wyeth.

Charles Sheeler. American Landscape. 1930, Öl auf Leinwand. The Museum of Modern Art, New York.

Charles Sheeler. American Landscape. 1930, Öl auf Leinwand. The Museum of Modern Art, New York.

Ausstellungsdauer: 17.08.2013 bis 26.01.2014

Website: www.moma.org

ArtKiss-Besuche: 14.09.2013 und 01.10.2013

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.

Das Werk des legendären französischen Fotografen Guy Bourdin (1928–1991) wird bis 26. Januar 2014 im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg präsentiert. Die bisher umfangreichste Guy Bourdin-Ausstellung stellt sowohl eine Auswahl der beeindruckendsten Modestrecken und Kampagnen Bourdins vor, als auch bisher unveröffentlichtes Material aus seinem
persönlichen Archiv.

Zum ersten Mal sind sein malerisches Werk und seine filmischen Notizen der Öffentlichkeit zugänglich. Darüber hinaus werden Polaroid-Fotos, Skizzen und Texte sowie Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus den 1950ern präsentiert, die Künstlerporträts und Pariser Stadtansichten zeigen. Die Ausstellung zeichnet damit nicht nur das fotografische, malerische und filmische Gesamtwerk Bourdins nach, sondern gibt auch Einblicke in die Arbeits- und Denkweise dieses visionären Image-Makers.

In seiner über 50-jährigen Schaffenszeit hat Bourdin für die führenden Modehäuser und -magazine gearbeitet. Mit dem Blick eines Malers schuf er komplexe Bilder, die in unglaublichen Kompositionen faszinierende Geschichten in Schwarz-Weiß und Farbe erzählen. Er war einer der ersten Fotografen, der in Werbe- und Modefotografien anstelle eines Produkts eine Erzählung zum Bildinhalt erhob. Mit dem Medium der Modefotografie vermittelte er seine Botschaft und erforschte die zwischen dem Erhabenen und dem Absurden changierenden Bereiche. Berühmt für seine narrativen Bildinhalte und seine surreale Bildsprache, die Verbindung einfacher Objekte mit mehrdeutigen, oft rätselhaften Subtexten, brach Bourdin radikal mit allen Konventionen der Mode- und Werbefotografie.

Guy Bourdins Karriere begann in den 1950er Jahren mit schwarz-weißen Modeaufnahmen für die Pariser Vogue. Es ist nahezu unbekannt, dass die Hälfte von Bourdins OEuvre aus Schwarz-Weiß-Fotografien besteht, die ebenso kraftvoll sind, wie seine bekannten Farbaufnahmen. Diese Farbfotografie steigerte er mit dramatischen kompositorischen Akzenten und intensiver Farbsättigung zur maximalen Ausdruckskraft.

Im Format der Doppelseite sah Bourdin eine künstlerische Herausforderung. Er behandelte die Doppelseite nicht wie zwei Einzelseiten, sondern als eine Gesamtseite mit Falz. Er schneiderte seine Kompositionen auf die konzeptuellen und grafischen Besonderheiten der Doppelseite zu – das Spiegelbild-Motiv, das zentral für seine Arbeiten ist, findet hier seine Entsprechung: Layout und Design des Magazins werden wichtige Metaphern für das fotografische Medium und sprechen damit Auge und Verstand gleichermaßen an. Während Bourdin formale Elemente benutzte, wollte er gleichzeitig das Realistische der Fotografie überwinden, indem er das dargestellte Motiv ins Surreale abwandelte und die Bildoberfläche unkonventionell manipulierte. Mit seinem kreativen Freigeist und einer kompromisslosen Arbeitsmoral gab Guy Bourdin der Fantasiewelt der Generation der späten 1970er Jahre eine bildliche Entsprechung.

Ausstellungsdauer: 01.11.2013 bis 26.01.2014

Website: www.deichtorhallen.de

ArtKiss-Besuch: 09.11.2013

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

detail_50775F66-2352-4295-AB7D-0A5ACBA4760EDas MoMA präsentierte von Juni bis September seine erste große Ausstellung über die Arbeit von Le Corbusier (Charles-Édouard Jeanneret-Gris, 1887 bis 1965). Gezeigt werden Arbeiten Le Corbusiers  als Architekt, Innenarchitekt, Künstler, Stadtplaner, Autor und Fotograf.

Die Ausstellung zeigte Le Corbusiers frühe Aquarelle aus Italien, Griechenland und der Türkei, seine Skizzen aus Indien und Fotografien seiner prägenden Reisen zu seinen Großprojekten. Seine Gemälde und Zeichnungen beinhalten auch viele Ansichten von Städten. Faszinierend sind die Modelle seiner Architektur-Entwürfe – seien es Räume, Häuser oder ganze Städte.

Ausstellungsdauer: 15.06.2013 bis 23.09.2013

Website: www.moma.org

ArtKiss-Besuch: 14.09.2013

ArtKiss-Wertung:
2 Sterne: Wenn man nichts besseres zu tun hat…