Archiv für September, 2013

Erstmals bot die P/ART als Produzentenkunstmesse für unabhängige Künstler in Hamburg eine Plattform für die Verschmelzung von Kunsthandel und Kunstdiskurs. Sie brachte bis dato unentdeckte künstlerische Positionen und ein kunstinteressiertes Publikum zusammen und schuf einen Ort, an dem kreative Prozesse sichtbar werden.

P-ART13

Statt einer rein – aber auch – wirtschaftlich agierenden Plattform möchte die P/ART einen Mehrwert schaffen, der über die Verkaufsförderung von regulären Messen hinaus geht. Im Mittelpunkt steht die Koordination von kreativer Bewegung. Das Konzept der P/ART übertragt das Prinzip der Produzentengalerie auf ein neuartiges Messeformat: Künstler zeigen ihre Werke selbst, bestimmen deren Preise und treten in direkten Kontakt mit dem Publikum.

Als Reaktion auf den Boom der Distributionsform Kunstmesse hat die P/ART Fragen rund um die Kategorie „Wert“ in der Kunst und dessen Entstehung auf dem Kunstmarkt offengelegt und in Diskussionen zur Sprache gebracht: Welchen Wert hat die Kunst im Zeitalter der Globalisierung? Wie können Geschäftsmodelle der Zukunft aussehen und wie generiert sich der wirtschaftliche Wert eines Kunstwerks? Ein Rahmenprogramm aus Perfomances, Happenings und Diskussionen hat diese Themen aufgegriffen und das Konzept der P/ART abgerundet.

Ob die Galeristen diese Alternative zum Primärmarkt begrüßen? Das ist wohl eher zu bezweifeln. Mir jedenfalls hat die P/ART gefallen und ich hoffe auf eine Wiederholung im nächsten Jahr.

Messedauer: 19.09.2013 bis 22.09.2013

Website: www.part13.com

ArtKiss-Besuch: 22.09.2013

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

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Mit einer sehr beeindruckenden Ausstellung „Affentheater“ ehrt die Stadtgalerie Klagenfurt einen der bekanntesten deutschen Künstler der Gegenwart, Jörg Immendorff. In rund 70 Werken kann sich der Besucher einem eindrucksvollen künstlerischen Lebenswerk annähern, zu dem – zu Lebzeiten des Künstlers – nahezu untrennbar seine medienwirksame Selbstinszenierung gehörte. Immer wieder taucht in seinen Werken als „Alter Ego“ der Affe auf, der deshalb auch namensgebend für die Ausstellung wurde: „Affentheater“.

Jörg Immendorf: Affentheater

Jörg Immendorff: Affentheater

Immendorff machte In den späten 60er Jahren durch neodadaistische Aktionen Furore. Er malte – im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Malern, die sich nach 1945 der gegenstandslosen Kunst zuwandten – schon früh, Anfang der 70er Jahre, gegenständliche Bilder mit politisch-gesellschaftskritischen Inhalten. Schließlich wurde Immendorff zum Vertreter einer neuen Historienmalerei in Deutschland. Neben seinen Bildern schuf Immendorff auch expressive Plastiken.

Bekannt wurde Immendorff vor allem durch eine Serie von 16 großformatigen Bildern, die „Café Deutschland“ betitelt sind. Die figurenreichen Szenen spielen sich auf einem bühnenartigen Raum ab und wurden von Renato Guttusos „Caffè greco“ inspiriert. Als Vorbild für die Räume in den „Café Deutschland“-Bildern diente die Düsseldorfer Diskothek „Revolution“, deren fiktive politische und kulturelle Gäste den damaligen Ost-West-Konflikt symbolisieren.

Ausstellungsdauer: 21.06.2013 bis 06.10.2013

Website: www.stadtgalerie.net

ArtKiss-Besuch: 22.08.2013

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!