PROOFMit Werken von Francisco Goya (1746–1828), Sergei Eisenstein (1898–1948) und Robert Longo (1953) stellt die Ausstellung „Proof“ drei wesensverwandte Künstler vor, die die sozialen, kulturellen und politischen Komplexitäten ihrer jeweiligen Zeit in bildgewaltige Werke überführen.

Vom 18. bis zum 21. Jahrhundert erfahren diese drei Künstler über zwei Kontinente hinweg sowohl die Turbulenzen eines Jahrhundertwechsels als auch die seismischen Auswirkungen von Revolution, Bürgerrechtsbewegungen und Krieg. Goya wählte im 18./19. Jahrhundert das Medium Druckgrafik für seine gesellschaftskritischen Werkzyklen und eindringlichen Kriegsbilder.

Eisenstein thematisiert seit den 1920er Jahren die russische Geschichte in Filmklassikern wie „Panzerkreuzer Potemkin“ (1925) oder „Iwan der Schreckliche“ (1945).

Robert Longo: Untitled (Bullet Hole in Window, January 7, 2015), 2015-2016. Charcoal on mounted paper. Courtesy Galerie Thaddaeus Ropac © Robert Longo/ VG Bild-Kunst Bonn, 2018.

Robert Longo: Untitled (Bullet Hole in Window, January 7, 2015), 2015-2016. Charcoal on mounted paper. Courtesy Galerie Thaddaeus Ropac © Robert Longo/ VG Bild-Kunst Bonn, 2018.

Der New Yorker Künstler Robert Longo setzt sich in seinen bis zu 7,5 Meter breiten Kohlezeichnungen mit brennenden Themen der Gegenwart wie Terrorismus, Flüchtlingsbewegungen und moderne Kriegsführung wie auch den Symbolen der Macht auseinander. Aufklärung, Moderne und Postmoderne treffen in dieser Ausstellung zusammen.

Alle drei Werksammlungen und ihre Techniken repräsentieren die Geschichte der Medien. Die Druckplatte und die Kamera stehen repräsentativ für das Aufkommen der Massenmedien, während Longos Zeichnungen, die er anachronistisch mit Kohle anfertigt, eine hyperreale, verlangsamte Antwort auf die Fotografie darstellen. Die enge Beziehung zwischen den Werken der Künstler zeigt sich in der visuellen Struktur: Alle drei Künstler zählen zu den großen Bilddramatikern ihrer Zeit. Sie nutzen die Kraft der optischen Täuschung, um das Mysterium der Leidenschaftlichkeit, die Kälte der Macht, die Last des menschlichen Schicksals sowie ihre jeweilige, kulturell beeinflusste Wirklichkeit abzubilden.

 

Ausstellungsdauer: 17.02.2018 bis 27.05.2018

Website: www.deichtorhallen.de

ArtKiss-Besuch: 21.05.2018

ArtKiss-Wertung:

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KSR

Die Ausstellung „Karl Schmidt-Rottluff: expressiv, magisch, fremd“ untersuchte erstmals die Faszination des berühmten „Brücke“-Künstlers für außereuropäische Kunst und Kultgegenstände und seine lebenslange Rezeption der für ihn magischen Kraft dieser Objekte.

Karl Schmidt-Rottluff: Monte Palatino, 1930 - Brücke-Museum Berlin - Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung - © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Karl Schmidt-Rottluff: Monte Palatino, 1930 – Brücke-Museum Berlin – Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung – © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Das Bucerius Kunst Forum präsentierte rund 80 Arbeiten Schmidt-Rottluffs aus über 50 Schaffensjahren, darunter Skulpturen, Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafik. Die Werke wurden in direkten Dialog mit afrikanischen und ozeanischen Objekten aus der umfassenden ethnografischen Sammlung des Künstlers gesetzt, der bereits als junger Mann begann, außereuropäischer Kunst und Kultgegenstände zu sammeln. Die Ausstellung präsentierte neue wissenschaftliche Erkenntnisse über den Nachlass des Künstlers und veranschaulichte, wie Schmidt-Rottluff stilistische und inhaltliche Anregungen umsetzte und darüber hinaus Motive direkt in seine Bilder übernahm.

Ausstellungsdauer: 27.01.2018 bis 21.05.2018

Website: www.buceriuskunstforum.de

ArtKiss-Besuch: 21.05.2018

ArtKiss-Wertung:
3 Sterne: Ganz okay, gutes Mittelmaß.

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Ausstellungsdauer: 11.05.2018 bis 21.05.2018

Website: www.selected-artists.com

ArtKiss-Besuch: 11.05.2018

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Der 1948 in Wien als Sohn eines Beamten geborene Gottfried Helnwein zählt zu den weltweit bekanntesten, aber auch umstrittensten österreichischen Künstlern der Gegenwart. Seine Ausstellungen erzielen Besucherrekorde. Helnwein gehört mittlerweile zu den international populärsten Malern der Gegenwart.

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Helnwein-Cover für das Album „Blackout“ von den Scorpions (1982)

In seinen Arbeiten setzt sich Gottfried Helnwein überwiegend mit den Themen Schmerz, Verletzung und Gewalt auseinander. Diese betreffen Körper und Psyche in gleichem Maße. Seine künstlerischen Interventionen sind von einer schmerzhaften Unmittelbarkeit, deren emotionale Energie weit über die großen Bildformate hinaus den Raum und den Betrachter ergreift.

Mit dem Bild vom „malträtierten Kind“ greift er frontal die uns lieb gewordenen kindertümelnden Bildvorstellungen an und spricht in diesem Zusammenhang von der durch Krieg, Verletzung, Misshandlung und Vernachlässigung weltweit zunehmenden Traumatisierung von Kindern.

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Helnweins Provokationen sind enorm, weil sie so still, so subversiv und klammheimlich daherkommen. Sie packen uns von hinten, da wo die antrainierten und gut funktionierenden Verdrängungsmechanismen sitzen. Seine Kinderbilder können zum Horrortrip für den Betrachter werden. Vielfach sind die sanften Kindergesichter durch Verletzungen furchtbar entstellt. Blut, Narben, Wundmale, Bandagen. Der Anblick ist manchmal kaum auszuhalten. Aber was bedeutet das schon gegen die täglich von vielen Millionen von Kindern erlittenen Schmerzen, Qualen und Folterungen?

Gottfried Helnwein denunziert nicht die Kinder – das häufigste Missverständnis, mit dem man sich gegen seine Kunst wehrt – sondern unsere Neigung, vor dem Leiden der Anderen die Augen zu verschließen. Helnwein hat das Kinderleid aus dem Persönlichen ins Universelle gehoben und entlarvt damit unsere Blindheit, unsere Abgestumpftheit, unsere Sucht nach heiler Welt und unsere Angst vor der Realität als zutiefst unmoralisch.


Ausstellungsdauer: 19.11.2017 bis 08.04.2018

Website: www.ernst-barlach.de

ArtKiss-Besuch: 18.02.2018

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Alex Katz In Color (Sarah / Christy)

Alex Katz In Color (Sarah / Christy)

Schönheit ist eines der Hauptthemen von Alex Katz, Gegenstand seiner Werke sind oft außergewöhnlich attraktive Frauen wie Supermodel Christy Turlington oder seine Frau Ada, mit der er seit rund 60 Jahren verheiratet ist.

Alex Katz In Color (Red Hat Ada)

Alex Katz In Color (Red Hat Ada)

In seinen Druckgrafiken reproduziert Katz nicht einfach bestehende Gemälde, sondern reflektiert seine Motive, die in Schwarz-Weiß durch ihre gezielte Licht- und Schattenführung eine ganz besondere, Ästhetik der Reduktion entwickeln, wobei er sich unterschiedlichster Techniken bedient.

Auf Basis eines konkreten Gemäldes entsteht die Bildidee für einen Siebdruck, eine Lithographie, einen Holzschnitt oder eine Aquatinta. Mit Hilfe der ausgeprägten druckgrafischen Möglichkeiten wird die Vorlage in ihrer Kernaussage präzisiert und perfektioniert. Die synthetisierende Wirkung, die der Künstler in enger Zusammenarbeit mit namhaften Druckern weiterentwickelt, unterstützt das Flächige und Künstliche bei der Wiedergabe seiner Bildmotive.

Durch die gesteigerte Reduktion auf eine Perspektive sowie die Konzentration von Licht, Form und Farbe auf den Kerncharakter des Motivs, erreicht Alex Katz mit seinen druckgrafischen Arbeiten die absolute Ausgestaltung der ursprünglichen Bildidee. Diese gesteigerte formale, technische aber besonders auch inhaltliche Präzision verleiht seinem druckgrafischen Werk eine kunsthistorische Bedeutung, die trotz der langen Tradition des Mediums, bei kaum einem anderen Künstler in dieser geballten Kraft zu finden ist.

Die Bedeutsamkeit dieses Werkkomplexes zeigt sich nicht zuletzt in der Sammlung der Albertina in Wien, die nahezu das gesamte druckgrafische Werk von Katz besitzt.

Alex Katz In Color (10:30 am / Purple Hat)

Alex Katz In Color (10:30 am / Purple Hat)

Ausstellungsdauer: 19.01.2018 bis 25.03.2018

Website: www.galerieschimming.de

ArtKiss-Besuch: 20.01.2018

 

Alex Katz Black + White (Ausstellungsansicht)

Alex Katz gilt als einer der herausragendsten zeitgenössischen Künstler. Der US-Amerikaner zählt zu den wichtigsten Vertretern des figurativen Realismus, der seine Anfänge während der Blütezeit des Abstrakten Realismus in New York hatte und als einer der Wegbereiter der Pop Art gilt.

In der Hamburger Barlach Halle K. zeigt die Ausstellung „Black & White“ eine umfangreiche Präsentation der druckgrafischen Werke von Alex Katz, kuratiert und organisiert von der Galerie Schimming.

„Black & White“ legt den Fokus auf die schwarz-weißen Arbeiten des Künstlers. Als Kontrast zu den monochromen Arbeiten setzt die kuratierende Galerie Schimming einzelne farbige Motive.

Alex Katz Black + White (Ausstellungsansicht)

Ein Großteil der rund 50 Werke ist erstmals in Europa zu sehen, bekannten Ikonen werden neueste Editionen zur Seite gestellt, die bisher nur in Washington und Florida zu sehen waren. So etwa die Serie „Shopping Crowd“ als Print auf Leinwand in monumentaler Größe von drei mal vier Metern.

Alex Katz Black + White (Ausstellungsansicht)

Die Ausstellung zeigt typische Motive von Katz, wie seine Portraits, aber auch Landschaftsbilder und Blumenstillleben.

Alex Katz Black + White (Laura 5)

Sonderedition „Laura 5“ von Alex Katz, die zur Ausstellung erscheinen ist.

Ausstellungsdauer: 19.01.2018 bis 20.02.2018

Website: www.barlach-halle-k.de

ArtKiss-Besuch: 20.01.2018

ArtKiss-Wertung:
4 Sterne: Sehenswert!

Rayyane Tabet - Bruchstücke / Fragments (Ausstellungsansicht)

Rayyane Tabet (*1983 in Achkout, lebt und arbeitet in Beirut) untersucht in seinen
vornehmlich skulpturalen Arbeiten die Verschränkungen kleiner Geschichten und
großer Ereignisse durch Form und Material. Dabei vermengt er die offizielle mit
persönlicher Geschichte, um den Blick auf kaum zur Kenntnis genommene
Erzählungen zu lenken.

Die Ausstellung „Bruchstücke / Fragments“ führt erstmals alle Arbeiten eines Recherche- und Ausstellungsprojekts zusammen, das sich über Stationen in Marrakesch, Paris, Berlin, Rotterdam und Beirut aufgebaut hat und 2018 seinen vorläufigen Abschluss in der Abteilung für antike Kunst des Nahen Ostens des Metropolitan Museum of Art, New York, finden wird.

Rayyane Tabet - Bruchstücke / Fragments (Ausstellungsansicht)

Ausstellungsdauer: 25.11.2017 bis 18.2.2018

Website: www.kunstverein.de

ArtKiss-Besuch: 20.01.2018

ArtKiss-Wertung:
2 Sterne: Wenn man nichts besseres zu tun hat…